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VW gewinnt Logo-Streit

Das Wiener Handelsgericht hat der Volkswagen AG im Streit mit dem 86-jährigen Österreicher Nikolai Borg um die Urheberschaft des VW-Logos Recht gegeben. Wie ein VW-Sprecher am Donnerstag (12.1.) mitteilte, entschied das Gericht, dass Borg 1939 zwar Entwürfe für das klassische VW-Logo gezeichnet und auch geliefert habe. Das Logo sei aber schon vorher entstanden.

12.01.2006

Das Gericht war Anfang Juli 2005 angerufen worden, nachdem sich beide Seiten nicht einigen konnten. Borgs Anwalt konnte das Urteil am Donnerstag nicht kommentieren, da ihm der Text noch nicht vorliege. Ein Sprecher des Gerichts bestätigte jedoch auf Anfrage: "Die Klage (Borgs) wurde abgewiesen".

Der aus Schweden stammende Borg hatte behauptet, bereits 1939 als junger Grafiker die Vorentwürfe für das inzwischen weltbekannte Logo gezeichnet zu haben. Er sei vom damaligen Reichsarbeitsminister Fritz Todt dazu beauftragt worden. Nach der Fertigstellung seiner Entwürfe sei er von den Volkswagenwerken "bis zum Endsieg"vertröstet worden, habe sein Logo dann allerdings 1943 an einem Kübelwagen der Wehrmacht entdeckt.

VW hatte dagegen erklärt, das Logo gehe nicht auf Borg zurück. Bereits 1920 habe ein gewisser Ludwig Hohlwein entsprechende Logos gestaltet, sagte der Urheber- und Patentrechtsexperte Michel Walter vor Gericht. Als Erfinder des VW-Zeichens sei jedoch Franz Xaver Reimspieß anzusehen, erläuterte Walter. Bereits im Mai 1938 sei dessen "Ur-Zeichen" als Marke angemeldet worden. Ein weiter entwickeltes Zeichen, das die Buchstaben in einem so genannten Strahlenkranz zeigte, war laut Walter Mitte April 1939 auf Radkappen bei der Berliner Autoausstellung zu sehen.

Borg ging es nach eigenen Angaben nicht um Geld, sondern um die Anerkennung seiner Urheberschaft. Aus diesem Grund habe er VW auch nicht auf Schadenersatz verklagt. Der Grafiker wolle lediglich "vor meinem Lebensende die gerichtliche Feststellung meiner Urheberschaft am Ur-VW-Logo (durchsetzen), um der historischen Wahrheit zum Durchbruch zu verhelfen". Sein Anwalt Meinhard Ciresa sagte der dpa am Donnerstag, man wolle zunächst das Urteil studieren, bevor man über weitere Schritte entscheide.

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