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VW feiert Erfolg 2011

Vorstand bekommt mehr als 70 Millionen Euro

VW Logo Foto: dpa

Europas größter Autobauer Volkswagen sieht sich nach einem Rekordjahr auf seinem Weg an die Weltspitze im Plan. 2012 will er noch mehr Autos verkaufen als zuvor. Insgesamt aber stellt sich die VW-Führung auf wachsende Risiken im Automarkt ein.

12.03.2012 dpa

Der Rekordgewinn bei Volkswagen hat sich auch für die acht Männer im VW-Vorstand in klingender Münze ausgezahlt:2011 erhielt der Vorstand mehr als 70 Millionen Euro, fast doppelt so viel wie im Vorjahr mit knapp 37 Millionen Euro. Das geht aus dem am Montag (12.3.) veröffentlichten Geschäftsbericht hervor. Den Angaben zufolge bekommt allein Konzernchef Martin Winterkorn über 17,4 Millionen Euro. Seine Kollegen verdienen jeweils zwischen 7,2 und 8,1 Millionen Euro.

Die Erwartungen für das aktuelle Jahr formulierte Winterkorn eher vorsichtig. "Vor uns liegt noch viel Arbeit", sagte er. Auf seinem Weg, bis 2018 der größte, beste und erfolgreichste Autobauer zu werden, sei VW "auf einem sehr soliden Kurs unterwegs", sagte Winterkorn. "Aber wir sind noch nicht am Ziel." Es sei wie beim Fußball, erklärte der Manager: "Die zweite Halbzeit ist immer ein Stück fordernder und anstrengender.

2012 sollen noch mehr Autos verkauft werden

Trotz wiederum höherer Umsatz- und Absatzziele peilt VW 2012 ein operatives Ergebnis in Vorjahreshöhe an. Auch in Zeiten voller Kassen komme es auf strikte Kostendisziplin an, betonte Winterkorn. Es gelte intelligente Instrumente zu entwickeln, die nachhaltig Kosten sparen könnten. Der Stellhebel sei dazu die neue Produktionstechnologie nach dem Baukastensystem. Über 40 Modelle sollen sich künftig aus demselben Baukasten bedienen. Die Einführung werde zunächst aber etwa ein Viertel der gesamten Investitionssumme von insgesamt 62,4 Milliarden Euro für die Zeit bis 2016 kosten.

2012 werde der Konzern noch mehr Autos verkaufen als zuletzt, so die Prognose. Allerdings trägt dazu auch die Eingliederung des Lastwagenbauers MAN bei, an dem VW seit November die Mehrheit hat. Zudem sind konzernweit in diesem Jahr 40 zusätzliche Modelle oder Neuauflagen geplant. Darunter sind etwa der neue Golf oder der Audi A3, der soeben auf den Markt kommt.

Unterm Strich verdienten die Wolfsburger mit ihren zehn Marken im abgelaufenen Geschäftsjahr 15,8 Milliarden Euro - mehr als doppelt so viel wie 2010. Dabei spielte jedoch auch ein Buchgewinn aus der Neubewertung von Aktienoptionen nach der vorerst geplatzten Fusion mit Porsche eine Rolle. Das operative Ergebnis des Konzerns belief sich auf 11,3 Milliarden Euro. Darin sind die 2,6 Milliarden Euro aus den chinesischen Joint Venture-Gesellschaften noch nicht enthalten. Der Umsatz wuchs um gut ein Viertel auf 159,3 Milliarden Euro.

Abkühlung in der Heimatregion erwartet

Die Integration des Stuttgarter Sportwagenbauers Porsche will Winterkorn gegen alle juristischen und finanziellen Widerstände durchfechten: "So viel kann ich Ihnen heute fest zusagen: Der integrierte Konzern von Volkswagen und Porsche wird kommen." Allerdings gebe es auf dem Weg zur vollständigen Integration nach wie vor Hürden, räumte der Vorstandschef von Europas größtem Autobauer ein. Einzelheiten zum weiteren Vorgehen nannte er nicht. Alle Beteiligten arbeiteten aber mit Hochdruck daran, Porsche "zu wirtschaftlich sinnvollen Bedingungen" unter das VW-Dach zu holen.

"2011 war für unser Unternehmen in jeder Hinsicht ein neuer Höhepunkt", betonte der Autoboss. Für 2012 und 2013 aber erwartet VW eine Abkühlung vor allem in der Heimatregion: "In Westeuropa wird sich die Nachfrage nach Pkw und leichten Nutzfahrzeugen voraussichtlich abschwächen", heißt es im Geschäftsbericht. Zuwächse werden jedoch in Asien, Südamerika, den USA und Russland erwartet.

Audi trägt größten Anteil am Gewinn bei

Den größten Anteil zum Gewinn trug erneut die Premiumtochter Audi bei. Sie steigerte ihr Ergebnis um 60 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Bei der Kernmarke VW mit Polo, Golf, Passat und Co. wuchs das operative Ergebnis sogar um 75 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Neue Bestwerte erreichte auch die tschechische Tochter Skoda: Ihr operatives Ergebnis wuchs um 66 Prozent auf 743 Millionen Euro. Der spanische Ableger Seat blieb als einziger in den roten Zahlen. Die Verluste verringerten sich aber um 86 Millionen auf 225 Millionen Euro.

Mit zehn Marken und 240 verschiedenen Fahrzeugmodellen - vom Kleinwagen über den Luxusschlitten bis zum 50-Tonner - sei Volkswagen bestens aufgestellt, betonte der VW-Chef. Dennoch investiere Volkswagen unverändert in die Kernmärkte und wolle gezielt neue Segmente und Nischen besetzen. Vor allem in seinem größten Einzelmarkt China investiert VW bis 2016 insgesamt rund 14 Milliarden Euro und baut mehrere neue Fabriken. Die Aktionäre sollen nach dem Vorschlag des Vorstands für 2011 eine Dividende von drei Euro pro Stamm- und 3,06 Euro pro Vorzugsaktie bekommen, achtzig Cent mehr als im Vorjahr.

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