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Osterloh droht Porsche

Im Mitbestimmungs-Streit mit VW-Hauptaktionär Porsche hat VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh Porsche-Chef Wendelin Wiedeking Vertrauensbruch vorgeworfen und vor schwerwiegenden Folgen gewarnt.

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Foto: Volkwagen

Osterloh sagte in Wolfsburg, er sei grundsätzlich weiterhin für ein Zusammengehen zwischen Volkswagen und Porsche, aber die Bedingungen müssten stimmen. "Es gibt auch viele gescheiterte Fusionen. Wenn man der Auffassung ist, man kann uns über den Tisch ziehen, beweisen wir gerade, wie wir darauf reagieren." Der VW-Betriebsrat hat gegen die Mitbestimmungsvereinbarung bei der neuen Porsche Holding beim Arbeitsgericht Stuttgart Klage eingereicht.

Falls Porsche seinen VW-Anteil von bisher knapp 31 Prozent auf mehr als 50 Prozent aufstockt, wäre VW Teil der Porsche Holding. Die Mitbestimmungsvereinbarung der Porsche Holding aber geht aus Sicht des VW-Betriebsrats zu Lasten der VW-Belegschaft.

"Anscheinend ist man uns bei Porsche von Anfang an mit so viel Misstrauen begegnet, dass man eine angemessene Vertretung der  VW-Belegschaft ausschalten wollte. Deshalb gab es auch keine Beteiligung am Entstehungsprozess der Mitbestimmungsvereinbarung", kritisierte Osterloh. Das Verhalten Porsches im gesamten Verfahren erwecke den Eindruck, dass die Stuttgarter darüber überhaupt nicht mit dem VW-Betriebsrat sprechen wollte. Anders lasse sich nicht verstehen, warum Porsche bereits Mitte Juli eine sogenannte "Schutzschrift" zu der Mitbestimmungsvereinbarung bei Gericht hinterlegt habe. "Porsche hat also im Prinzip zwei Monate die Gespräche weggedrückt und es war ihnen klar, dass sie sich mit uns gar nicht einigen wollten - das ist alles andere als eine gute Basis, um zukünftig zusammenzuarbeiten."

Osterloh kündigte an, notfalls bis zum Bundesarbeitsgericht zu gehen. "Ich will mir nicht nachsagen lassen, dass ich nicht alles versucht hätte, die Interessen der VW-Belegschaft - und um die geht es - vernünftig zu vertreten."

Wegen des Streits sei das Verhältnis des VW-Betriebsrats zu Porsche-Chef Wiedeking schwer belastet. "Ich habe über einen längeren Zeitraum versucht, mit Herrn Wiedeking ein Gespräch zu dem Thema zu führen - er wollte aber nicht mit uns reden." In der Belegschaft herrsche Wut und Enttäuschung über Wiedeking. "Man kann schon von einem Vertrauensbruch sprechen."

Osterloh befürchtet zudem, dass die Führung der Porsche Holding nach einer Übernahme von mehr als 50 Prozent der VW-Anteile stark ins operative Geschäft bei VW eingreife - "angefangen bei Modellen über Modellbaureihen bis hin zum Thema Standorte", sagte der VW-Betriebsratschef. "Man könnte schauen, was man mit Standorten macht, wenn die Nachfrage kurzfristig mal zurückgeht - angefangen vom Personalabbau bis zur Schließung von Werken."

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Autor: dpa
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