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VW plant Werksverkäufe

Europas größter Autobauer Volkswagen will nach Medienberichten mehrere Komponentenwerke verkaufen. Dort werden etwa Motoren, Getriebe und Achsen gefertigt.

09.02.2006

Vorstandschef Bernd Pischetsrieder wolle an diesem Freitag (9.2.) auf einer Sitzung des Aufsichtsratspräsidiums seine Pläne zur Stärkung der Ertragskraft und Sanierung der Marke Volkswagen vorstellen, hieß es. Das Unternehmen nahm zu den Berichten keine Stellung. Bei dem Wolfsburger Autobauer steht angesichts angesichts hoher Kosten und Überkapazitäten seit Monaten alles auf dem Prüfstand. Am Freitag sollen überraschend auch vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2005 bekannt gegeben werden.

Nach einem Bericht des NDR-Hörfunks in Hannover sollen von den Verkaufsplänen vor allem die Teilefertigung in Braunschweig, Salzgitter und Kassel betroffen sein. Der NDR zitierte Unternehmenskreise mit dem Satz: "Das wird eine Dimension erreichen, die alles bisher Bekannte übersteigt." Insgesamt arbeiten an den betroffenen Standorten rund 30.000 Menschen.

Mehrarbeit statt Kündigung

Wie "Focus online" berichtete, plant Volkswagen angeblich, die Arbeitszeit für die Beschäftigten ohne Lohnausgleich auszuweiten. Im Gegenzug solle auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet werden, wie im Tarifvertrag festgeschrieben ist. IG Metall-Sprecher Jörg Köther sagte: "Es handelt sich um Mediengerüchte, die wir nicht kommentieren." Das Unternehmen sei gefordert, Klarheit zu schaffen. Wenn dies hinreichend passiert sei, werde die IG Metall über Schlussfolgerungen beraten.

Insbesondere VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard hatte in der Vergangenheit immer wieder beklagt, dass die VW-eigenen Werke im Vergleich zu externen Zulieferern viel zu teuer produzierten. Bernhard hatte Anfang Januar gesagt, es deute sich an, dass viele Bereiche nicht wettbewerbsfähig seien. VW werde in den nächsten Monaten Konsequenzen aus der Analyse ziehen.

Dabei gibt es laut Bernhard verschiedene Möglichkeiten - von der Sanierung, der Schließung, dem Zusammengehen mit externen Partnern bis hin zur Veräußerung von Bereichen. Der Gesamtbetriebsrat macht Front gegen einen möglichen Verkauf von Komponentenbereichen. Es mache "überhaupt keinen Sinn", Know-how aus der Hand zu geben, machte Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh kürzlich geltend. Stattdessen müssten Entwicklung, Organisation und Fertigung verbessert und strategisch so aufgestellt werden, dass sie im Wettbewerb bestehen könnten.

Zum Ergebnis des vergangenen Jahres hatte Pischetsrieder Anfang Januar in Detroit angedeutet, der VW-Konzern habe 2005 im Vergleich zum Vorjahr wie prognostiziert sowohl das operative Ergebnis nach Sondereinflüssen als auch das Ergebnis vor Steuern verbessert. Pischetsrieder hatte aber zudem gesagt: "Besser ist immer noch schlechter als gut." 2004 hatte der VW-Konzern ein operatives Ergebnis nach Sondereinflüssen von 1,62 Milliarden Euro sowie ein Vorsteuerergebnis von 1,1 Milliarden Euro verzeichnet. Pischetsrieder will das konzernweite Vorsteuerergebnis bis 2008 um vier Milliarden Euro verbessern.

Ertragssäulen des Konzerns sind derzeit die Tochter Audi sowie die Finanzdienstleistungen. Massive Ertragsprobleme dagegen hat die Kernmarke VW. Sie war im vergangenen Jahr zwischenzeitlich in die roten Zahlen gerutscht, hat früheren VW-Angaben zufolge auf das Gesamtjahr bezogen aber schwarze Zahlen geschrieben. Bernhard erwartet bei der Sanierung der ertragsschwachen Marke jedoch erst in fünf Jahren "Licht am Ende des Tunnels".

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