Damit ergreift VW die Initiative im Streit um die von MAN angestrebte Übernahme des schwedischen Lkw-Bauers Scania. VW als größter Scania-Aktionär hatte sich dagegen gesperrt und eine größere Rolle in einem möglichen gemeinsamen Unternehmen gefordert. Der Einstieg bei MAN wird von VW nun als Schritt zu einer "freundlichen und gemeinsam erarbeiteten Lösung zur Erreichung maximaler Synergien" begründet.
"Das Vorgehen von Volkswagen ist in keinerlei Hinsicht als unfreundlich beabsichtigt", heißt es ausdrücklich. "Angesichts von Hinweisen im Markt auf einen unfreundlichen Übernahmeversuch durch Dritte ist diese Beteiligung an MAN zur Sicherung der Interessen von Volkswagen erforderlich."
MAN wiederum sieht durch den Einstieg von Volkswagen seine Übernahmepläne für den schwedischen Lastwagenhersteller Scania gestärkt. "MAN begrüßt Volkswagen als strategischen Aktionär und wertet dies als einen positiven Schritt im Zusammenhang mit dem Angebot für Scania", teilte das Unternehmen in München mit.
Scania schweigt
Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Scania und sein wichtigster heimischer Eigner Investor haben am Mittwoch jeden Kommentar zur Übernahme von MAN-Anteilen durch VW beim deutschen Konkurrenten MAN abgelehnt. Ein Unternehmenssprecher in der Scania-Zentrale in Södertälje sagte lediglich: "Das ist eine neue Lage für uns." Man kommentiere aber das Vorgehen von Anteilseignern grundsätzlich nicht.
Auch von der zur schwedischen Wallenberg-Familie gehörenden Finanzgesellschaft Investor gab es am Mittwoch keinen Kommentar zur Einigung zwischen VW und MAN. Investor ist nach Volkswagen der zweitgrößte Anteilseigner bei Scania, für das MAN ein von Investor und VW abgelehntes Übernahmeangebot vorgelegt hatte. In den letzten Tagen hatten Stockholmer Medien über einen möglicherweise bevorstehenden umgekehrten Übernahmeversuch von Scania mit Adresse an seinen deutschen Konkurrenten berichtet.




