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VW-Marken-Boss Bernhard

VW-Krise wird schlimmer

Foto: VW

VW-Markenchef Wolfgang Bernhard erwartet eine Verschärfung der Krise bei der Konzern-Kernmarke. "So gut wie es uns jetzt geht, wird es uns die nächsten drei Jahre nicht mehr gehen. Und es geht uns nicht gut", sagte Bernhard der VW-Mitarbeiter-Zeitung "Autogramm".

15.07.2005

Bernhard weiter: "Wir haben uns die Frage gestellt: Was müssen wir leisten, um die nächsten Jahre zu überstehen." Das Ergebnis sei das Sparprogramm von sieben Milliarden Euro. Die Marke VW schreibt derzeit rote Zahlen.

Branchenkreisen zufolge will der Autokonzern in den kommenden drei bis vier Jahren rund zehn Milliarden Euro einsparen. Bis Ende 2008 soll das konzernweite Nettoergebnis dadurch um vier Milliarden Euro verbessert werden. 2004 war der Konzerngewinn erneut deutlich gesunken.

Zwei Milliarden für Vertriebs-Schub

Bernhard sprach mit Blick auf das neue Sparprogramm "ForMotion plus", Nachfolger von "ForMotion", es müsse gelingen, einen "Verbesserungsschub in allen Bereichen" zu erreichen. Die Summe von sieben Milliarden Euro gliedere sich auf in zwei Milliarden Euro durch eine Leistungssteigerung im Vertrieb sowie fünf Milliarden Euro durch Kostenreduzierungen. Bei letzterem "diskutiere" VW rund drei Milliarden Euro auf der Materialseite, 1,3 Milliarden Euro auf der Produktions- und rund 500 Millionen Euro auf der Gemeinkostenseite. Das neue Sparprogramm soll im November dem Aufsichtsrat zur Zustimmung vorgelegt werden.

Golf-SUV: 850 Euro fehlen

Bernhard sagte zudem, VW habe für das zweite Halbjahr 2006 "Verkaufsförderungen" von 40 Millionen Euro beschlossen, um den Absatz der in Wolfsburg gefertigten Modelle anzukurbeln. Dies ist vor allem der Golf. Um "weitere Produktionsrücknahmen" zu vermeiden, wäre ein neues Schichtmodell in Wolfsburg ein "Weg". Die Verhandlungen darüber liegen aber seit Beginn der Korruptionsaffäre auf Eis.

Bernhard forderte außerdem Zugeständnisse des Betriebsrates beim geplanten Bau eines Golf-Geländewagens in Wolfsburg. "Für den Markterfolg fehlen uns noch rund 850 Euro Kostensenkung pro Fahrzeug, die wir produktseitig nicht mehr schließen können. Zurzeit laufen die Gespräche mit dem Betriebsrat, diese 850 Euro mit Maßnahmen zu belegen."

Bis zum 20. August müsse es ein Ergebnis geben, damit der Geländewagen beschlossen werden könne. "Jede Verzögerung schadet dem Produkt und nützt unseren Wettbewerbern." Bernhard: "Eine schnelle Einigung würde uns ermutigen, mit weiteren Produktvorschlägen zur Sicherung der Beschäftigung an den Betriebsrat in Wolfsburg heranzutreten."

Der VW-Gesamtbetriebsrat hat dagegen erneut davor gewarnt, den Sparkurs "einseitig" zu Lasten der Belegschaft zu fahren. Bestehende Verträge müssten eingehalten werden, heißt es in einer am Freitag in Wolfsburg veröffentlichten Erklärung. Der Betriebsrat stehe dazu, dass die "Strukturen und Prozesse" bei der Marke Volkswagen verändert werden müssten, um die Kosten zu optimieren. Nach dem Sommerurlaub würden die Einzelheiten mit Vorstand und Management diskutiert.

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