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VW/Porsche: Eskalation

VW legt Gespräche mit Porsche auf Eis

Foto: dpa

Der Porsche-Aufsichtsrat berät am Montag (18.5.) über die Zukunft des tief verschuldeten Sportwagenbauers. In dem Gremium sitzt auch der engste Kreis der Porsche-Eigentümerfamilien Porsche und Piëch.

17.05.2009

Bei dem Treffen im Forschungs-und Entwicklungszentrum des Sportwagenbauers in Weissach wollen sich die Familien dem Vernehmen nach aussprechen. Einem Bericht zufolge haben die öffentlichen Äußerungen Piëchs zur Zukunft des Autoimperiums VW/Porsche auch für Krach zwischen den beiden Familienstämmen gesorgt.
 

11 Milliarden Euro für Porsche

Piëch hatte vor wenigen Tagen öffentlich von Schwierigkeiten der Stuttgarter gesprochen, Geld aufzutreiben. VW könne dagegen leichter Kredite bekommen. Daher sei auch eine Übernahme und anschließende Integration von Porsche bei VW denkbar. Dabei wären elf Milliarden Euro als Kaufpreis für Porsche zu hoch gegriffen.

Proteste in Stuttgart-Zuffenhausen und Ludwigsburg

Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück warf Piëch daraufhin Medienberichten zufolge vor, die Stuttgarter zu verraten. Für Montag hat Hück mehrere tausend Porsche-Beschäftigte am Rande der Aufsichtsratssitzung zu einer Demonstration gegen den VW-Patriarchen aufgerufen. Auch an den Standorten Stuttgart-Zuffenhausen und Ludwigsburg sind Protest-Aktionen geplant.
 

Gespräche von VW und Porsche liegen auf Eis

Die vor einer Woche gestarteten Gespräche über die gemeinsame Zukunft von VW und Porsche liegen seit Sonntag (17.5.) auf Eis. VW hatte die für Montag geplante Fortsetzung der Verhandlungen abgesagt. Darüber, wie es weitergehen soll, gab es unterschiedliche Angaben aus Stuttgart und Wolfsburg. Ein VW-Sprecher sagte, die Gespräche seien für unbestimmte Zeit unterbrochen. Die Atmosphäre sei derzeit nicht konstruktiv. Porsche teilte dagegen mit, die Verhandlungen würden "ganz normal weitergeführt". Abgesagt worden sei lediglich der Termin am Montag. "Folgetermine sind vereinbart."

Porsche hat sich bei seinen Plänen für eine Übernahme von VW verhoben. Vor eineinhalb Wochen hatten sich die Porsche-Eigentümerfamilien auf einen Zusammenschluss mit dem VW-Konzern geeinigt. Die Details sollen in den nächsten Wochen von Vertretern beider Unternehmen sowie des Landes Niedersachsens ausgearbeitet werden. Das Land hat als zweitgrößter VW-Aktionär neben Porsche ein gewichtiges Wort mitzureden.

Momentan sind keine konstruktiven Gespräche möglich

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte auf Anfrage, er habe die Unterbrechung eingefordert. In der derzeitigen Lage sehe er keine Atmosphäre für konstruktive Gespräche. Er forderte, die Familie Porsche müsse jetzt deutlich vorgeben, wozu sie bereit sei und wozu nicht. "Das sollte sie vor allem erst einmal hausintern bei Porsche klären, vor allem mit den Beschäftigten. Wenn man dann wieder auf Volkswagen zugeht, dann muss klar sein, worüber wir überhaupt sprechen wollen. Verkauf, Fusion oder etwas ganz anderes." In einem Brief an die VW-Führungskräfte schreibt der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn, dass auch die Chefetage in Wolfsburg die Einschätzung des Betriebsratsvorsitzenden teile.

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