VW Golf: Die Er-Volks-Story

Der VW-Golf ist nicht halb so alt wie sein legendärer Vorgänger, der "Käfer" und doch ebenfalls schon Legende, die jetzt in der sechsten Generation antritt.

Am 29. März 1974 - vor 34 Jahren - rollte der erste Golf I über den so genannten Kontrollpunkt 8 des Wolfsburger Volkswagen-Werkes. Eine automobile Erfolgsgeschichte voller Superlative nahm ihren Anfang. Der Golf wurde in den vergangenen drei Jahrzehnten zum erfolgreichsten jemals in Deutschland gebauten Auto; und als literarisches Bild für eine ganze "Generation Golf" längst auch zu einem Stück Kulturgeschichte.

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Als Nachfolger des "Käfers" bot der Golf I alles, was die Bundesbürger in den siebziger Jahren von einem Auto erwarteten: mehr PS, Frontantrieb, Motor vorne und einen geräumigen Kofferraum. Zwischen Käfer und Golf hatte es zuvor einige Modelle wie etwa den "VW-1500" gegeben, die mit ihren luftgekühlten Heckmotoren zu Flops wurden. Erst der kantige und zugleich schnittige Golf trat das Erbe der beschaulichen Rundlichkeit des Käfers erfolgreich an.

Die erste Generation

Der Golf I, gebaut nach den Entwürfen des italienischen Designers Giorgetto Giugiaro, startete in seiner kleinsten Version als 1,1-Liter-Vierzylinder mit 50 PS. Innerhalb von nur etwas mehr als zwei Jahren verkaufte VW eine Million Fahrzeuge des neuen Modells. Im Juni 1976 kam dann der Golf GTI. Die 110 PS unter seiner Haube entzückten vor allem die junge Generation und machten den GTI damals zum Inbegriff sportlichen Autofahrens. Zugleich begründete der GTI die Nische der sportlichen Kompaktmodelle. 1979 konzipierten die VW-Designer ein Golf-Cabriolet, das mit 388.522 Exemplaren nach Angaben des Konzerns zum meistverkauften offenen Wagen der Welt wurde. Im gleichen Jahr wurde auch der Stufenheck-Golf als Jetta eingeführt. 1980 ergänzte der Pickup Caddy die Golf-Familie.

1983 endete die Ära des Golf I nach 6.780.050 gebauten Fahrzeugen. Der Jetta wurde ein Jahr später abgelöst. Lediglich das Cabrio, das bei Karmann gefertigt wurde, lief noch bis 1993. Die Caddy-Produktion im ehemaligen Jugoslawien wurde 1992 durch den Bürgerkrieg beendet.

Die zweite Generation

Der 1983 präsentierte Golf II blieb dem Design des Vorgängers treu, legte aber in Größe und Radstand zu und wurde aerodynamischer geformt. Auch ihm wurde von 1984 bis 1992 wieder ein Jetta zur Seite gestellt. Doch neben dem Rucksack-Golf brachte die zweite Generation nach zahlreiche weitere Differenzierungen hervor. 1986 wurde dem Golf eine Visco-Kupplung unter das Bodenblech gepackt und so aus dem Fronttriebler ein Allradler gemacht. Eine Technik, derer sich 1988 auch der Rallye Golf und 1989 der bis dahin stärkste Golf, der auf 70 Exemplare limitierte Golf Limited mit 210 PS bediente. 1990 folgte dann noch der höhergelegte Golf Country als Syncro-Ableger. Einspritzanlagen und Katalysatoren passten die Motoren den gestiegenen Umweltanforderungen an. Ein G-Lader sorgte in den stärkeren Versionen für bis zu 160 PS. Prototypen eines Hybrid-Golfs und eines E-Golfs setzten bereits 1989 Zukunftssignale. 1991 endete dann die Produktion des Golf II, der zu den mittlerweile über 12 Millionen gefertigten Gölfen 6.301.000 beitrug.

