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VW Konzernabend IAA 2015

Neue SUV und Porsche auf "Mission E"

IAA-VW-Abend Foto: Stefan Baldauf 39 Bilder

VW hat auf dem Konzernabend im Rahmen der IAA nicht nur drei neue SUV vorgestellt, sondern auch einen vollelektrischen Sportwagen von Porsche und eine Designstudie des kommenden Bugatti-Supersportlers.

14.09.2015 Patrick Lang

VW hat seinen traditionellen Konzernabend mit dem Titel "On The Move" bedacht. Und in der Tat: Auf der Agenda stehen einige Neuheiten, die für Bewegung sorgen dürften oder das zum Teil bereits getan haben. Etwa die Grundsatzentscheidung einen Biturbo in den neuen Porsche 911 zu pflanzen und dem Sauger Lebewohl zu sagen. Auch Audi öffnet ein neues Kapitel und will mit dem Q6 eine Lücke in der Modellpalette schließen. Dazu liefert Bentley das stärkste und schnellste SUV der Welt und Bugatti bewegt sich in Richtung Chiron.

Auf der Volkswagen Group Night 2015 wird jeglichen Spekulationen nun ein jähes Ende bereitet. Nägel mit Köpfen, Butter bei die Fische und Tacheles: Was steht für die Konzern-Zukunft auf dem Programm? Nach dem dritten Gong hat endlich jeder in der Fraport Arena einen passenden Platz gefunden. Man versteht es, hier die Spannung hoch zu halten, denn fast eine dreiviertel Stunde passiert erstmal gar nichts. Lediglich drei schwach sichtbare Kreise auf dem Boden deuten spätere Standpunkte von Autos an.

Seat Leon Cross Sport Concept kommt als Kompakt-SUV

Dann fährt das erste Auto auf einer videoprojezierten Straße über die Bühne. Eine kleine Überraschung, es ist der Seat Leon Cross Sport Concept - ein Kompakt-SUV, das ab Anfang 2016 auf den Markt kommen soll. Als "Urban Rebel der Seat Familie", bezeichnet Seat-CEO Jürgen Stackmann das 300-PS-Modell. In 4,9 Sekunden geht es von 0 auf 100, Seat Full Link ist ebenso an Bord wie natürlich auch Allradantrieb.

Audi E-Tron Concept IAA 2015Foto: Audi
Audi E-Tron Quattro gibt Ausblick auf den Audi Q6.
09/2015, Porsche Mission E
Porsche Mission E im Video 53 Sek.

Wo wir grade von SUVs sprechen, das nächste Modell ist einer der extremeren Vertreter dieser Gattung. Der Bentley Bentayga wird präsentiert. "Das einzigartige Bentley-Feeling können Sie jetzt in jedem Gelände und in jeder Klimazone genießen", sagt Wolfgang Dürheimer. Mit 608 PS und Sechsliter-W12 ist der Bentley Bentayga sicherlich an der Power-Spitze in der SUV-Kategorie. Trotz wuchtiger 2,4 Tonnen Gewicht geht es mit 900 Nm Drehmoment vorwärts. Im Inneren des Luxus-Briten dominieren standesgemäß Holz und Leder. Das die Ausstattung einen großen Bildschirm, eine 1.950-Watt-Anlage, Massage-Funktion und 22-fach verstellbare Vordersitze beinhaltet ist ja eigentlich Ehrensache. Ein Offroad-Paket gibt es auch, obwohl das vermutlich nicht das Standard-Terrain des Bentayga sein dürfte. Die Basis für das edle SUV stellt der Audi Q7.

Dann wird es laut: Der Lamborghini Huracán LP 610-4 Spyder fährt einmal mit offenem und einmal mit geschlossenem Verdeck vor. "Kraftvolles Feeling gepaart mit einem Lifestyle, der zu eine puristischen Roadster hat", so beschreibt Lambo-Chef Stephan Winkelmann den Sportwagen. Das schließt und öffnet übrigens innerhalb von 17 Sekunden. Wie im Audi R8 arbeitet auch hier ein V10 mit 610 PS.

