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VW E-Golf im Vergleich

Wer bietet das beste E-Konzept?

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Alle kompakten E-Fahrzeuge haben ihre Zielgruppe fest im Auge: Den Kurzstreckenpendler. Und doch haben sie sonst wenig gemein: Form, Leistung und Praktikabilität unterscheiden sich gravierend. Zeit für einen Vergleich.

10/06/2013 Roman Domes

Bis vor kurzem garantierten einige Vorstände noch das Scheitern des reinen Elektroautos: "Es wird in den nächsten Jahren keinen Markt für reine Elektroautos geben", konstatierte Audi-Marketing-Chef Luca de Meo. Konträr äußerte sich jedoch Angela Merkel zu der Situation: "Bis 2020 wollen wir eine Million Elektroautos auf unseren Straßen haben."

Volkswagen hat in Sachen Elektroauto lange gezögert und bringt erst 2014 den E-Golf. Dieser muss sich in diesem Vergleich messen mit: BMW i3, Nissan Leaf, Ford Focus Electric und Renault Zoe.

Unterschiedliche Grundkonzepte: Evolution oder Revolution?

Von außen betrachtet sieht man dem Golf aus Wolfsburg und dem Focus aus Köln nahezu keine Unterschiede zu ihren mit konventionellen Verbrennern betriebenen Brüdern an. Kein Wunder, denn beide basieren technisch auf der gleichen Basis. Zusätzlich tragen sie das identische Blechkleid. Beim Ford Focus Electric steigt so das Gewicht durch die rund 300 kg schweren Batterien auf zirka 1.600 kg, der E-Golf kommt auf rund 1.500 Kilo.

Auf gewichtsoptimierte Konzepte setzt man Renault-Nissan: Der Leaf ist von Grund auf als Elektrofahrzeug konzipiert, der Zoe basiert auf dem Leichtgewicht Renault Clio. Beide Fahrzeuge wiegen leer um 1.450 kg. Radikal geht man bei BMW vor: Die Fahrgastzelle des i3 besteht komplett aus kohlefaserverstärktem Kunststoff, das Fahrgestell komplett aus Aluminium und das sieht man auf der Waage: Bei 1.270 Kilogramm bleibt der Zeiger stehen. Damit ist der BMW rund 180 Kilo leichter als der Renault oder der Nissan und damit der Leichteste im Bunde.

E-Golf mit dem zweitgrößten, Focus Electric mit dem kleinsten Kofferraum

Der praktische Nutzen von Golf und Focus ist in den Verbrenner-Varianten unbestritten. Kompakte Karosserie, trotzdem genügend Platz. Sicher ist das auch bei den Elektro-Versionen der Fall, oder? Nicht unbedingt: Der Kofferraum schrumpft durch die massigen Lithium-Ionen-Akkus auf 237 Liter beim Focus Electric zusammen. Der Golf fasst mit 345 Litern fast so viel wie das konventionell-betriebene Fahrzeug, aber weniger als der Leaf. Der Focus ist 4,36 m lang, der Golf misst 4,20 m. Nur der Leaf ist mit 4,44 m länger.

Der BMW i3 bietet 260 Liter Platz im Heckabteil, das jedoch insgesamt etwas höher liegt. Der einzige Japaner im Check bietet mit 370 Litern am meisten Platz. Und der kleine Franzose? 338 Liter Stauraum finden sich beim Zoe. Bei allen Probanden kann man zudem die Rücksitze umklappen und so das Ladevolumen erweitern.

Renault Zoe ist Reichweitenkönig

Wir bleiben gleich beim kleinen Franzosen. Denn der hat zwar mit 65kW den schwächsten Motor, erreicht jedoch im NEFZ-Fahrzyklus, bei dem reine Laborwerte ermittelt werden, eine Reichweite von 210 Kilometern. Das entspricht etwa der Strecke von Nürnberg nach Stuttgart. Der Nissan Leaf schafft es nicht ganz bis dorthin – 199 Kilometer Reichweite kann er bieten, das sind in der aktuellen zweiten Generation 25 mehr als bei Erscheinen. Erstmals war der Leaf bereits Ende 2010 käuflich zu erwerben. Die Konkurrenten aus Wolfsburg und München schaffen jeweils 190 Kilometer. Magere 162 Kilometer Aktionsradius, und damit knapp 50 weniger als der Zoe, stehen beim Ford Focus Electric im Datenblatt.

