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VW-Neuheiten bis 2017: Neue Vans, ein SUV und ein Luxusliner

In den kommenden drei Jahren erneuert und erweitert VW sein Modellprogramm massiv. 2015 debütieren die Nachfolger von Tiguan und Touran, Caddy und Multivan. Speerspitze des Masterplans: der nächste Phaeton, der die Mercedes S-Klasse in den Schatten stellen soll.

Das war schon ein echter Paukenschlag im Vierzylinder, jenem berühmten BMW-Hauptquartier am Petuelring unweit des Münchner Olympiageländes, als BMW-Entwicklungschef Herbert Diess am Freitag, den 5. Dezember 2014, um 14 Uhr ins Büro des Vorstandsvorsitzenden Norbert Reithofer kam, um ihn über seine Kündigung zu informieren. Zu diesem Zeitpunkt hatte er den Machtkampf um dessen Nachfolge gegen Harald Krüger bereits verloren. Dass der selbst- und machtbewusste Diess das nicht auf sich sitzen lassen würde, hatten nicht wenige bei BMW erwartet. Doch dass er an diesem Tag Reithofer auch mitteilte, dass er am 3. Dezember beim VW-Konzern unterschrieben hatte und im Oktober 2015 neuer Chef der Marke VW wird, war für alle im Vierzylinder eine Überraschung. Hektisch wurde die Inthronisierung Krügers auf Dienstag, den 9. Dezember, nach der Aufsichtsratssitzung vorgezogen.

Was erwartet den Neuling aus Bayern in Wolfsburg? Vor allem eine bereits penibel vorbereitete weltweite Modelloffensive, mit der VW-Konzernchef Martin Winterkorn – bislang in Personalunion auch VW-Markenchef – nun die Früchte des sogenannten Modularen Querbaukastens (MQB) ernten will. 2012 bei VW mit der siebten Golf-Generation eingeführt, verfügt diese in Länge und Breite sehr flexible Architektur über eine technische Basis, mit der sich Autos bis zum hoch technisierten Passat auf die Räder stellen lassen. Eine Milliarden-Investition, die sich aufgrund zahlreicher Gleichteile in den neuen Modellen der kommenden drei Jahre nun richtig zu rechnen beginnt.

Touran kommt im März 2015

Los geht es 2015 mit dem neuen VW Touran, der seine Premiere im März auf dem Genfer Autosalon feiern wird. Mit einer Länge von gut 4,50 Metern wächst der beliebte Van um zehn Zentimeter. Auch der Radstand legt zu. Beides zusammen ergibt ein noch mal deutlich gesteigertes Platzangebot. Der Touran-Kunde gilt als eher preisbewusst, weshalb teure Extras wie das aus Audi TT und VW Passat bekannte volldigitale Kombi-Instrument erst später im Laufe des Modellzyklus und nur als Option angeboten werden sollen. Dafür ist der Einsatz eines günstigen Head-up-Displays geplant.

Als Basismotor dient auch künftig der 1,2-Liter-TSI-Benziner, dessen Leistung um fünf PS auf 110 steigt. Weiter reicht das Angebot an Benzinmotoren über den 1.4 TSI bis zum 180 PS starken 1.8 TSI – eine Leistung, die bislang in dem Kompakt-Van nicht verfügbar war. Den Löwenanteil am Verkauf wird auch beim neuen Touran der Zweiliter-Diesel mit dann 150 PS haben. Marktstart ist im Spätsommer.

