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VW do Brasil

Konflikt beendet

Foto: ams

Der seit Monaten andauernden Konflikt um Massenentlassungen bei VW in Brasilien ist vorerst beendet. Die rund 12.400 Mitarbeiter des VW-Werks in Sao Bernardo im Land Sao Paulo akzeptierten am Donnerstag (14.9.) einen von der Firmenführung und den Gewerkschaften erarbeiteten Lösungsplan.

15.09.2006

Wie Medien in Sao Paulo unter Berufung auf Gewerkschaftssprecher berichteten, sieht das Abkommen die Streichung von insgesamt 3.600 Stellen bis 2008 in Sao Bernardo vor. VW do Brasil sagte dabei verbesserte Anreize für freiwillige Kündigungen zu.

Der neue Lösungsplan war erst am Montag nach Marathonsitzungen von insgesamt 110 Stunden in nur sechs Tagen vereinbart worden. Als Anreiz sei die Zahlung von 1,4 Monatsgehältern pro Arbeitsjahr allen jenen Arbeitern zugesagt worden, die zum 21. November kündigen. Diejenigen, die bis zum 31. Januar 2007 freiwillig ausscheiden, sollen den Angaben zufolge noch ein Monatsgehalt pro Jahr bekommen.

VW do Brasil erhofft sich allein dadurch den Wegfall von mindestens 1.300 Stellen. Das Unternehmen kündigte nach Gewerkschaftsangaben an, die Kostensenkungspläne zu revidieren, falls der Markt in Brasilien eine Verbesserung erfahren sollte. VW versprach, in den Jahren 2008 und 2009 jeweils ein neues Automodell in Sao Bernardo herstellen zu wollen. Die Produktion des Fox Europa solle dagegen dort im Juli 2007 eingestellt werden. Der Arbeitskampf hatte Anfang September einen vorläufigen Höhepunkt erreicht, als die Arbeiter in Sao Bernardo mit einem unbefristeten Streik auf 1.800 "blaue Briefe" reagiert hatten. Nach fünf Tagen machte VW die Entlassungen rückgängig.

Keine Fabrikschließungen

Im Rahmen einer im Mai angekündigten Umstrukturierung wollte VW in den nächsten zwei Jahren urpsrünglich bis zu 6.000 der insgesamt 22.000 Stellen in den fünf brasilianischen Werken streichen, Arbeitsvergünstigungen kürzen und möglicherweise auch eine der Fabriken schließen. Die Fabrikschließung scheint nun nicht mehr zur Debatte zu stehen. "Unser Mutterhaus in Deutschland meint, dass wir hier in Brasilien eine Fabrik zu viel haben", hatte erst im Mai der Präsident der VW-Tochter, Hans-Christian Maergner, gesagt.

Probleme gibt es laut VW do Brasil vor allem wegen der Aufwertung der Währung Real, die den Export belastet, und der gestiegenen Rohstoffkosten. Laut Maergner wird VW do Brasil frühestens 2007 wieder Gewinne erzielen. Er erwartet zudem eine Abnahme der Exportzahlen um 40 Prozent bis 2008 im Vergleich zu 2005. Im vorigen Jahr waren knapp 260.000 Fahrzeuge ins Ausland verkauft worden - vor allem nach Lateinamerika, USA/Kanada und Europa.
VW ist seit Jahren der größte Fahrzeug-Exporteur Brasiliens. Nach jüngsten Zahlen hat es einen Anteil von 22,3 Prozent am brasilianischen Fahrzeugmarkt. Brasilien ist mit über 380.000 Auslieferungen der drittgrößte Markt für den Volkswagen-Konzern nach Deutschland und China. Volkswagen do Brasil produzierte im vergangenen Jahr rund 646.000 Fahrzeuge.

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