Die dritte Generation

1991 startet die Generation drei des Wolfsburgers. Ein Jahr später folgt wieder der Jetta und ab 1993 die zweite Generation des Golf-Cabrios auf der technischen Plattform des Golf III. Als Highlights des Golf III sind die Einführung des ersten Sechszylinder in der Kompaktklasse im VR6 sowie der Start der TDI-Motoren zu nennen. Zudem ist der Golf ab 1993 erstmals auch als Kombiversion Variant zu haben. 1996 feiert der GTI sein 20-jähriges Jubiläum und darf erstmals auch mit einem Diesel unter der Haube antreten. Zeitgleich wird ABS zum Serienstandard im Golf. Nach 4.805.900 gebauten Exemplaren endet 1997 die Ära des Golf III.

Die vierte Generation

1997 debütiert der Golf IV. Er trägt erstmals eine vollverzinkte Karosse und V5-Motoren unter der Haube. Neben der nun Bora getauften Stufenheckversion war der Golf auch wieder als Variant und als Cabrio zu haben. Der Allradantrieb wurde von Visco- auf Haldex-Kupplung umgestellt und unter dem Namen 4Motion angeboten. Neben den Dieseln dürfen ab 2002 erstmals auch die Benziner direkt einspritzen. Mit dem 241 PS starken R32 erreicht der Golf 2002 neue Leistungshöhen und mit einer Gesamtproduktion von 21.517.415 Exemplaren überflügelt er den Produktionsrekord des Käfer. 2003 startet im R32 dann noch das DSG, endet aber auch nach 4,3 Millionen Fahrzeugen die Fertigung des Golf IV.

Die fünfte Generation

Die fünfte Golf-Generation trat 2003 an. Die Benzindirekteinspritzer werden mit Turboladern kombiniert und liefern so reichlich Leistung. 2005 folgt die Stufenheckversion, die wieder Jetta heißt sowie der Golf Plus mit höherer Karosse. 2007 folgt die zunächst verschmähte Kombiversion des Golf.

Mehr über:
VW | VW Golf

Golf-Historie

Modell-GenerationBauzeitStückzahl
Golf I 1974 - 1983 6.780.050
Golf II 1983 - 1992 6.301.000
Golf III 1991 - 1997 4.805.900
Golf IV 1997 - 2003 4.300.000
Golf V 2003 - 2008
Golf VI ab 2008


Modell-VariantenBauzeit
Golf I-GTI 1976 - 1983
Golf I-Cabrio 1979 - 1993
Golf I-Jetta (Stufenheck) 1979 - 1984
Golf I-Caddy (Pickup) 1980 - 1992
Golf II-GTI 1983 - 1991
Golf II-Jetta (Stufenheck) 1984 - 1992
Golf II-GTI G60 1988 - 1991
Golf II-Country 1990 - 1991
Golf III-GTI 1991 - 1997
Golf III-VR6 1991 - 1997
Golf III-Vento (Stufenheck) 1992 - 1998
Golf III-Cabrio 1993 - 1998
Golf III-Variant (Kombi) 1993 - 1999
Golf IV-Bora (Stufenheck) 1998 - 2005
Golf IV-Cabrio 1998 - 2002
Golf IV-4motion (Allrad) 1998 - 2003
Golf IV-Variant (Kombi) 1999 - 2006
Golf IV-GTI 2001 - 2003
Golf IV-R32 2002 - 2004
Golf V-GTI 2004 -
Golf V-Caddy (Kastenwagen) 2004 -
Golf V-Jetta (Stufenheck) 2005 -
Golf V-Plus (Hochdach) 2005 -
Golf V-Variant (Kombi) 2007 -
Golf V-R32 2005 -
Golf V-GT 2006 -
Golf V-CrossGolf 2006 -
Golf V-Blue-Motion 2008 -
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Baumann / dpa

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