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VW Golf

Die Geschichten der auto motor und sport-Redaktion

Foto: ams 15 Bilder

Der Golf - schlicht, sachlich, praktisch. Kein Auto, das für verrenkte Hälse, aber eines, das dennoch keinen kalt lässt. Nicht immer geliebt, aber von fast allen (mindestens einmal) im Autoleben gebraucht. 25 Millionen Gölfe wurden inzwischen gebaut. Mitarbeiter der auto motor und sport Redaktion erinnern sich an ihre ganz persönlichen Golf-Geschichten.

04.04.2007 Frank Volk

Christian Bangemann, Ressortleiter Test & Technik auto motor und sport:

"Ich gestehe, ich komme aus eine VW-Haushalt. Meine Eltern fuhren immer Modelle aus Wolfsburg, darunter waren auch zwei Gölfe, die natürlich auch von mir gelegentlich bewegt wurden. Aber reizvoll fand ich die Fahrten in diesen, doch stark an Kohlenkästen erinnernden Wagen eigentlich nie. Es war dann ja auch bald Schluss damit, denn mit zarten 19 Jahren kaufte ich meinen ersten eigenen VW, aber eben keinen Golf, sondern einen Käfer. Und dem sollten noch einige folgen.

Was am Käfer-Fahren reizvoller sein soll als am Herumrutschen im Golf? Tatsächlich ist es die Unzulänglichkeit des Ur-VW, er ist laut und lahm, was aber auf der anderen Seite wieder nicht zum Rasen verleitet. Außerdem ist die Kombination aus leichtem Vorderwagen und schwerem Heck bei regennasser Fahrbahn (ich bin aus Schleswig-Holstein) sehr unterhaltsam. Wutsch kommt das Heck, wo der Golf öde über die Vorderräder Richtung Kurvenausgang rubbelt.

Ein Vorteil des Käfers sei hier übrigens schonungslos erwähnt: Bei rostigen hinteren Kotflügeln hilft beim Käfer schon ein 13er-Schraubenschlüssel, beim Golf muss dagegen geschweißt werden. Überhaupt ist der Käfer für Schrauber ein Traum, sogar das Häuschen lässt sich nach dem Lösen von ein paar (leider meist festgegammelten) Schrauben vom Chassis abheben - das sind Möglichkeiten.

Fast hätte ich mir für den Winter, der Käfer stand trocken in der Scheune, mal einen Golf gekauft, es wurde dann aber doch ein Passat daraus, weil ich ein passendes Schrauberhandbuch geschenkt bekommen hatte. Diesem Passat folgten dann noch vier weitere, meist um 300 Mark teuer, aber nur 200 Mark wert, egal ich hatte ja mein Handbuch und meine große Werkzeugkiste.

Heute fährt meine Frau einen Golf, den aktuellen GTI. Manchmal leiht sie ihn mir."

Wolfgang Brettschneider, Chef vom Dienst, sport auto:

"Mein Golf-Zeitalter begann 1980 mit einem schwarzen GTI und einer üppigen Leistung von 112 PS. Ja, genau der mit dem Golfball auf dem Schaltkauf und als einziger "Tuningmassnahme" bestückt mit den damals angebotenen "original Pirelli-Alurädern" auf welchen Reifen der unglaublichen Dimension von 205/55.17 montiert waren. Eine echte Rakete. Da meine Frau und ich aber unserem ersten Kind entgegen sahen, brachte mich die beste aller Ehefrauen dazu, den GTI gegen einen gebrauchten BMW 520 in grauenvollem kupferfarbenem Lack, dafür aber mit vier Türen und reichlich Kofferraum, einzutauschen.

Wie groß die Liebe zu dem Nachfolger meines GTI war, sieht man daran, dass ich ihn nach einem halben Jahr gegen eine Charlston-Ente eintauschte, und der automobile Abstieg nahm seinen Lauf..."

Thomas Fischer, Editorial Director International auto motor und sport:

"Wer in meiner Jugendzeit Käfer fuhr, musste später auch Golf fahren. Schließlich waren beide Modelle aus Erfahrung gut. So besaß ich Mitte der achtziger Jahre einen viertürigen Golf I – jene Version nach dem Facelift mit den größeren Rückleuchten, gebraucht gekauft für 2.700 Mark. Der Motor war so belanglos, dass ich mich heute nur noch entsinne, dass es ein Benziner war. Mit Viergang-Schaltgetriebe.

Ich arbeitete damals als Werbetexter in Frankfurt am Main, und selbst in hippen Agenturkreisen galt man mit solch einem eigentlich spießbürgerlicher Golf als gut angezogen - sogar wenn er wie meiner dottergelb lackiert war. Das Gelbe vom Ei war er dennoch nicht. Noch schlimmer: Nach einem Käfer und einem Audi 80 - beide rost- und defektanfällig ­- markierte dieser Golf den Schlusspunkt meiner Beziehung zum VW-Konzern. Danach rührte ich privat kein Auto mehr aus Wolfsburg oder Ingolstadt an.

"Am Ende war ich froh, ihn los zu haben"

Mein Golf gebärdete sich nämlich trotz nicht einmal 70.000 Kilometern auf dem Zähler so launisch wie ein alter Jaguar. Fast jede Woche ging was anderes kaputt, nur eines war beständig: der Rostfraß. Mal leckte der Kühler, mal streikte der Anlasser, dann fielen die Türgummis ab, versagte die Tankuhr ihren Dienst, ließ sich eines Tages die Handbremse nicht mehr lösen, stellten die Scheibenwischer ihren Dienst ein. Selbst der Verkauf war ein Drama. Auf zwei Inserate meldeten sich gerade mal drei Interessenten. Am Ende war ich froh, die Karre endlich los zu sein - egal zu welchem Preis."

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