Kombis im Offroad-Look: VW Cross Passat Variant ab 2012

VW Cross Passat Variant

Mit dem neuen Cross Passat Variant knüpft VW an eine alte Tradition an und bietet ab 2012 eine Alternative zum Audi A4 Allroad. Auch Peugeot setzt beim 508 SW auf eine Offroad-Version. Das luxuriöse Topmodell der Baureihe wird vom neuen Diesel-Hybrid angetrieben.

Echte Geländewagen können zwar Wüsten, Steppen und Hochgebirge durchqueren, sind aber im normalen Alltagsbetrieb unhandlich, schwer und sehr durstig. Deshalb geht der Trend verstärkt zu Crossover-Modellen und Allrad-Kombis, wie sie Audi, Subaru und Volvo bereits seit über zehn Jahren im Programm haben. Damals nur als Lückenfüller bis zu den ersten SUV gedacht, bilden sie längst einen festen Bestandteil in vielen Modellpaletten.

VW setzt bei den Cross-Varianten von Polo, Touran und Golf Plus bislang nur auf eine rustikale Optik, bietet sie aber nur als Fronttriebler an. Dabei gab es bereits in den achtziger Jahren mit dem Passat Syncro einen kernigen Allrad-Kombi, und an diese Tradition soll der VW Cross Passat ab 2012 wieder anknüpfen.

VW Cross Passat mit mehr Bodenfreiheit und Allradantrieb

Basis für den VW Cross Passat ist der Variant 4motion, der durch 20 Millimeter mehr Bodenfreiheit, Kunststoffbeplankung, Unterfahrschutz und Schlechtwegefahrwerk für leichtes Gelände fit gemacht wird. Dazu kommt eine eigene, hochwertige Ausstattungslinie – unter anderem mit Sportsitzen, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen sowie Nebel-Scheinwerfern mit Abbiegelicht.
 
Unter dem mit diversen Anbauteilen und Kotflügelverbreiterungen aufgepeppten Blechkleid des VW Cross Passat steckt der bekannte Allradantrieb 4motion mit elektronisch geregelter Haldex-Kupplung. Zur Wahl stehen zwei Motoren: In Europa wird wohl vor allem der Zweiliter-Turbodiesel mit 140 und 170 PS geordert werden. Es soll für den VW Cross Passat aber auch den V6-Benziner mit 300 PS geben. Der Aufpreis gegenüber dem Passat Variant 4motion wird rund 1.500 Euro betragen, eine Luftfederung wie im A6 Allroad ist kein Thema.

Obwohl es auch den Golf mit 4motion gibt, ist ein Cross-Ableger nicht geplant. Denn anders als beim Passat, wo sich knapp fünf Prozent der Kunden für Allradantrieb entscheiden, sind es beim Golf – ohne die sportliche R-Variante – lediglich 1,3 Prozent. Außerdem gibt es ja bereits den frontgetriebenen, aber selten gekauften Golf Plus Cross.

Peugeot 508 SW Hybrid4 kommt 2012

Während der VW Cross Passat die Modellpalette nur ergänzt, spielt der Peugeot 508 SW Hybrid4 für die Franzosen eine größere Rolle: Er wird das neue Flaggschiff der Löwenmarke. Ausgestattet mit Diesel-Hybridantrieb, soll der Kombi mit Offroad-Optik Kunden von Premiummarken anlocken und Peugeot erstmals seit Einführung des serienmäßigen Rußpartikelfilters wieder das Image einer innovativen Automarke verleihen.

Das Herz des Peugeot 508 SW Hybrid4 ist wie im Crossover-Modell 3008 eine Kombination aus einem 163 PS starken Zweiliter-Dieselmotor mit automatisiertem Schaltgetriebe, der die Vorderachse antreibt, und einem 27 kW starken E-Motor, der an der Hinterachse wirkt. Die Nickel-Metallhydrid-Batterie unter der Rückbank ermöglicht rund vier Kilometer lang rein elektrisches Fahren (Antrieb über die Hinterachse).

Offroad-Version des Peugeot 508 soll weniger als vier Liter verbrauchen

Ansonsten fährt der Peugeot 508 SW Hybrid4 mit Frontantrieb, wechselt je nach Bedarf – etwa beim Überholen oder in Kurven – automatisch in den Allradmodus. Im Normzyklus soll der Kombi mit weniger als vier L/100 km auskommen. Wenn er in der zweiten Jahreshälfte 2012 bei den Händlern steht, dürften die Preise bei rund 39.000 Euro beginnen.
 
Wie der VW Cross Passat hat der Peugeot 508 SW Hybrid4 neben Kunststoff-Beplankung und Unterfahrschutz serienmäßig ein Schlechtwegefahrwerk an Bord, eventuell sogar eine optionale Niveauregulierung. Schließlich gibt es für die Mittelklasse-Plattform des PSA-Konzerns bereits eine Technik, die sich hervorragend für hohe Zuladung und schlechte Wegstrecken eignet: die hydropneumatische Federung der Schwestermarke Citroën für den C5 und C6.

Kommt der Skoda Superb Combi Scout?

Ob mit dem Skoda Superb Combi Scout noch ein weiterer Rivale für den VW Cross Passat in Serie gehen wird, hängt eher von der VW-Konzernstrategie als von den technischen Möglichkeiten und Marktchancen ab. Mit Allradantrieb ist der große Tschechen-Kombi bereits jetzt zu haben, und die Nachfrage dürfte ebenfalls kein Problem sein: Schon heute ordern rund 15 Prozent der Kunden ihren Superb Combi in 4x4-Version. 

Historisches Vorbild: VW Passat B2 Syncro

Der VW Passat Syncro wurde 1984 vorgestellt, sein Allradantrieb basiert technisch auf dem damaligen Quattro-System von Audi. Alle vier Räder wurden permanent mit einer Kraftverteilung von je 50 Prozent vorn und hinten angetrieben. Den ersten Passat Syncro gab es nur in der Karosserieform Variant.

Die Konkurrenten der neuen Cross-Modelle

Neben SUV haben Kombis mit Allradantrieb und mehr Bodenfreiheit bei einigen Herstellern ihren festen Platz im Modellprogramm. Neben den schwedischen Marken Saab und Volvo setzt der VW-Konzern bei Audi, Skoda (einige Scout-Modelle ohne
Allrad) und Seat (Altea Freetrack) auf diese Versionen.

Das sind die aktuellen Cross-Modelle von VW

Die bisherigen Cross-Versionen von VW verfügen zwar auch über eine Offroad-Optik und sind um 15 bis 20 mm höher gelegt, allerdings sind sie nicht mit Allradantrieb erhältlich. Beim Polo entscheiden sich sechs Prozent der Kunden für die Cross-Version, beim Touran sind es fünf, beim Golf Plus rund zwei.

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Jens Katemann

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