Bugatti liefert Ausblick auf kommenden Supersportler

Man bleibt sportlich: Das Showcar Bugatti Vision Gran Turismo soll einen Ausblick auf die kommende Designsprache der Marke geben und damit auch auf den Bugatti Chiron, der den legendären Veyron beerben soll. Im neuen Geschwindigkeitsflagschiff wird ein modifizierter W16-Motor 1.500 PS leisten. Mehr Beast als Beauty, verspricht Wolfgang Dürheimer. Und bis dahin ist der Vision Gran Turismo, zumindest für alle Playstation-Besitzer, ein Wartezeit-Trostpflaster, denn der Renner ist digital im Spiel Gran Turismo fahrbar.

Es werden etwas leisere Töne angestimmt, mit Vogelgezwitscher und Akustik-Gitarre kommt der VW T6 zum Vorschein. Eckhard Scholz, CEO von VW Nutzfahrzeuge, lobt die Fahrassistenz-Systeme, das Online-Infotainment und hat sogar eine Ducati im Fond. Die Außen- und Innenabmessungen ändern sich im Vergleich zum Vorgänger nicht. Anmutung, Fahrkomfort und Assistenzsysteme hingegen schon. Edler und umfangreicher geht es im Volkswagen-Bus zu. Erstmals ist ein adaptives Fahrwerk an Bord und auch die neue Motorengeneration macht eine gute Figur. Alle erfüllen die Euro-6-Norm und verbrauchen im Schnitt 14 Prozent weniger.

09/2015, Porsche Mission EFoto: Porsche
Porsche zeigt mit dem Mission E, wie die Zukunft des E-Autos aussehen soll.

Audi Bestseller ab November neu aufgelegt

“On the move to piloted driving” steht auf der Leinwand. A4 Limousine und Avant und der Audi A4 g-tron, der auch mit Gas betrieben werden kann, betreten die Bühne. Äußerlich gibt es nur geringfügige Anpassungen. Die wahren Neuheiten verbergen sich unter dem Blechkleid. Auch beim A4 kommt das digitale Cockpit zum Einsatz und die Konnektivität zu iPhone und Android ist ebenfalls an Bord. Technisch wurden beispielsweise eine neuentwickelte Fünflenkerachse und erstmals eine elektromechanische Lenkung verbaut. Im Vergleich zum Vorgänger ist das Mittelklasse-Modell 120 Kilo leichter geworden. Zum Verkaufsstart im November soll es sieben Motoren geben, darunter auch einen V6-Diesel mit 272 PS.

Pilotiert, voll vernetzt und voll elektrisch, so wird dann der Q6, bzw. der E-Tron Quattro, angekündigt. "Man muss nicht zwingend immer der Erste sein, aber dann wenn man kommt dafür der Beste", kommentiert Rupert Stadler den Q6. Die Vorstellung des E-SUV übernimmt Ulrich Hackenberg, Entwicklungschef bei Audi. Die IAA-Studie E-Tron Quattro Concept zeigt bereits viele Details des 4,88 Meter langen Großraum-Stromers. So sollen drei Elektromotoren die Aufgabe des Antriebs übernehmen. Einer an der Vorder- und zwei an der Hinterachse. Insgesamt kommt der E-Audi damit auf 435 PS. Die Batterie soll eine Energiekapazität von 95 kWh haben und sich via Gleichstrom in 50 Minuten vollständig laden lassen. Auch eine Aufladung mit Wechselstrom soll möglich sein. Zusätzlich wird der Q6, wie auch der Tiguan GTE, Solarzellen auf dem Dach tragen. Innen wächst das volldigitale Virtual Cockpit auf 14 Zoll und ist erstmals leicht gebogen.

Die Ducati Monster 1200 R, die vorher noch im Laderaum des T6 stand, beweist nun, dass sie auch wirklich fahren kann. CEO Claudio Domenicali verspricht: “More Monster than ever”. Mit 160 PS geht es in 3,2 Sekunden von null auf 100, bei 255 km/h ist Schluss.

