VW-Neuheiten: Passat, Polo, Touran & Golf Variant in Sicht

VW bereitet sich mit Blick auf den weltweiten Absatzrückgang auf stürmische Zeiten vor. Mit den Neuauflagen von Passat, Golf Variant, Polo und Touran sollen sämtliche Klippen umschifft werden.  

Die krisengeschüttelte Autoindustrie plant zurzeit nur noch "auf Sicht", was im Klartext bedeutet, dass die meisten unsicher im Nebel stochern. Der norddeutsche VW-Konzern scheint mit diesen Wetterverhältnissen nicht nur aus geographischen Gründen besser zurechtzukommen als die Konkurrenz: Der Absatzrückgang fällt bislang jedenfalls nicht ganz so heftig aus wie bei Opel und Ford. Passat-Wind und Golf-Strom haben die Marke bislang vor ganz schweren Flauten bewahrt, und um wieder für stabile Klimaverhältnisse zu sorgen, stellt Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn alle geplanten Nischenmodelle in Frage. Volle Fahrt voraus für die Flaggschiffe des Hauses, lautet jetzt das Kommando des Kapitäns.

Wenn der VW Passat in neuer Form vom Stapel läuft, dann ohne jeden Schnickschnack. Optisch wird er um überflüssigen Zierrat wie Chromschmuck und Plakettengrill bereinigt, ohne in seiner Anmutung an Wertigkeit zu verlieren. Im Gegenteil: Um die Hochwertigkeit der Limousine zu unterstreichen, hat VW-Chef Winterkorn einen Audi-Lichtdesigner engagiert, der auch dem Passat mit edler LED-Technik ordentlich Glanz ins Gesicht zaubern soll. Überflüssige Pfunde in Form schwerer Motoren schwinden, weil die Sechszylinder durch aufgeladene Vierzylinder mit kleinen Hubräumen ersetzt werden. Als Benziner steht der Passat in zwei unterschiedlichen Varianten des 1,4-Liter-TSI (122 PS und 160 PS) zur Wahl, darüber rangiert der Zweiliter-TSI (200 PS). Der alte 1,6-Liter (102 PS) bleibt für das Flottengeschäft vorläufig erhalten, der 1,8-Liter (bislang 160 PS) entfällt dagegen.

Und auf der Dieselseite runden moderne Common-Rail-Motoren das Angebot als 1,6-Liter (140 PS) und Zweiliter (170 PS) ab. Um den CO2-Ausstoß zu senken, erfolgt bereits zum Ende dieses Jahres die Markteinführung des 150 PS starken Erdgas-Turbo, Ende 2009 folgt der für Euro 6 vorbereitete Blue TDI mit 140 PS, Start-Stopp-Automatik und Bremsenergie- Rückgewinnung - moderne Spritspartechnik, die der neue Passat ab 2010 auch für den 1,4-TSI inklusive einer bedarfsgerechten Steuerung der Nebenaggregate bietet.

Golf Variant kommt im Spätsommer

Neue Segel setzt ab Spätsommer der Golf Variant. Der Kombi übernimmt im Rahmen eines Facelifts die Technik der Limousine und wirkt mit kantig geformter Motorhaube breiter als bislang. Dank des neu abgestimmten Fahrwerks verfügt er im Vergleich zum Vorgänger über ein agileres Handling und höheren Komfort, und im Innenraum soll durch edle Chromrähmchen und nun weiß statt blau hinterleuchtete Instrumente ein Hauch mehr Luxus wehen.

Nur im Gepäckabteil tut sich wenig: Das Laderaumvolumen bleibt mit 505 bis 1.495 Litern unverändert. Dafür wird die Ausstattungsliste um Extras wie adaptive Dämpfer und Parkassistent modernisiert. Die praktische Einparkhilfe ist für den VW Touran bereits zu haben. Dafür umfasst seine Überarbeitung 2010 eine verbesserte Qualitätsanmutung, ein neu gestaltetes Cockpit mit Klimaautomatikreglern aus dem Passat CC und Fensterheber-Konsole aus dem Tiguan. Dazu kommen Extras wie eine Rückfahrkamera, kratzfeste Lacke und eine neue Lenkradgeneration mit praktischen Multifunktionstasten.

Auf Wunsch gibt es statt der großen Navigationslösung RNS 510 dann auch hier die abgespeckte Variante RNS 310 mit kleinerem Touchscreen für einen Anschaffungspreis von rund 1.000 Euro inklusive Radio und Lautsprecher.

Wie der Kombi wirkt auch der Touran durch die neue Formensprache breiter und verfügt künftig über moderne Common-Rail-Diesel mit 105, 140 und 200 PS. Damit ist die Golf-Familie der nächsten Jahre komplett. Wer noch auf die Wiederbelebung des Cabrios mit Stoffmütze gehofft hat, dürfte enttäuscht werden. Nach dem derzeitigen Stand wird es frühestens von der nächsten Generation Golf wieder eine offene Variante geben. Weder dem schwächelnden Audi A3 Cabrio noch dem bis 2011 in dieser Form erhältlichen Eos soll zusätzlich das Wasser abgegraben werden.

