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Karmann-Rettung

VW könnte Cabriospezialist übernehmen

Foto: Karmann 37 Bilder

Der insolvente Cabriospezialist Karmann hat noch eine Chance auf Rettung: Europas größter Autobauer Volkswagen verhandelt mit den Karmann-Gesellschaftern über eine Übernahme des vom endgültigen Aus bedrohten Zulieferers.

26.10.2009

Entsprechende Verhandlungen bestätigte der Sprecher der Karmann-Gesellschafter, Roland Leithäuser. Die Gespräche liefen schon seit geraumer Zeit, sagte er. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" bietet VW einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag. Die Online-Ausgabe der "Neuen Osnabrücker Zeitung" berichtete, die Karmann-Gesellschafter forderten rund 65 Millionen Euro.

Karmann droht die Schließung am 1. November

Der Sprecher der Gesellschafter wollte das nicht bestätigen. Zu Details und Inhalten könne er mit Blick auf die laufenden Beratungen keine Angaben machen, sagte Leithäuser der dpa. Die Eigentümer seien aber verhandlungsbereit. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass es VW um größere Teile des Osnabrücker Werksgeländes geht, nicht um den ehemaligen Karmann-Standort im nordrhein-westfälischen Rheine.

Die Wolfsburger VW-Konzernzentrale wollte sich nicht äußern. Volkswagen war früher ein großer Karmann-Kunde und hatte erst im August einen Entwicklungsauftrag an das Unternehmen vergeben. Seit Monaten wird über einen möglichen Einstieg von Volkswagen bei Karmann spekuliert. Karmann droht ohne frisches Geld schon am 1. November die endgültige Schließung - und den verbliebenen 1.600 Beschäftigten der Verlust ihrer Jobs. Die Hälfte von ihnen soll ohnehin entlassen werden. Die Autokrise hatte den schon angeschlagenen Cabriobauer schwer erwischt. Ende Juni war das Insolvenzverfahren eröffnet worden.

Die Zukunft des maroden Unternehmens hänge nun von den drei Eigentümerfamilien Battenfeld, Boll und Karmann ab, schreibt der "Spiegel". An deren aus VW-Sicht unrealistischen Forderungen scheitere bisher eine Übernahme durch den Wolfsburger Autobauer. Der VW-Konzern sei aber zu keinerlei Verhandlungen über den angebotenen Kaufpreis bereit. Es werde ohnehin schwer genug, Karmann zu sanieren.

Insolvenzberater kämpft um Verschnaufpause für Karmann

Der Sprecher von Karmann-Insolvenzverwalter Ottmar Hermann, Pietro Nuvoloni, wollte die Berichte nicht kommentieren. Man wolle die Entwicklungen in dieser entscheidenden Phase nicht beeinflussen. "Karmann steht aufgrund der sehr angespannten Liquiditätssituation mit dem Rücken zur Wand", sagte Nuvolini. Der Insolvenzverwalter nutze aber alle Möglichkeiten, um die drohende Schließung des Unternehmens noch abzuwenden. Karmann habe kaum noch Aufträge in nennenswerter Höhe. Der Insolvenzverwalter verhandele mit allen Autoherstellern, die noch offene Rechnungen bei Karmann hätten. Insgesamt gehe es dabei um eine zweistellige Millionensumme. Wenn einige Rechnungen noch in kürzester Zeit beglichen würden, sei das zumindest "eine kleine Verschnaufpause", sagte Nuvolini.

Daimler schuldet Karmann angeblich noch einen zweistelligen Millionenbetrag

Entscheidend sei aber, wie es mit möglichen Investoren weitergehe. Nach Informationen der "Neuen Osnabrücker Zeitung" hat zumindest BMW inzwischen offene Rechnungen beglichen. Karmann hat in großem Umfang Außenstände bei Autobauern, allein Daimler schuldet dem Unternehmen der Zeitung zufolge einen zweistelligen Millionenbetrag. Eine Bestätigung dazu gab es nicht. Nach dem Zeitungsbericht will Daimler an diesem Montag (26.10.) über eine Gesamtlösung sprechen.

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