VW Tiguan rahmt Rallye-Champions ein

Nachdem auch der Skoda Superb Combi sein Stelldichein geben durfte, steht auf der Leinwand "On the move to a connected world" geschrieben. Heinz-Jakob Neußer, Entwicklungschef der Marke Volkswagen, präsentiert die neuen VW Tiguan. Extrem reduzierter vorderer Überhang, scharfe Designausprägung, die neue Gestaltungssprache der Marke. Der Erfolgs-SUV wird im Frühjahr 2016 abgelöst, ist 50 Kilo leichter und wächst auf 4,49 Meter Länge. Im neuen Motorenprogramm sind vier Benziner (125, 150, 180 und 220 PS) und ebenso viele Diesel (115, 150, 190 und 240 PS). Bis zu 24 Prozent sparsamer sollen die Aggregate arbeiten. Die Basismotorisierungen rollen mit Frontantrieb über die Straße, für die höheren Ausführungen gibt es Allradantrieb. Im Innenraum findet sich nun erstmals ein Head-Up-Display, und die bereits bekannten volldigitalen Hauptinstrumente. Dann wird nochmal nachgelegt und zwar mit Sébastian Ogier und Julien Ingrassia den frischgebackenen Rallye-Champions. Die freuen sich, eingerahmt von einem Offroad-Tiguan und einer Ausführung in R-Line, über die gute technische Basis ihres Polo WRC und das Team. Und dann kommt ein weiteres Familienmitglied des Tiguan-Clans mucksmäuschenstill angerollt: Der Tiguan GTE, die Plug-In-Hybrid-Variante mit 218 PS und Solarmodulen auf dem Dach, die für 1.000 weitere Elektro-Kilometer pro Jahr sorgen sollen.

Bugatti Vision GT, 09/15, Le Mans Racing ScenesFoto: Bugatti
Der Bugatti Vision GT ist zwar nur eine Studie für ein Playstationspiel, trotzdem gibt das Modell einen Ausblick auf das Design des kommenden Chiron.

In diesem Sinne passt auch die Vorstellung der Technologie V-Charge. Dieses Konzept umfasst vollautomatisiertes Aufladen und Einparken. Beim Verlassen des Fahrzeuges wird das System via Smartphone aktiviert und das Auto fährt selbstständig zu einem Induktions-Ladepunkt. Dann steuert das Auto automatisch eine leere Parklücke an, damit andere den Ladepunkt nutzen können. Zum Verlassen des Parkhauses wird der Wagen einfach wieder per Smartphone zurückgerufen.

Porsche überrascht mit Elektro-Sportler "Mission E"

911 Carrera S Cabrio und Coupé treten auf. Die leichten Design-Eingriffe in Heckleuchten, Lamellen und Kühlergrill werden klar von der Motoren-Debatte überlagert. Schluss mit dem Sauger, ab sofort wird flächendeckend Biturbo-beatmet. Der Hubraum schrumpft auf drei Liter, was bleibt sind sechs Zylinder als Boxermotor. Die Leistung steigt auf 370, bzw. 420 PS im Carrera S. Mehr Fahrdynamik bei geringerem Verbrauch (7,7 Liter NEFZ-Zylkus) werden versprochen. Über eine Rundenzeit auf der Nordschleife wird indes noch spekuliert. Man „vermutet“ 7:30 Minuten.

Apropos Spekulation: Porsche-CEO Matthias Müller fährt in einem Conceptcar mit Namen Porsche Mission E vor. Gestensteuerung, beste Vernetzung, 600 Elektro-PS und in unter 12 Sekunden auf 200 km/h. Die Reichweite soll 500 Kilometer bei expliziert sportlicher Fahrweise betragen. Ein Ladevorgang auf 80 Prozent ist in unter 15 Minuten erledigt. „Bislang gibt es noch keinen Elektrosportwagen, der den Namen Porsche verdient. Deshalb bauen wir jetzt einen“, blickt Matthias Müller in die nahe Zukunft.

Nach dieser Überraschung betritt Martin Winterkorn die Bühne. "Die gesellschaftlichen und technologischen Umbrüche unserer Zeit fordern neue Antworten", stellt Winterkorn fest. 20 weitere Elektroautos bis 2020, darunter den neuen Phaeton, sollen aus dem Hause Volkswagen kommen. Ohne, dass Autos wie der Porsche 911, der Lamborghini Huracán oder der Bentley Bentayga ihren Platz in den Herzen der Fans und der Automobilwelt verlieren würden. Für´s Erste nehmen sie jedoch alle zusammen ihren Platz auf der Bühne ein, um sich den neugierigen Blicken auf nächster Nähe zu stellen.

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