Neue Polo-Generation im Anmarsch

Ab 2009 sticht auch die neue Polo-Generation in See, zunächst als Viertürer (Juni) und etwas später als Zweitürer (Oktober). Technisch basiert der Polo auf dem bereits im Handel befindlichen Skoda Fabia (3,99 Meter), wird aber in der Länge mit rund 3,95 Meter einige Zentimeter kürzer ausfallen als sein tschechisches Pendant. Zu den Großen zählt er aber mit seiner erwachsenen Ausstattung: Touchscreen-Navigationssystem und Rückfahrkamera sind hier ebenso erhältlich wie ein Parkassistent und ab 2010 auch Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Abbiegelicht sowie adaptive Dämpfer.

Der Verkauf startet mit dem 1,2-Liter- Dreizylinder (60 und 70 PS), dem 1,4- Liter-Saugmotor (85 PS) sowie dem 1,2-Liter-TSI als Vierzylinder mit 105, 2010 folgt der 1,4-Liter-GTI (170 PS). Der VW Polo ist der erste Vertreter des neuen 1,6-Liter-TDI mit Common-Rail-Einspritztechnik, der hier mit 75, 90 und 105 PS angeboten wird. Das 90-PS-Triebwerk kann wie die Benziner (85, 105 und 170 PS) mit dem trockenen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert werden, das den klassischen Wandlerautomaten in dieser Baureihe ersetzt. Serienmäßig gibt es weiterhin den Fünfgang-Handschalter. Für Verbrauchswerte um die drei Liter/ 100 Kilometer sorgt die schwächste 1,6-TDI-Variante in Form des Blue Motion, hier auch mit Start-Stopp-Automatik und Bremsenergie-Rekuperation kombiniert. Sparsamer kann man in einem VW nicht unterwegs sein - und das in einem Kleinwagen, der sich in Optik und Qualität am großen Vorbild Golf orientiert.

Auch für dessen Zukunft ist gesorgt: 2012 kommt die siebte Generation auf Basis des neuen quermodularen Baukastens, auf dem als erster Vertreter 2010 der Audi A3 basiert. Dabei geht es in erster Linie um die Vereinheitlichung der Bauteile von Polo bis Passat und A1 bis A3, wobei es nach wie vor ein Nebeneinander von Verbund- und Mehrlenkerachsen geben wird. Trotzdem: Auf diese Weise können im riesigen VW-Baukasten weiter Einsparpotenziale erzielt werden - eine wichtige Maßnahme, um wieder in ruhigen Gewässern zu segeln.

Kommentare
Bild vergrößern
Birgit Priemer

Autor:

auto motor und sport, Heft 02 / 2009

Anzeige
Top Artikel
VW Passat: Neue Generation ohne Schnickschnack

2010 wird die neue Generation des VW Passat auf den Markt kommen. Dabei wird VW den Passat von überflüssigem Zierrat wie Chromschmuck und Plakettengrill bereinigen.


VW Polo: VW prüft Polo-Markteinführung in den USA

Der Bau des neuen VW-Werkes wird wie geplant fortgesetzt und trotz der Absatzkrise in den USA 2011 in Betrieb gehen. Zudem wird der Marktstart des Polo für die USA geprüft.


Newsletter
Kfz-Versicherungsvergleich

Bis zu 500 EUR sparen!

Über 180 Tarife anonym vergleichen und auf Wunsch sofort online abschließen

Ihr Ortskennzeichen:
WGV Beitragsrechner Kfz-Versicherung
ANZEIGE

Überzeugend gut, gnadenlos günstig!

Jetzt Auto bei der wgv versichern und mehrere hundert Euro im Jahr sparen!

Bild des Tages
Aktuelle Ausgabe
auto motor und sport - Heft 4/2012
Ab jetzt im Handel auto motor und sport - Heft 04/2012
Sportauto
Sportwagen Januar 2012: Sportmodelle sind die Renner im Winter

Im neuen Jahr geben die Sportwagen Gas. Besonders die italienischen und amerikanischen Modelle legen in der Statistik zu.

Sportmodelle sind die Renner im Winter
Motor Klassik
Motor Klassik 03/2012: 50 Jahre Giulia und Eigenbau-Sportler

Zwei Hefte in einem einem: Ab 8.2. gibt es Motor Klassik 03/12 mit dem 50-Seiten Extra-Heft: Der Grosse Kaufratgeber.

50 Jahre Giulia und Eigenbau-Sportler
4WheelFun
Kälte-Chaos für Dieselfahrer: Was tun, wenn der Offroader streikt?

Eiseskälte in Deutschland, und immer mehr Diesel-Fahrzeuge bleiben liegen. Woher kommt das und was lässt sich dagegen tun?

Was tun, wenn der Offroader streikt?
Alle Autos von A-Z
  • Loading...
  • Loading...