Das Motorenprogramm beginnt vorläufig mit zwei klassischen Saugmotoren (80 und 102 PS). Darüber rangiert der aufgeladene 1,4-Liter-TSI mit 122 und 160 PS, gefolgt vom Zweiliter-TSI mit 200 PS. Der alte Zweiliter-FSI mit 170 PS entfällt. Die Diesel werden komplett auf Common-Rail-Technik umgestellt und sind nun in zwei Hubraumvarianten mit 1,6 und 2,0 Liter erhältlich. Die Spritsparvariante Blue Motion, bislang nur für den 105-PS-TDI mit kleineren Lufteinlässen, tiefer gelegter Karosserie und länger übersetztem Getriebe zu haben, kann künftig als Ausstattungspaket für fast alle Motoren gewählt werden. Das gilt auch für die Start-Stopp-Automatik sowie die Bremsenergie-Rückgewinnung. Beide Techniken bietet VW ab Herbst zunächst für den Passat an, der Golf folgt im Sommer 2009.
Der Diesel-Hybrid, der gerade auf dem Genfer Autosalon vorgestellt wurde, gehört wahrscheinlich schon der Vergangenheit an, bevor er überhaupt eine Zukunft hatte. Der einfache Grund: zu teuer.
Opel: Doppelkupplung, Start-Stopp und E-Flex
Der Trend zu einer umweltgerechteren Technik geht natürlich auch an Konkurrent Opel nicht vorbei, und so wird es den Astra künftig ebenfalls mit einem aufgeladenen 1,4-Liter-Turbo geben, der gerade im Meriva-Konzept-Car präsentiert wurde. Ein Doppelkupplungsgetriebe, wie es VW für den Golf bereits anbietet, folgt erst einige Zeit nach dem Verkaufsstart 2010, genauso wie die Start-Stopp-Automatik, die zunächst im Corsa kommt.
Große Pläne hat die Marke bei der Umsetzung der E-Flex-Strategie. Dabei handelt es sich um ein Hybridsystem, das durch den Einsatz einer Lithium-Ionen- Batterie über 50 Kilometer rein elektrisches Fahren ermöglichen soll - vorgestellt auf der IAA in Form des Flextreme, bei dem ein 1,3-Liter-Diesel als Range Extenders nur einspringt, wenn die Kapazität der Batterie zur Neige geht. Opel will dieses Konzept künftig mit verschiedenen Dieseln und Benzinern bis hin zu ethanolbetriebenen Motoren anbieten und 20.000 bis 30.000 Einheiten pro Jahr in Europa verkaufen.
Insgesamt verspricht sich der Mutterkonzern GM von der Delta-Plattform, auf der nicht nur der Astra aufbaut, hohe Stückzahlen. Sie wird künftig bei Daewoo in Korea, Chevrolet in Europa, Saturn in den USA, Buick in China und von Saab genutzt, was eine kostengünstigere Entwicklung und Produktion erlaubt.
Golf soll günstiger werden
VW will dahinter nicht zurückstehen: Ausstattungsbereinigt soll der Golf günstiger sein als bislang und unter dem Strich auf dem Niveau des aktuellen Modells bleiben. Und schon jetzt gibt es Pläne für weitere Golf-Ableger: Das Klappdachcabrio Eos ist zwar gegenüber dem Astra TT mit ähnlicher Konstruktion erfolgreicher, aber VW-Chef Martin Winterkorn gilt als Freund der Stoffmütze, wie er sie zuletzt beim Audi A3 initiiert hat. Gut möglich, dass auch der Golf wieder mit Stoffverdeck auf den Markt kommt.
Der Astra muss auf eine ähnlich variable und komplexe technische Basis wie bei Golf und Passat noch bis zum übernächsten Modellwechsel im Jahr 2014/15 warten. Dann wird er voraussichtlich auf der Insignia-Basis aufbauen und im Werk Rüsselsheim gefertigt. Technisch muss sich daraus zwar nicht zwingend ein Patt ergeben, aber es klingt auf jeden Fall nach einem verbesserten Handikap.

