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VW Golf Alltrack 2.0 TDI vs. Caddy Alltrack 2.0 TDI

Kombi oder Nutzfahrzeug?

Golf Alltrack 2.0 TDI, Caddy Alltrack 2.0 TDI, Frontansicht Foto: Achim Hartmann 23 Bilder

Klar, der Tiguan drängt sich als Gegner für den Golf Variant Alltrack auf. Aber warum nicht mal der günstigere Caddy? Den gibt’s ja auch in Offroad-Aufmachung.

15.10.2016 Jens Dralle 3 Kommentare

Meine Güte, wie kannst du dir so einen VW Caddy mittlerweile aufrüschen: Abstandsregeltempomat, Parklenkassistent, City-Notbremsfunktion, Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Fernlichtassistent – von wegen Nutzfahrzeug. Bedeutend mehr bietet der Golf Variant hier auch nicht. Doch du bist kaum aus der Tiefgarage heraus und merkst: Der Caddy ist sehr wohl ein Nutzfahrzeug.

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Kombi oder SUV? Golf Alltrack 2.0 TDI, Caddy Alltrack 2.0 TDI
auto motor und sport 16/2016
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Golf Alltrack 2.0 TDI, Caddy Alltrack 2.0 TDI, FrontansichtFoto: Achim Hartmann
VW gegen VW. Nutzfahrzeug gegen Familien-Kombi.

Und wie. Klar, das lässt sich leicht am gigantisch großen Laderaum festmachen (die maximale Kapazität ist doppelt so hoch wie die des Variant), aber auch am gigantisch mäßigen Federungskomfort (leider nicht quantifizierbar). Vor allem die starre Hinterachse mit dem mächtigen Differenzial des Allradantriebs lässt das Federn gerne mal sein, gibt stattdessen Bodenunebenheiten einfach so an die Insassen weiter. Denen helfen immerhin straff-bequem gepolsterte Sitze, zudem bekommen sie durch die hohe Sitzposition und die großen Glasflächen einen Panoramablick geboten. Überdies erleichtern die Schiebetüren den Umgang mit dem Caddy im Alltag. Ein Nachteil allerdings: die gewaltige Heckklappe, die beim Öffnen viel Raum beansprucht – und Kraft beim Zuziehen. Flügeltüren kosten 214 Euro extra.

Und der Antrieb? Dem Zweiliter-TDI mit 122 PS fehlt es ein wenig an Manieren, womit er ganz gut zum Fahrwerk passt, doch er stellt früh (bei 1.500/min) einen großen Batzen Drehmoment (300 Nm) bereit, weshalb der 1,6 Tonnen schwere Kastenwagen ziemlich flott aus den Puschen kommt. Zu wenig? Es gäbe noch den 150 PS starken Diesel, allerdings nur mit teurem Doppelkupplungsgetriebe (ab 36.343 Euro). Im Golf dagegen liefert VW diese Leistungsvariante nur mit manueller Schaltung, was die nicht ganz passende Testwagenpaarung erklärt.

Gar nicht mal so klein: der Golf

Ganz nebenbei wahrt der Golf eine gewisse Distanz beim Grundpreis, sonst wäre auch noch das letzte Argument für den Caddy pulverisiert. Über das Platzangebot des Variant dürfte sich kaum eine Familie beklagen, denn allein unter die Laderaumabdeckung passen stolze 605 Liter Gepäck – da müssen sich selbst Oberklasse-Kombis lang machen. Ein Zug an den Hebeln links und rechts in der Seitenverkleidung reicht, und die Lehne der Rückbank klappt im Verhältnis ein Drittel zu zwei Drittel nach vorn. Nur eine völlig ebene Ladefläche entsteht dabei nicht. Dafür erleichtert die breite und tiefe Öffnung das Beladen, der glattflächige Grundriss die Nutzbarkeit.

Caddy Alltrack 2.0 TDI, KofferraumFoto: Achim Hartmann
Der gigantische Laderaum des Caddy. Zwar ist die Heckklappe etwas unpraktisch jedoch ist das Raumangebot doppelt so groß wie das des Variant.

