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VW/Porsche

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Foto: dpa

Update ++ Im Machtkampf um die Übernahme von Volkswagen haben sich die Porsche-Eignerfamilien Porsche und Piëch verständigt. Bei einem Treffen der beiden Familien am vergangenen Wochenende hätten sich alle Familienmitglieder hinter den Kurs des Sportwagenbauers bei der VW-Übernahme gestellt.

24.10.2008

Das teilte Porsche Aufsichtsrats-Chef Wolfgang Porsche am Freitag (24.10.) nach einer Betriebsversammlung in Stuttgart mit. Neben den übrigen Familienmitgliedern habe auch Ferdinand Piëch "klar zum Ausdruck gebracht", dass er den Kurs der Porsche-Holding "in allen Punkten unterstütze".

"Falls Unsicherheiten über das gemeinsame Ziel der Familien bei der VW-Beteiligung aufgekommen seien, sei das nicht im Interesse von Ferdinand Piëch gewesen», heißt es in der Mitteilung. Piëch ist Aufsichtsratsvorsitzender der Volkswagen AG. Er war im Kampf um die Macht bei Europas größtem Autobauer zuletzt auf Konfliktkurs mit Mitgliedern des Familienclans gegangen.

Umstrittener Ausschuss soll fallen

Der VW-Patriarch hatte im VW-Aufsichtsrat einem umstrittenen Antrag der Arbeitnehmerseite zur Annahme verholfen. Demnach sollten Geschäfte zwischen Porsche und den VW-Marken nur mit Zustimmung des Wolfsburger Aufsichtsrates geschlossen werden. Bei einer juristischen Überprüfung sei mittlerweile festgestellt worden, dass der eigens dafür eingerichtete Ausschuss zu stark in die Kompetenzen des VW-Vorstandes eingreife, sagte Porsche. "Deshalb wird Ferdinand Piëch in der nächsten VW-Aufsichtsratssitzung die Auflösung dieses Gremiums beantragen."

In der "Bild"-Zeitung hatte der VW-Aufsichtsratschef mit Blick auf die geplante VW-Mehrheitsübernahme durch Porsche selbst versöhnliche Töne angeschlagen: "Wir alle wollen dieses Vorhaben erfolgreich abschließen." Die Familien Porsche und Piëch zögen an einem Strang. Wenn Porsche VW beherrschen werde, sei daran nichts einzuwenden. Porsche hält mehr als 35 Prozent an VW und will demnächst die Mehrheit übernehmen.

Zustimmung für Wiedeking und Härter

Die Familien, darunter auch Ferdinand Piëch, hätten außerdem Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Finanzvorstand Holger Härter den Rücken gestärkt, sagte Wolfgang Porsche. Zuvor hatte es immer wieder Gerüchte gegeben, dass der mächtige VW-Patriarch Wiedeking absetzen lassen will. Dies wäre allerdings nur mit Zustimmung von Wolfgang Porsche möglich gewesen, der fest hinter Wiedeking steht.

Piëch unterstütze auch die zwischen den Belegschaften von Porsche und VW umstrittene Mitbestimmungsvereinbarung, sagte Porsche. "Mein Cousin Ferdinand Piëch ist überzeugt, dass mit dieser Mitbestimmungsvereinbarung eine sachgerechte Lösung für beide Belegschaften erzielt worden ist." Die Zusammensetzung des Aufsichtsrates der neuen Porsche Holding mit jeweils drei Arbeitnehmer-Mitgliedern von Porsche und VW sei nach Ansicht Piëchs der Struktur des Konzerns angemessen, teilte Porsche mit.

Der Konflikt über die Mitbestimmung in der Porsche Holding dauert bereits seit Monaten. Die Mitbestimmungsvereinbarung geht aus Sicht des VW-Betriebsrats zulasten der 28 mal größeren Belegschaft von Europa größtem Autobauer. Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück sagte: "Wir sollten uns jetzt mit den Arbeitnehmervertretern von VW einigen, denn Porsche und VW sind tolle Unternehmen mit tollen Belegschaften."

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh äußerte Zweifel am "Treueschwur" zwischen den Familien Porsche und Piëch. Er sagte am Freitag in Wolfsburg, der Druck sei anscheinend so hoch, dass die Familie ihren Zusammenhalt nun schon zum zweiten Mal bekunden müsse. Eingebrockt habe den Familien Porsche und Piëch die Situation Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, der die VW-Übernahme völlig falsch angefasst habe und Arbeitnehmerrechte mit Füßen trete. "Wir wollen keine Gutsherren", sagte Osterloh.

VW-Gesetz ist unnötig

Weiterer Streitpunkt im Kampf um die Macht bei VW ist die von der Bundesregierung geplante Neufassung des VW-Gesetzes. Diese sei nicht nur aus Sicht von Porsche, sondern auch nach Meinung von Ferdinand Piëch nicht notwendig, teilte Porsche mit. Die Neuregelung erhält die umstrittene 20-Prozent-Sperrminorität bei VW, die dem Land Niedersachsen ein Vetorecht ermöglicht. Die EU-Kommission hat bereits angekündigt, die Bundesregierung wegen der Sonderrechte bei VW erneut vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) verklagen zu wollen.


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