Vergleicht man diese mit den Ergebnissen aus Fahrzyklen nach us-amerikanischer Norm, so stellt man schnell fest, dass jenseits des großen Teichs wohl deutlich anders gemessen wird: Aus 199 NEFZ-Kilometern beim Nissan Leaf werden nur noch 135 US-Fahrzyklus-Kilometer. Wie dem auch sei: für den durchschnittlichen Pendler, der laut Kraftfahrt Bundesamt täglich eine kombinierte Wegstrecke von nur rund 80 Kilometern zurücklegt, sollte das ausreichend sein. Man darf abends nur nicht vergessen, den Ladestecker einzustöpseln

Ladehemmungen bei Zoe und Focus

Da hätten wir beim Zoe aber ein Problem: Denn dieser lässt sich nur an einer sogenannten "Wallbox" laden. Oder an öffentlichen Ladesäulen, nicht aber an der konventionellen Haushaltssteckdose. Der kleine Renault Twizy und der Leaf aus gleichem Hause sind per Schuko-Stecker aufladbar, wenn auch sehr langsam.

Der Focus Electric hat ein anderes Manko: Zwar kann man ihn an einer normalen Steckdose aufladen, aber es gibt für ihn keine Möglichkeit, richtig schnell geladen zu werden. Ford gibt für die "Schnellladung" drei bis vier Stunden an. Die anderen Probanden bieten die Möglichkeit, mit Gleichstrom (zum Beispiel an Ladestationen auf Autobahnraststätten) in weniger als einer dreiviertel Stunde nahezu vollständig aufgeladen zu sein.

Focus Electric ist der teuerste

Kommen wir zum Thema Preis. Der Teuerste im Quintett ist der Ford Focus Electric mit einem Grundpreis von 39.990 Euro. Der BMW i3 wäre genauso teuer, wenn man ihn mit dem optionalen Range-Extender ausstatten würde. Der Bayer ist übrigens der Einzige, der einen Reichweitenverlängerer anbietet. Ohne startet der i3 bei rund 35.000 Euro, genau wie vermutlich auch der E-Golf. Konkrete Preise hat VW noch nicht genannt. Nissan bietet den Leaf ab 29.960 Euro inklusive Akku an. Alternativ kann der Leaf auch ohne Stromspeicher für knapp 24.000 Euro gekauft werden. Der Akku muss dann geleast werden und kostet monatlich je nach Laufleistung zwischen 79 und 142 Euro. Beim Renault Zoe für 21.700 Euro muss der Akku generell geleast werden. Hier reichen die monatlichen Mietpreise, je nach Jahresfahrleistung und Vertragsdauer, von 79 bis 162 Euro.

VW E-Golf – Empfehlenswert?

Abschließend muss gesagt werden, dass VW mit dem elektrifizierten Golf keine Bäume ausreißt und Wunder vollbringt. Mit seinen Eckdaten reiht er sich im Mittelfeld der elektrisch betriebenen Konkurrenz ein. Der Renault Zoe bietet das beste Preis-/Leistungsverhältnis, gute Reichweite und fast so viel Kofferraumvolumen wie der E-Golf. Dafür muss man aber extra eine Ladestation von Renault kaufen, die Akkus mieten und mäßige Fahrleistungen akeptieren. Der BMW i3 ist ultra-modern und bietet fast alle Vorteile des Zoe und wenig Nachteile - außer seinen Preis. Er ist der Stärkste und Schnellste im Bunde, bietet akzeptablen Nutzwert und ist obendrein noch billiger als der Ford Focus Electric.

Renault ZoeBMW i3VW E-GolfNissan LeafFord Focus Electric
65kW (88PS)125kW (170PS)85kW (115PS)80kW (109PS)107kW (145PS)
Drehmoment: 220 Nm250 Nm270 Nm254 Nm250 Nm
Reichweite: 210 km190 kmca. 190 km199 km162 km
Leergew.: 1.450 kg1.270 kg1.455 kg1.474 kg1.600 kg
Lithium-Ionen-AkkuLithium-IonenLithium-IonenLithium-IonenLithium-Ionen
Kapazität: 22 kWh22 kWh24,2 kWh24 kWh23 kWh
Ladezeit: schnell: 30 min / langsam: 6-9 Std.30 min / 8 Std.30 min / ca. 6-8 Std.30 min / 8-12 Std.3-4 Std. / 7-11 Std.
Garantie: Batteriemietvertrag8 Jahre / 100.000kmkeine Angabe5 Jahre / 100.000km5 Jahre / keine km-Beschränkung
0 - 100 km/h: 13,5 sek.7,2 sek.10,4 sek.11,5 sek.9,5 sek.
Vmax: 135 km/h150 km/h140 km/h144 km/h137 km/h
FrontantriebHeckantriebFrontantriebFrontantriebFrontantrieb
Preis: 21.700 (ohne Batterie)34.950ca. 35.00029.69039.900
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