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VW/Porsche-Deal

Wiedeking droht Anklage

Wiedeking Porträt Foto: dpa

Die Übernahmeschlacht zwischen Porsche und VW droht für den früheren Chef des Sportwagenbauers, Wiedeking, vor Gericht zu enden. Dem "Spiegel" zufolge sieht die Staatsanwaltschaft den Verdacht der Marktmanipulation erhärtet. Vieles ist allerdings noch unklar.

06.08.2012 dpa

Eine Anklage gegen Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking wird vier Jahre nach der  Übernahmeschlacht zwischen Porsche und VW laut einem Zeitungsbericht immer wahrscheinlicher. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft wolle Wiedeking wegen Marktmanipulation anklagen, berichtete der "Spiegel". Die Ermittler hätten den Verteidigern mitgeteilt, dass sie ihnen die letzten Akten zustellen wollen. Wiedekings Anwälte von der Kanzlei Feigen/Graf wießen am Samstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart lediglich mitteilen, dass sie die Vorwürfe zurückweisen.

Verdacht der Marktmanipulation

Demnach sollen Wiedeking und der frühere Porsche-Finanzchef Holger Härter den Finanzmarkt durch falsche Informationen oder das Verschweigen von Informationen über die Porsche-Pläne beim VW-Einstieg getäuscht haben. Im Zuge des später gescheiterten Übernahmeversuchs von VW durch Porsche vor vier Jahren sahen sich Anleger über die wahren Absichten des Sportwagenbauers getäuscht und erlitten starke Verluste. Sie hatten auf sinkende Kurse der VW-Stammaktie gewettet - tatsächlich schoss der Wert der Papiere in die Höhe.

Auch gegen Härter solle wegen Marktmanipulation Anklage erhoben werden, berichtete "Der  Spiegel" weiter. Wenn die Akten zugestellt seien, hätten die Anwälte ausreichend Zeit für eine Stellungnahme. Danach erst wolle die Staatsanwaltschaft endgültig entscheiden, was sie tut. Ein Sprecher der Ermittlungsbehörde kommentierte die Informationen am Wochenende auf dpa-Anfrage zunächst nicht.

Wiedeking und sein Finanzchef Härter hatten Porsche im Sommer 2009 verlassen müssen. Um ihre damalige Arbeit drehen sich inzwischen auch zahlreiche nationale und internationale Investorenklagen. Anlager fühlen sich rückblickend fehlinformiert und betrogen.

VW hatte damals den Spieß umgedreht und die Übernahmeschlacht gewonnen. Seit Mittwoch gehört die Stuttgarter Sportwagenschmiede vollständig zu Europas größtem Autokonzern. Volkswagen übernahm für rund 4,5 Milliarden Euro die restlichen 50,1 Prozent der Anteile an der Porsche AG von der Dachgesellschaft Porsche SE (PSE). Der ursprüngliche Plan von VW,  mit der PSE zu fusionieren, war an rechtlichen Risiken gescheitert.

Bereits Ende Juni war bekanntgeworden, dass Härter infolge des spektakulär gescheiterten Übernahmeangriffs auf Volkswagen wegen Kreditbetruges vor Gericht muss. Härter und zwei seiner Spitzenkräfte aus der Finanzabteilung der Porsche-Holding sollen während des Übernahmekampfs mit VW bei Verhandlungen für Kreditgeschäfte eine Bank falsch informiert  haben. Härter hatte die Anschuldigungen als haltlos bezeichnet.

Bis dato liefen gegen Härter und Wiedeking Prüfungen, die sich neben dem Vorwurf der Marktmanipulation auch auf möglicher Untreue bezogen. Die Anklage gegen Härter war nur ein erster Zwischenstand. Nach früheren Angaben der Stuttgarter Staatsanwaltschaft dauert es noch, bis alle Ergebnisse feststehen.

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