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VW-Halbjahresbilanz

Volkswagen trotz Einbußen in der Gewinnzone

Foto: dpa 71 Bilder

Europas größter Autobauer VW bleibt in der dramatischen Branchenkrise trotz massiver Einbußen in der Gewinnzone. Rückenwind durch die Abwrackprämie und eine breite Modellpalette sorgten für guten Absatz und retteten den Volkswagen-Konzern im ersten Halbjahr 2009 vor roten Zahlen.

30.07.2009

Auf dem Weg zu einem gemeinsamen Großkonzern mit dem Sportwagenbauer Porsche konnte Volkswagen zudem seine finanzielle Basis stärken. Die Barreserven lägen mit 12,3 Milliarden Euro um 4,3 Milliarden Euro höher als am Jahresende 2008, teilte das Unternehmen am Donnerstag (30.7.) in Wolfsburg mit. Der Konzerngewinn sank jedoch um mehr als 80 Prozent auf 494 Millionen Euro.    

VW-Chef Martin Winterkorn hatte zuletzt darauf hingewiesen, dass der Konzern zur Übernahme von Porsche momentan keine Kapitalerhöhung benötige. VW will den Sportwagenbauer bis 2011 als zehnte eigenständige Marke unter einem Dach eingliedern. Allerdings gibt es auf dem Weg dahin noch viele Unwägbarkeiten. Erst in der vergangenen Woche hatten die Wolfsburger den Machtkampf mit der Stuttgarter Sportwagenschmiede für sich entschieden, bis zum 16. August soll ein Grundlagenpapier entstehen.    

VW besser als Gesamtmarkt

Winterkorn betonte bei der Vorlage des Zwischenberichts, der bisherige Jahresverlauf zeige, dass VW auch in der Krise mit dem Modell des Mehrmarkenkonzerns bestens gerüstet sei. Volkswagen habe deutlich besser abgeschnitten als der Gesamtmarkt, der fast 18 Prozent im ersten Halbjahr verloren habe. "In einer besonders schwierigen Phase auf den internationalen Automobilmärkten ist es uns gelungen, wichtige Marktanteile zu gewinnen. Damit haben wir unsere Ausgangsposition auf dem Weg an die Spitze weiter verbessert", sagte der VW-Chef. Winterkorn hat sich zum Ziel gesetzt, Toyota zu überholen und der weltgrößte Autobauer zu werden.    

Das operative Ergebnis ging im ersten Halbjahr von 3,4 auf 1,2 Milliarden Euro zurück. Darin enthalten ist mit 0,6 Milliarden Euro der Ertrag aus dem Verkauf des brasilianischen Nutzfahrzeuggeschäfts an den Münchener MAN-Konzern. Der Umsatz sank um 9,4 Prozent auf 51,2 Milliarden Euro. Bei den weltweiten Auslieferungen verbuchte Volkswagen jedoch nur ein Minus von 4,4 Prozent auf 3,1 Millionen Autos. Neu eingeführte Modelle wie der VW Golf VI , Audi Q5 , Skoda Superb und Seat Ibiza hätten erfreuliche Absatzzahlen, teilte der Autobauer mit.

Prognose für das zweite Halbjahr schwierig

Auch in der zweiten Jahreshälfte werde sich der Volkswagen-Konzern dem Abwärtstrend nicht entziehen können, hieß es in dem Zwischenbericht. Wegen "des äußerst schwachen Geschäfts" in den ersten sechs Monaten gehe Volkswagen unverändert davon aus, das Ergebnisniveau der Vorjahre nicht erreichen zu können. Allerdings rechne VW weiter mit einem positiven Ergebnis und wolle zudem erneut Marktanteile gewinnen. Eine genaue Prognose sei wegen der unsicheren Wirtschaftslage allerdings nicht möglich.   

Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch unterstrich, höchste Priorität habe es, die finanzielle Handlungsfähigkeit zu erhalten. "Gleichzeitig investieren wir mit Augenmaß in die Erneuerung und Erweiterung unseres zukunftsweisenden Produktportfolios", sagte Pötsch. Die Investitionen lagen im ersten Halbjahr mit 2,2 Milliarden Euro um 22,5 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum.    

Die Entwicklung der einzelnen Marken wurde weiterhin erheblich durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise belastet. Absatz, Umsatz und Ergebnis verzeichneten bei allen Pkw-Konzernmarken zweistellige Minusraten. Bei der Kernmarke Volkswagen ging der Umsatz um 17,5 auf gut 31 Milliarden Euro und das operative Ergebnis von 1,3 Milliarden Euro auf 216 Millionen Euro zurück. Gute Geschäfte machte der Konzern vor allem in China, aber auch in Brasilien und in Deutschland.    

Bentley und Seat in den roten Zahlen


Audi erreichte bei einem Absatzrückgang von 13,6 Prozent weltweit immer noch ein Ergebnis von 823 Millionen Euro - ein Rückgang um 36,6 Prozent, aber angesichts der Marktlage doch ein "erstaunliches Ergebnis", sagte Nord/LB-Autoexperte Frank Schwope. Es entspricht einer EBIT-Marge von 5,7 Prozent. Die Luxusmarke Bentley rutschte in die roten Zahlen, ebenso das spanische Sorgenkind Seat, das sich erst im vorigen Jahr aus der Verlustzone befreit hatte. Volkswagen Nutzfahrzeuge rettete der Verkauf des brasilianischen Geschäfts im ersten Quartal vor Verlusten.

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