Der neue VW Caddy kommt im Mai 2015

Ein wenig früher, nämlich im Mai, geht der Van der Nutzfahrzeugsparte ins Rennen. Der VW Caddy basiert allerdings nicht auf dem MQB, sondern auf der robusten Plattform des Vorgängers. Diese wurde aber von VW-Nutzfahrzeuge-Chefentwickler Hans-Joachim Rothenpieler sehr stark überarbeitet. Einige Teile wie etwa die Bremse stammen aus dem MQB, außerdem konnte das Geräuschniveau spürbar gesenkt werden. Intern heißt es, Eckhard Scholz, seit 2012 Chef von VW Nutzfahrzeuge, und Rothenpieler müssten in der Entwicklung einiges aufholen, was von Scholz’ Vorgänger Wolfgang Schreiber versäumt wurde. Auch wenn die Fortschritte beachtlich sind: Eine deutliche Gewichtsreduktion war in dieser kurzen Zeit nicht möglich – der Caddy speckt lediglich um sechs Kilogramm ab –, aber dank eines deutlich reduzierten cw-Werts und einer komplett neuen Motorenfamilie (Euro 6) gelang es, den Verbrauch um bis zu 15 Prozent zu senken. Für mehr hätte VW eine komplett neue Plattform gebraucht.

Das steht nun im Hinblick auf die strengen CO2-Vorgaben nach 2020 für die nächste Generation an. Highlight des neuen VW Caddy: Es wird ihn zukünftig als Diesel erstmals mit einem CO2-Ausstoß von unter 100 g/km geben. Das entspricht einem Normverbrauch von rund 3,8 l/100 km. Am Leistungsspektrum der Motoren ändert sich wenig, neu im Programm ist ein Erdgas-Turbo in Kombination mit einem Doppelkupplungsgetriebe (DSG). Darüber hinaus halten im Caddy Assistenzsysteme wie Müdigkeitswarner, Parklenkassistent, Multikollisionsbremse und City-Notbremsassistent Einzug.

VW Tiguan kommt Ende 2015/Anfang 2016

Und weiter geht die Modelloffensive. Schon auf der IAA im September steht die Neuauflage des Tiguan an, ein weiteres für VW sehr wichtiges Modell. Der SUV wächst parallel zum VW Touran ebenfalls auf eine Länge von 4,50 Metern. Wie bisher bietet VW seinen Kompakt-SUV wahlweise mit Front- oder Allradantrieb an. Anders als im Touran ist der kleine 1.2-TSI-Einstiegsbenziner nicht für den Tiguan vorgesehen. Das Angebot startet mit dem 125 PS starken 1.4 TSI und reicht bis zum 240-PS-Diesel aus dem Passat.

Das Kofferraumvolumen steigt um 50 auf dann 520 Liter – und das trotz eines vollwertigen Reserverades, an dem VW beim Tiguan festhält. Dank des Wechsels auf den MQB sinkt das Gewicht des Tiguan um rund 80 kg, trotzdem verfügt der SUV über eine Anhängelast von bis zu 2,5 Tonnen und eine mit rund 600 kg im Vergleich zur Konkurrenz hohe Zuladung. Auch der Tiguan bekommt eine Plug-in-Version, jedoch nicht mit der aus Golf und Passat bekannten Technik. Der Marktstart des neuen VW Tiguan steht je nach Verkaufsland voraussichtlich Ende 2015 oder Anfang 2016 an.

VW begnügt sich in der nächsten Modellgeneration aber nicht mit einem 4,50-Meter-Tiguan, sondern stellt ihm ab Herbst 2016 eine um 20 Zentimeter längere Version mit dritter Sitzreihe zur Seite. Darüber hinaus soll es Ende 2016 noch einen 4,90 Meter langen SUV auf MQB-Basis geben, der aber primär für die USA und einige andere Auslandsmärkte vorgesehen ist. Als Ableitung davon ist auch eine edle Coupé-Variante im Gespräch − vergleichbar mit den Brüdern X5 und X6 bei BMW. Es werden neben dem Touareg die einzigen SUV-Modelle, die auch mit einem Sechszylinder und als Vollhybrid erhältlich sein werden. Einen Ausblick auf das Design eines möglichen SUV-Coupés gibt VW Anfang 2015 auf der Detroit Auto Show. Das Coupé könnte 2017 oder 2018 kommen.

