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VW Golf GLS Baujahr 1981

Der zuverlässige Urlaubsbegleiter

VW Golf GLS Reise Foto: Anna Matuschek 17 Bilder

Ab in den Urlaub! Jetzt sofort. In einer halben Stunde sind die Sachen gepackt, zehn Minuten später ist der Urlaubsdress übergeworfen, der Seelenschalter auf "Entspannung" gestellt. Etwa 1.300 Kilometer liegen vor dem VW Golf GLS. Schnell mal nach dem Öl und der Kühlflüssigkeit geschaut und los geht es.

15.10.2010 Powered by

Der VW Golf. 2009 habe ich den guten 1,3-Liter mit 60 PS aus dem Baujahr 1981 zum Preis von 450 Euro erstanden. Natürlich gab es dafür keinen gepflegten Garagen-Golf, sondern einen Gebrauchsgegenstand. Das sollte sich in meiner Obhut ändern. Zuverlässig sollte er sein, und alltagstauglich. Und anders als andere Autos.

VW Golf GLS mit Ausstattung "Gazelle"

Ein Glück, dass der VW Golf schon alleine mit seinem Erstlack in "Lemon"-Gelb besticht. Die Innenausstattung "Gazelle" ist zweifelsohne in einem guten Allgemeinzustand. Die Vorbesitzerin, eine Dame mit Doktor-Titel Jahrgang 1914, hatte sich offensichtlich immer gut um den Wagen gekümmert. Im März 2010 wird der VW Golf GLS 30 Jahre alt - umhüllt vom immer noch gut erhaltenen Erstlack. Dennoch haben 30 Jahre Gebrauch ihre Spuren hinterlassen.

Der klassische VW Golf-Rost findet sich an den hinteren Kotflügeln, den Schwellern, Türunterkanten und Endspitzen. Er hat sich langsam durchgefressen. Ich nehme diese Mängel vorerst gerne in Kauf. Er ist eben eine Ratte, ein Youngtimer mit ehrlicher Patina und Technik, die durch Einfachheit überzeugt.

Drehzahl-Qual auf der Autobahn

Aber zurück zur angeteaserten Geschichte. Es ist 19:45 Uhr als ich den Büroschlüssel umdrehe, 20:45 bis ich zuhause bin. Um 21:30 Uhr starten wir unseren Urlaub ans Meer. St. Girons Plage heißt der Campingplatz, auf dem man sich zum Entspannen eingemietet hat. Ob der VW Golf die lange Reise schaffen wird? Wir starten mit dem Beladen der Autos - dem Golf steht der Dachgepäckträger mit Holzbeplankung ganz hervorragend. Erst recht mit aufgeschnallten Surfbrettern. Schnell noch das kleine Gepäck verstaut und los geht die Reise Richtung französische Grenze.

Mein Kumpel David hat sich zur Mitreise im Golf hinreißen lassen. Über 1.000 Kilometer am Stück sind auch für routinierte Oldi-Fahrer so ermüdend, wie die Wartezeit vor den hiesigen Ämtern. Brav bahnt sich mein kleiner Wolfsburger den Weg, 120 km/h stehen auf dem Tacho. Das ist glatt gelogen. Digital mit dem Navi gemessen schlendert er mit gemütlichen 105 auf der Autobahn vor sich hin. Trotzdem steht der Drehzahlzeiger schon jetzt bei 4.300 Umdrehungen. Schuld daran ist das Vier-Gang-Getriebe. Es ist zwar knackiger als jedes Maica-Würsten, doch bei hohen Geschwindigkeiten foltert es den Golf mit einem fehlenden Gang.

Landsträßchen gefallen dem VW Golf GLS besser als Autobahnen

Ab der französischen Grenze wird es für den tapferen VW Golf GLS gemütlicher. Auf schmalen Landsträßchen fühlt er sich einfach wohler. Passt auch besser. Tankstopp. An der Zapfsäule gegenüber saugt ein VW T1 am Schlauch. Während wir den alten Bus bestaunen, checken dessen Fahrer unseren Golf. Gegenseitiges Daumen-Hoch mangels Sprachkenntnissen. Öl gut. Wasser gut. Abfahrt.

Die steigenden Temperaturen vermitteln: Wir kommen unserem Ziel immer näher. Der VW Golf quittiert die 36 Grad Außentemperatur mit einem Kühlflüssigkeits-Zeiger gen "Viel-Zu-heiß". Anstatt Klima gibt es im Youngtimer Sauna. Um die Sitze zu schonen beschließe ich im nächsten Supermarkt Handtücher als Schweiß-Auffangbecken zu besorgen. Gesagt getan. Und weil es am "Super Marche" eine günstige Tankmöglichkeit gibt, peile ich die nächste Zapfsäule an. Zündschlüssel umdrehen. Kupplung treten. Gang einlegen. Gas geben. Geht nicht.

Kleine Panne mit dem VW Golf GLS

Das Gaspedal fällt durch. Kurzfristig macht sich Panik breit. Gaszug gerissen? Kein Ersatz da. Wir haben Glück. Der Zug ist mit einem Gummipropfen am Pedal eingehängt. Schätzungsweise wegen der extremen Temperaturen hat sich das Plastik dünn gemacht und ist aus dem Loch geflutscht. Wir kommen mit dem Schrecken und minimalem Arbeitsaufwand davon. Nur noch 150 Kilometer bis zum Ziel. Langweilig, es gäbe wirklich überhaupt nichts, was an diesem Reststück in Sachen Golf erzählenswert wäre.

Vielleicht die schönen Pinienwälder oder die duftenden Lavendelpflänzchen. Wir erreichen St. Giron Plage an der Atlantik-Küste um 15:30 Uhr. Das Willkommens-Kronenburg (Pils-Bier in Frankreich) ist kaltgestellt. "Und mit dem seid ihr die ganze Strecke hierhergefahren", fragen uns deutsch-sprechende Camper. Die Antwort ist klar. Ein Blick unter die Motorhaube beweist: Öl gut. Wasser gut.

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