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VW-Neuheiten

Frische Brise

Foto: Computerretuschen: Schulte-Nextline 10 Bilder

Der erste ernsthafte Mercedes CLS-Konkurrent kommt von VW: Ab 2008 soll das viertürige Passat Coupé Sinn und Verstand ansprechen. Auf strammen Stückzahlkurs werden dagegen bereits 2007 die neuen Golf-Ableger SUV und Variant geschickt.

03.01.2006

Mit Schönheitsidealen konkurrieren zu wollen ist mutig - und deshalb steht auch keine normalsterbliche Frau gerne neben Claudia Schiffer. Oder ein Mann neben Brad Pitt. VW dagegen fordert diesen Vergleich heraus. Passat gegen CLS, das klingt zunächst wie Emden gegen Nizza, auch wenn der Mercedes in Sindelfingen gebaut wird. Doch erste Bilder zeigen, dass der Mut belohnt werden könnte. Denn die optischen Reize des Passat Coupé halten ab 2008 auf dem Laufsteg dynamisch geformter Viertürer durchaus mit.

Tribut an das Design, Tribut an die Passagiere

Der VW teilt mit dem CLS die durchgespannte Silhouette, allerdings mit weniger ausgeprägter Seitensicke. Die CLS-Linie verläuft bogenartig von vorne nach hinten, während der Passat seiner Keilform eher treu bleibt. Im Vergleich zur Limousine laufen die hinteren Seitenscheiben wesentlich spitzer zu, was dem Auto in Kombination mit dem stärker gewölbten Dach einen viel dynamischeren Appeal verleiht. Und auch den unvorteilhaften Proportionen dieser Plattform ist man erfolgreich zu Leibe gerückt. Obwohl das Coupé mit 4,77 Meter so lang ist wie die Limousine und die Überhänge vorne und hinten identisch sind, wirken sie nicht so ausladend. Für diesen Effekt genügt ein Kunstgriff der Designer: Die Frontscheinwerfer ziehen sich ein Stückchen weiter Richtung Radlauf herum, um den großen Blechanteil in diesem Bereich optisch zu reduzieren. Während die Front voraussichtlich ein Grill im Golf R32-Look ziert, trägt das Heck Rückleuchten im Stil der Limousine.

Der Kofferraum fällt allerdings trotzdem deutlich kleiner aus. Statt 565 sind es weniger als 500 Liter. Tribut an den Designanspruch, den Heckdeckel stärker abfallen zu lassen und den Abschluss mit Rückleuchten und Markenemblem schräger zu positionieren. Auch im Innenraum geht es aus stilistischen
Gründen enger zu. Die neue Dachlinie kostet die Fondpassagiere einige Zentimeter Kopffreiheit. Dafür dürfen sie aber in dem Viersitzer auf zwei komfortablen Einzelsesseln Platz nehmen. Das Cockpit gleicht im Prinzip dem des konventionellen Passat, zur Markteinführung 2008 wird es aber aufgefrischt und mit höherwertigen Materialien ausgeschlagen. Die Reise mit dem Passat Coupé wird günstiger als die mit einem CLS. Denn so vielfältig das VW-Motorenprogramm auch ist - ein Achtzylinder für den Quereinbau steht nicht zur Wahl, und deshalb bleibt es bei Vier- und Sechszylindern. An der Basis agiert der neue Turbo-Kompressor-Vierzylinder TSI, der aus 1,4 Liter Hubraum 170 PS entwickelt. Spitzenaggregat ist der GTI-Motor aus dem Golf mit 200 PS, später folgt der 280 PS starke 3,6-Liter-VR6, der jetzt bereits in den USA für den Passat angeboten wird. Kein VW ohne Diesel, und so kommen auch hier die Zweiliter-TDI mit 140 und 170 PS zum Einsatz - alles zu Preisen um 1.500 Euro über der vergleichbaren Limousine. Der Basispreis bewegt sich so unter 30.000 Euro - und damit Lichtjahre entfernt vom CLS, der als 350 immerhin 56.028 Euro kostet. Dieser Unterschied macht den Passat schlagartig zum sympathischen Durchschnittsbürger gegenüber der Diva CLS, die sich ihre Schönheit teuer bezahlen lässt.