Kleiner SUV nicht beschlossen

Und was passiert unterhalb des Tiguan? Jetzt, wo der Topseller größer wird, ergibt sich eine Lücke für einen kleineren SUV mit einer Länge von 4,30 Metern, für dessen Realisierung aber bislang der Vorstandsbeschluss fehlt. Vom Tisch ist nach Informationen von auto motor und sport ein City-SUV auf VW-Up-Basis. "Das Auto rechnet sich einfach nicht", sagt ein Insider. Im Klein- und Kleinstwagen-Segment bleibt es also bei VW Up und Polo als Zwei- und Viertürer. Der Polo wird 2017 komplett erneuert.

Beim Golf steht bereits 2017 der Modellwechsel an, bei dem jedoch optisch nicht viel passieren wird. Außen sind nur leichte Designretuschen vorgesehen. Die Rückleuchten werden etwas größer. Technologisch tut sich dagegen einiges. So bekommt der Golf – zumindest optional – das umfangreiche Fahrerassistenzprogramm des Passat, ein Head-up-Display und neue Connectivity-Systeme, die die Integration von Smartphones weiter erleichtern sollen.

VW T6 debütiert auf der IAA 2015

Einen großen Wurf hat VW aber noch 2015 vor: Auf der IAA debütiert die sechste Generation des VW-Bus. Nachdem Mercedes mit der V-Klasse in Wolfsburg für einige schlaflose Nächte gesorgt hat, legt VW jetzt nach. Größtes Manko des aktuellen Multivan (T5) sind sein im Vergleich zum Mercedes mäßiger Federungskomfort auf den hinteren Plätzen und die recht einfache Materialanmutung im Innenraum. Um beim Fahrkomfort mithalten zu können, bekommt der T6 adaptive Dämpfer und eine in puncto Sitzkomfort deutlich verbesserte Bestuhlung.

Bulli-Fans dürfen sich darüber hinaus auf wesentlich wertvollere Materialien im Cockpit freuen. So soll der T6 größere Flächen bekommen, die wahlweise in Klavierlack, Wagenfarbe, gebürstetem Aluminium oder Edelholz gestaltet werden können. Die Bedienung lehnt sich stark an die der aktuellen MQB-Autos an. Ein volldigitales Cockpit wie beim Passat wird es aber zunächst nicht geben. Dafür konnten die Ingenieure von VW Nutzfahrzeuge das Geräuschniveau deutlich senken.

Auch der T6 basiert wie der Caddy auf der bekannten Plattform des Vorgängers, weshalb eine nennenswerte Gewichtsreduzierung nicht möglich war. Insbesondere durch einen verbesserten cw-Wert und die Überarbeitung aller Motoren (jetzt mit Euro 6 und serienmäßigem Start-Stopp-System) sinkt der Verbrauch trotzdem um rund 15 Prozent.

Das Leistungsangebot reicht beim Diesel von 85 bis 204 PS, beim Benziner von 150 bis 204 PS. Außerdem bekommt der T6 LED-Leuchten vorne sowie hinten und wie der Caddy jede Menge sicherheitsrelevante Assistenzsysteme. Ebenfalls neu und sehr praktisch: eine elektrisch öffnende Heckklappe, die mit den Parksensoren kombiniert ist. Das stellt sicher, dass die große Klappe in engen Lücken keine Schäden an Hindernissen oder anderen Fahrzeugen verursacht. Optischer Hingucker: Seit dem T2 gibt es den VW-Bus auf Wunsch erstmals wieder in einer Zwei-Farben-Lackierung.

