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VW

Lohnkosten schneller senken

Volkswagen-Konzernchef Bernd Pischetsrieder hat erneut die dringende Notwendigkeit drastischer Kostensenkungen besonders an den europäischen Standorten betont. Diese seien noch weit davon entfernt, profitabel in die USA und andere Märkte zu exportieren, sagte Pischetsrieder am Mittwoch (24.8.) auf einer Analystenkonferenz in London. VW müsse seine Personalkosten schneller senken als geplant.

24.08.2005

Die Kostenstruktur sei zu hoch, sagte der Konzernchef. "Das Problem, dass wir nicht profitabel aus Europa exportieren können, ist nicht nur ein Problem von Volkswagen, sondern der gesamten europäischen Autoindustrie."

Bei den Personalkosten war es bisher das Ziel des Unternehmens, diese bis 2011 um zwei Milliarden Euro zu senken. Dies müsse früher erreicht werden, sagte Pischetsrieder. Dazu werde derzeit über mehrere Varianten gesprochen. Möglichkeiten seien eine Senkung der Löhne, ein Personalabbau oder sogar beide Maßnahmen in Kombination. Die Tarifvereinbarung vom vergangenen Jahr sieht eine Senkung der Arbeitskosten um eine Milliarde Euro vor.

Im Zuge des Sparkurses verhandelt das VW-Management derzeit mit dem Betriebsrat über neue Arbeitszeiten im Stammwerk Wolfsburg. Die Unternehmensführung will mit dem Wegfall von Nachtarbeit und Zuschlägen rund 70 Millionen Euro einsparen. Die Gespräche waren am Dienstag ergebnislos auf die kommende Woche vertagt worden.

Sparen mit "ForMotion plus"

Insgesamt will der VW-Konzern früheren Angaben aus Branchenkreisen zufolge in den kommenden drei bis vier Jahren rund zehn Milliarden Euro einsparen. Ein Sparpaket "ForMotion plus" ist Nachfolger des Programms "For Motion", das Ende 2005 ausläuft und im laufenden Jahr Kosteneinsparungen von 3,1 Milliarden Euro bringen soll. Pischetsrieder bekräftigte, bis 2008 solle das Vorsteuerergebnis des Konzerns um vier Milliarden Euro verbessert werden. 2004 lag das Konzernergebnis vor Steuern bei rund 1,1 Milliarden Euro.

Auf seinem wichtigsten Auslandsmarkt China sieht VW Fortschritte. Dank des Sparkurses und des anlaufenden Umbaus etwa beim Vertrieb sei im laufenden Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis möglich, sagte VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch. Im ersten Halbjahr 2005 hatten die chinesischen Gesellschaften ein operatives Minus von 23 Millionen Euro verzeichnet, nach einem Plus von 251 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

In den USA dagegen rechnet VW vorerst nicht mit einem Ende der Ertragskrise. Im laufenden Jahr erwartet der Autobauer dort einen ähnlich hohen Verlust wie 2004. Es werde in den USA dieses Jahr nicht substanziell besser werden als im vergangenen Jahr, sagte Pischetsrieder. 2004 hatte VW unter anderem wegen der Rabattschlacht und Wechselkursbelastungen einen operativen Verlust von knapp einer Milliarde Euro eingefahren. Pischetsrieder sagte erneut, auch 2006 werde es schwierig, in den USA schwarze Zahlen zu schreiben.

Kritiker werfen VW zudem eine verfehlte Modellpolitik vor. VW verhandelt derzeit mit dem Konkurrenten Chrysler über den Bau eines Mini-Van in den USA, um seine Modellpalette zu erweitern.

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