VW/Porsche: Betriebsräte im Clinch

Im erbitterten Mitbestimmungsstreit zwischen den Autobauern Porsche und VW wird der Ton immer rauer. "Ich werde Bernd Osterloh persönlich sagen, dass er diese Attacken unterlassen soll, weil er sonst das gesamte Projekt in eine Schieflage bringt", sagte Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück am Mittwoch (27.2.) in Stuttgart.

"Ich verurteile das auf das Schärfste. Wir werden das nicht mehr so hinnehmen." VW-Betriebsratschef Osterloh hatte Großaktionär Porsche am Dienstag zum wiederholten Mal heftig attackiert und von einer "feindlichen Übernahme" gesprochen. Der Stuttgarter Sportwagenbauer hält derzeit knapp 31 Prozent an dem Wolfsburger Konzern.

Heftiger Konflikt

Zwischen dem VW-Betriebsrat und Porsche tobt seit Monaten ein heftiger Konflikt über die Mitbestimmung in der neuen Porsche Holding. Aus Sicht des VW-Betriebsrats geht die Mitbestimmungsvereinbarung zulasten der VW-Belegschaft, die deutlich größer sei als die Porsche-Belegschaft. Die Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass im Aufsichtsrat die Betriebsräte von Porsche und VW je drei Sitze erhalten. Zudem war bisher vorgesehen, dass in der Holding Porsche und Volkswagen jeweils 20 Vertreter stellen sollen.

"Wir sind in der Sache ganz nah dran", betonte Hück. "Wir sind schon beim Standesamt und müssen uns nur noch das Ja-Wort geben. Wir streiten nur noch über das Hochzeitskleid." Seinem Wolfsburger Kollegen liege bereits ein Konzept vor, das eine Stimmengewichtung der Betriebsräte zugunsten von VW vorsehe. "Seit drei Wochen warteich auf eine Rückmeldung von VW." Warum trotzdem die Attacken aus Wolfsburg kommen, wisse er nicht. Hück versicherte, dass er in dem Konflikt weiter gesprächsbereit sei und keine gerichtliche Auseinandersetzung wolle. Sollten sich beide Seiten aber nicht einigen, wird das Stuttgarter Arbeitsgericht am 29. April über eine Klage des VW-Betriebsrats gegen die Vereinbarung entscheiden.

Der Porsche-Betriebsratschef wies die Forderung von Osterloh nach einem neuen Namen für die Holding strikt zurück. "Osterloh soll sich nicht zu Themen äußern, zu denen er nichts zu sagen hat. Wir lassen uns von keinem einreden, wie unsere Holding heißt." Der VW-Betriebsratschef hatte gefordert, der Name solle "Volkswagen und Porsche Automobilholding SE" und nicht "Porsche Automobilholding SE" lauten. Osterloh hatte sich zudem dafür ausgesprochen, den Sitz der neuen Gesellschaft nach Niedersachsen zu legen.

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dpa

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