Phaeton kommt Ende 2016/Anfang 2017

Derart auf jugendlich zu machen, verbietet sich für den nächsten Phaeton natürlich. Während seine Maße nahezu unverändert sind, bleibt unter dem Blech keine Schraube dieselbe. Er soll das komfortabelste Auto in seinem Segment werden – nicht mehr und nicht weniger. Sein erklärter Gegner ist die Mercedes S-Klasse, während der Audi A8, mit dessen nächster Generation sich der Phaeton die Architektur teilt, den fahrdynamischeren BMW 7er ins Visier nimmt. Ende 2016, spätestens Anfang 2017 soll der neue Phaeton an den Start gehen. Mit an Bord natürlich eine Stereokamera und alles, was es an Sensoren braucht, um Fahrbahnunebenheiten frühzeitig zu erkennen und wegzufedern − anders als bei der Mercedes S-Klasse auch nachts und bei höheren Geschwindigkeiten. Vor allem aber soll der Sitzkomfort für die Fondpassagiere seinesgleichen suchen.

Außerdem wird der Neue deutlich leichter als der Vorgänger, auch leichter als der Top-Mercedes. Anders als BMW setzt VW aber nicht auf Carbon, sondern auf hochfeste Stähle und vor allem Aluminium. Außen wie innen gibt sich der VW etwas gesetzter als der sportlich positionierte Audi A8, der bereits etwas früher (2016) debütiert. Zwar sollen das frei programmierbare Kombi-Instrument und das Mitteldisplay mit Touchscreen-Funktion noch mal spürbar größer werden als beim Passat, aber die Bedienung bleibt eher konservativ. Alles da, wo es hingehört, kein überflüssiger Schnickschnack – typisch VW. Neu: Der Phaeton bekommt Gestensteuerung. Einen ersten Ausblick gibt VW auf der wichtigen Messe Consumer Electronics (CES) in Las Vegas.

Der neue VW Phaeton wird zudem mit allem ausgerüstet, was das Autofahren sicherer und komfortabler macht. Nur einige Beispiele: Nachtsichtassistent, Head-up-Display, Luftfederung. Außerdem wird er voraussichtlich schon zum Marktstart teilautonome Fahrten auf der Autobahn inklusive selbstständiger Überholmanöver ermöglichen und über einen Stauassistenten verfügen, der bis Tempo 60 die Arbeit für den Fahrer übernimmt. Alles verpackt in einer statusbewussten Hülle mit reichlich Chrom und einem mit feinsten Materialien ausgekleideten Innenraum.

Keine Frage: Die nächste Generation des Oberklasse-VW soll das Meisterstück von VW-Konzernchef Martin Winterkorn werden, bevor er den Vorstandsvorsitz an einen Nachfolger übergibt.

Was wird die Aufgabe von Diess?

Ein Blick auf den VW-Masterplan bis 2017 genügt, um festzustellen: Für den neuen Markenchef Herbert Diess ist das Feld bestellt. Seine Aufgabe wird sein, die Modelloffensive in Top-Qualität durchzuexerzieren und dabei an der einen oder anderen Kostenschraube zu drehen. Einige Stellhebel sind sicher die vergleichsweise hohe Diversifizierung der Modelle, das breite Motorenangebot und die große Ausstattungsvielfalt.

Ein hohes Kostenbewusstsein wird dem Ex-BMW-Manager jedenfalls nachgesagt: "Diess ist in Verhandlungen gnadenlos, der hat als Einkäufer immer Top-Konditionen erreicht", heißt es in BMW-Kreisen. Die Rendite der Marke Volkswagen nach oben zu schrauben, das trauen ihm bei BMW alle zu – später den Vorstandsvorsitz von Winterkorn übernehmen zu können, zumindest viele.

Das Gerüst der neuen Modelle

Bereits heute nutzen VW Golf und Passat die Kernelemente aus dem großen Technik-Baukasten des Konzerns – doch das ist erst der Anfang.