Abgesehen also von offensichtlichen Defiziten bei raumgreifenden Speditionsaufträgen kann der Kombi so ziemlich alles. Sein Selbstzünder arbeitet unter einem dickeren Mantel Dämmmaterial, beschleunigt den Kombi flott, entfaltet seine Leistung sehr homogen. Darüber hinaus erübrigt das maximale Drehmoment von 340 Nm so manchen Schaltvorgang, obwohl sich die sechs Gänge des manuellen Getriebes leicht und präzise finden. Diese Souveränität sowie die aerodynamisch vorteilhaftere Karosserie verhelfen dem Golf überdies zu einem niedrigeren Verbrauch. Laut Werksangabe liegt er mit 4,8 l/100 km 0,6 Liter unter dem des Caddy.

Schwaches Fahrwerk im Caddy

Ebenfalls deutlich souveräner: der Federungskomfort. Zugegeben, wie nahezu jeder Golf-Testwagen rollt auch der Alltrack mit den teuren Adaptivdämpfern (1.035 Euro) an den Start, doch deren Talente rechtfertigen die Kosten. Zu teuer? Gut nachvollziehbar. Wer auf dieses Extra verzichtet, sollte sich aber sicherheitshalber auch die 18-Zoll-Options-Räder sparen, um einen ordentlichen Federungskomfort zu gewährleisten. Natürlich trägt der Testwagen die großen Räder, und dennoch spricht das für schlechte Straßen optimierte Alltrack-Fahrwerk (inklusive Karosserie-Höherlegung) selbst auf spitze, kurze Bodenwellen sensibel an, bügelt lange Wellen lässig glatt.

Caddy-Fahrer würden sich freuen, wenn ihr Fahrzeug nur halb so gut federn würde, doch diesbezüglich findet sich nichts in der langen Aufpreisliste. Und da die Kosten des Kastenwagens nicht allzu weit unter denen des Kombis liegen, verlieren sich die Pro-Caddy-Argumente zusehends im riesigen Laderaum. Da helfen auch die schicken Extras nichts.

Golf Alltrack 2.0 TDI, Caddy Alltrack 2.0 TDI, HeckansichtFoto: Achim Hartmann
Trotz 1.500 Euro Mehrkosten bleibt der Vorteil beim Golf Variant.

Vorteil für den Kombi

Der Golf ist souverän, der Caddy einfach nur groß.

Den knapp 1.500 Euro höheren Grundpreis des Variant muss das Budget einer Familie erst einmal verkraften, zugegeben. Der Gegenwert: das rundum souveränere Fahrzeug, vor allem beim Federungskomfort, bei der Agilität sowieso. Hinzu kommt der trotz stärkerem Motor niedrigere Verbrauch. Und der Platz? Für die Passagiere abgesehen von etwas weniger Kopffreiheit üppig, der Laderaum ist ausreichend groß. Kurzum: Den Golf möchte man haben, den Caddy muss man wollen.

Technische Daten
VW Golf Alltrack 2.0 TDIVW Caddy Alltrack 2.0 TDI 4Motion
Grundpreis33.075 €31.868 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4578 x 1799 x 1515 mm4430 x 1793 x 1891 mm
KofferraumvolumenVDA605 bis 1620 L
Hubraum / Motor1968 cm³ / 4-Zylinder1968 cm³ / 4-Zylinder
Leistung110 kW / 150 PS (340 Nm)90 kW / 122 PS (300 Nm)
Höchstgeschwindigkeit207 km/h178 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h8,9 s11,5 s
Verbrauch4,8 L/100 km5,4 L/100 km
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    In der Tat würde ich den Caddy eher mit Touran oder Sharan vergleichen, als mit einem Golf Variant. Zudem noch mit einem Alltrack. Der "normale" Golf Variant hätte es hier auch getan. Was den Preis des Golf wieder etwas drückt.
    Der Caddy ist ein absolutes Lademonster. Bei der Langversion passt dann neben sieben Passagieren auch noch das Gepäck für einen Urlaub mit an Bord, ohne die Sitze die Fahrräder eines Tour-de-France Teams.

    Wenn man auf die aufgezählten Extras ein wenig reduziert und auf den völlig ausreichenden 2.0TDI 102PS Motor zurückgreift, bekommt man ein preisgünstigeres Familienmodell. Wenn man den einen VW will. Schließlich spielen in der Liga auch sämtliche Franzosen (inkl. Mercedes Citan) mit. Wobei der Caddy sich was Platz, Technik und Verarbeitung etwas abhebt.

    Archer 18. November 2016, 16:07 Uhr
    Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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