Golf SUV ab 25.000 Euro

Viel günstiger ist auch die nächste VW-Neuheit in Form des kleinen Offroaders nicht zu haben, obwohl der eine Klasse unter dem VW Coupé rangiert. 25.000 Euro soll der Einstieg in die kompakte Sport-Utility-Welt kosten, in der sich vor allem im Bereich der Achsen sehr viele Passat-Bauteile finden. Trotzdem ist der SUV mit 4,40 Meter Länge dem Golf (4,20 Meter) näher als dem Passat (4,77 Meter) und hält auch genügend Abstand zum großen Touareg (4,75 Meter). Mit dem großen Geländebruder weist die Neuentwicklung so auch optisch wenig Parallelen auf, sieht man von der Kunststoff-Beplankung rundum einmal ab. Sein Revier ist das der Soft-Offroader vom Schlage eines Toyota RAV4, mit dem er Außenlänge und Breite (1,80 Meter) teilt. Nur im Radstand (2,60 Meter) misst der Golf-Ableger vier Zentimeter mehr.

Innen weht im Bereich des Cockpits der Wind des Golf Plus. Wie diesen gibt es auch den Offroader nur als Fünfsitzer. Die Installation des Allradantriebs mit Kardanwelle und Haldex-Kupplung kostet Platz, so dass sich die Siebensitzer-Anlage des Touran nicht im Wagenboden versenken lässt. Das Kofferraumvolumen zeigt mit 510 Litern ein beachtliches Maß, das manch anderer Konkurrent in dieser Klasse so nicht bieten kann.

Dabei ist das 4x4-Konzept kein Muss für den Golf-SUV. Den vermeintlichen Geländegänger wird es auch in einer Version mit Frontantrieb geben, ein spezielles Offroad-Paket mit Sperren oder Reduktionsgetriebe befindet sich dagegen nicht im Angebot. Ebensowenig eine Vollautomatik mit Wandler. VW offeriert das neue Crossover-Modell ausschließlich mit Handschaltung oder mit dem Dopppelkupplungsgetriebe DSG. Den Antrieb übernimmt wie im Passat Coupé der 1,4-Liter-TSI in der starken Version mit 170 PS, auf der Dieselseite gibt es den Zweiliter-TDI mit 140 PS. Der Sechszylinder lässt noch auf sich warten, zunächst bekommt der normale Golf 2007 den 3,6-Liter-VR6 mit 280 PS. Konkrete Pläne, den SUV damit zu bestücken, gibt es zurzeit noch nicht. Auch das Rätselraten um den Namen geht weiter. Marrakesch, so ließ VW-Chef Wolfgang Bernhard ausrichten, heißt das Modell trotz monatelanger Spekulationen nicht. Auch die Bezeichnung Beduin scheint wenig Aussicht auf Erfolg zu haben, wobei die Entscheidung noch aussteht. Dass Namen schon hausintern gelegentlich Schall und Rauch sind, zeigt das Beispiel des neuen Kombi auf der Golf-V-Plattform. Aufsichtsratsvorsitzender Ferdinand Piëch wollte das Modell in seiner aktiven Zeit ganz aus dem Programm streichen. Unter Nachfolger Bernd Pischetsrieder wurde das Projekt dann doch abgesegnet, aber zunächst unter der Bezeichnung Bora und später als Jetta Variant. Unter Markenchef Bernhard wurde daraus wieder ein klassischer Golf Variant, der ab 2007 vor allem im wichtigen Firmen-Flottengeschäft Stückzahlen machen soll. Wichtig sind für den Golf Kombi preisgünstige und verbrauchsarme Basismotoren. So dürfte hier die bereits in Vorbereitung befindliche nächste Ausbaustufe des TSI-Motors mit nur 140 PS zum Einsatz kommen, ergänzt von den bekannten Benzinern (75 und 102 PS) und Dieseltriebwerken mit 105 und 140 PS. Da im gleichen Jahr das Facelift der Limousine ansteht, zeigt der Kombi bereits das geänderte Gesicht und die neuen Rückleuchten, die aus Kostengründen künftig bei fast allen VW-Modellen eine einheitliche Technik mit dominant weißem Einsatz haben. Schönheit um jeden Preis - davon will zumindest in diesem Segment offenbar niemand etwas wissen.

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