Wie war das noch gleich? Der Modulare Querbaukasten (MQB)

Auf der hochflexiblen Fahrzeugarchitektur MQB bauen künftig nahezu alle Modelle von Polo bis Passat auf, aber auch der rund fünf Meter lange SUV, der vor allem US-Kunden vorbehalten sein wird. Durch die Vereinheitlichung unter anderem des Abstands zwischen Gaspedal und Radmitte, der Einbaulage des Motors sowie entsprechend konstruierter Triebwerke der EA211- und EA288-Familie rechnet VW mit einer Verdoppelung des Beschaffungsvolumens von 2012 bis 2018 – was sich entsprechend positiv auf die Kosten auswirkt. Zugleich sollen die Autos dank MQB leichter, sparsamer und komfortabler werden.

Der Plug-in-Hybrid für den Tiguan

Anders als bei Golf und Passat GTE wirkt der Motor zusammen mit dem 40-kW-EAggregat auf die Vorderachse, ein 85 kW starker Elektromotor treibt die Hinterachse an – und bei Bedarf den SUV allein. Rein elektrische Reichweite: rund 50 Kilometer

Diese Antriebskonzepte kommen

Langfristig bleiben die Verbrennungsmotoren die tragende Säule bei den Antrieben, nicht nur bei VW. Um weltweit den Anforderungen der Kunden zu entsprechen, kommen nicht nur Hybride und reine Elektroantriebe verstärkt dazu, das Angebot von Gas- und Ethanol- Varianten wird ebenfalls beibehalten. Hinsichtlich der Kraftübertragung steht weiterhin das Doppelkupplungsgetriebe im Fokus, künftig mit bis zu zehn Gängen, sogar zwölf wären möglich.

Der Nachfolger des Skoda Roomster wird ein Caddy-Ableger

"Wir würden einen neuen Roomster gern mit einem Partner im Konzern machen", sagte Skoda-Chef Vahland im Interview mit der Redaktion (Heft 1/2015). Hintergrund: Skoda verkauft rund 40.000 Roomster pro Jahr – zu wenig für ein eigenständiges Modell. Nach Informationen von auto motor und sport ist der Partner gefunden: VW Nutzfahrzeuge. Ende 2015 sollen die ersten Homologationsautos gebaut werden, der Marktstart ist für das Jahr 2016 vorgesehen.

Das Rennen um den Chefposten

Jens Katemann über die aussichtsreichsten Kandidaten für die Nachfolge von VW-Chef Martin Winterkorn. Keine Frage, als neuer Chef der wichtigsten Marke des Konzerns rückt Herbert Diess nun automatisch weit nach oben auf der Liste der Kandidaten, die einmal von Martin Winterkorn den VW-Vorstandsvorsitz übernehmen könnten. Diess bringt als gnadenloser Einkäufer und ehemaliger Entwicklungschef von BMW, einer der innovativsten Autofirmen der Welt, das ganze Rüstzeug mit, die Rendite der Marke zu verbessern – das aktuell wichtigste Ziel. Was ihm jedoch fehlt, ist der VW-Stallgeruch. Und ohne Hausmacht wird es schwer, wie auch schon andere, zu VW gewechselte Manager wie Pischetsrieder und Bernhard feststellen mussten. Doch welche Alternativen gibt es? Porsche-Chef Matthias Müller soll abgewunken haben. Bleibt der zweite Neuling, Ex-Daimler-Manager Andreas Renschler: Sorgt er dafür, dass die Nutzfahrzeug-Allianz der Marken VW Nutzfahrzeuge, MAN und Scania schnell vorankommt, hat auch er gute Chancen. Audi-Chef Rupert Stadler würde ich nicht von der Liste streichen, denn seine Zahlen stimmen. Mein Geheimfavorit: Skoda-Chef Winfried Vahland.

VW wächst vor allem in China

Die neuen großen SUV für die USA sorgen nach Einschätzung der Marktbeobachter von IHS Automotive ab Mitte 2016 dafür, dass der Absatz von VW auch in Nordamerika wieder signifikant nach oben geht. Bis dahin bleibt China der wichtigste Wachstumsmotor für die Marke Volkswagen. Sollte der kompakte SUV auf Golf-Basis kommen, würde das nach Einschätzung von IHS auch in Europa noch mal für Schwung sorgen. Das Auto kommt allerdings frühestens 2017.

Der Baukasten-Vorteil

Egal ob Elektroauto, Plug-in-Hybrid, Connectivity oder Fahrerassistenzsysteme − für eine Volumenmarke ist VW technologisch sehr breit aufgestellt. Tiguan und Touran werden noch geräumiger und sparsamer. Doch kann der VW-Kunde diese an sich teure Technik überhaupt bezahlen? Er kann. Denn das Baukastenprinzip ermöglicht viele Gleichteile und senkt massiv die Kosten. VW will so neue Technik schnell und zu erreichbaren Preisen anbieten. Und genau das wird im Masterplan von VW für die nächsten Jahre ein entscheidender, vielleicht sogar der entscheidende Wettbewerbsvorteil sein.

Die Rebellen aus dem Reihenhaus

Jens Dralle über zwei VW-Neuheiten, bei denen Fahrspaß und nicht verklinkerte Perfektion im Vordergrunstehen. Eine Trendwende? Ja, bitte! Gäbe es ein Anforderungsprofil für VW-Kunden, kämen darin vermutlich weder die hohe Kunst des reflexartigen Gegenlenkens noch die Vorliebe für Avantgarde vor. Letzteres ist nicht schlimm, denn die konservative Stilrichtung der Modelle zählt sicher zu den stärksten Kaufargumenten. Warum? Na, wir Deutschen behalten unseren Neuwagen in Europa mit am längsten. Darum soll er bitte immer frisch und nicht wie aus einer vergangenen Epoche wirken. Was allerdings das Fahrverhalten und die Dynamik angeht, ist bislang doch der eine oder andere Wunsch offengeblieben. Klar, der VW Golf GTI blühte mit der fünften Generation wieder auf. Erst mit Nummer sieben allerdings bekam er ein ordentliches Sperrdifferenzial und bringt seine Leistung endlich gut auf die Straße. Traktionsprobleme plagten die Gölfe mit dem R im Kühlergrill nie, schnell fuhren sie auch, aber vorwiegend geradeaus. Aber in Kurven untersteuerten sie dröge. Und jetzt?

Das neueste, 300 PS starke Exemplar fordert dich schon mal, nämlich wenn du die Regelelektronik deaktivierst und mit Lastwechselreaktionen umgehen kannst. Kurve anpeilen, einlenken, kurz vom Gas, schwupps, drängt das Heck, je nach Reibwert der Fahrbahn nicht zu knapp. Wirklich gefährlich wird es natürlich selbst jetzt nicht, schnell wieder aufs Gas, und der VW Golf R zieht sich sprichwörtlich aus der Affäre. Aber exakt dieses Fahrverhalten macht Laune, zeigt, dass die Entwickler Agilität nicht ausschließlich über Leistung definieren. Ganz so bunt treibt es der modellgepflegte Polo GTI nicht. Immerhin: Sein Heck wird schon mal leicht, Driftwinkel wie auf dem Bild kommen nur bei Nässe und roher Gewalt zustande – sehr roher Gewalt.

Neben dem frech abgestimmten Fahrwerk begeistert beim wilden Kleinwagen vor allem der Motor: 1,8 statt 1,4 Liter Hubraum, ein statt zwei Lader, 320 statt 250 Newtonmeter und Sechsgang-Handschaltgetriebe statt Siebengang-DSG – endlich! Jetzt packt er dich, fordert dich, unterhält dich, und noch nicht einmal die hohe Sitzposition stört. Danke dafür, VW. Kommen von euch noch mehr Gute-Laune-Modelle? Wäre toll. Selbst wenn dann ein Anforderungsprofil für die Käufer erforderlich wäre.

Birgit Priemer

Foto

Christian Schulte

Datum

7. Februar 2015
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