"Wir müssen eine Zwei-Klassen-Gesellschaft in den Betrieben verhindern", erklärte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Nordhessen, Ullrich Meßmer, zu der Aktion am Werkstor. Die außerordentlich gute Auftragslage und die Werksferien haben nach Angaben des Baunataler Betriebsratsvorsitzenden Jürgen Stumpf dazu geführt, dass im zweitgrößten inländischen VW-Werk mit einer Stammbelegschaft von 13.200 Menschen derzeit mehr als 1.000 Leiharbeiter beschäftigt sind.
"Das wirft die Frage nach den dauerhaften Bedingungen für diese Arbeitnehmer auf", sagte Stumpf. Die Leiharbeiter bekämen derzeit zwischen 11 und 13 Euro Stundenlohn bei Tätigkeiten, für die VW-Arbeiter 18 Euro erhielten. Die Gewerkschaft will in Verhandlungen mit dem Konzern, die Ende August beginnen sollen, höhere Löhne für die Leiharbeiter erreichen. "Wir wollen in Richtung der 18 Euro" sagte Stumpf.
Leiharbeit sei zur Bewältigung von Auftragsspitzen in Ordnung, meinte der Betriebsratschef. Sie werde aber zunehmend dazu missbraucht, die Stammbelegschaft zu reduzieren beziehungsweise nicht weiter auszubauen. Die IG Metall verlangt neben der besseren Bezahlung eine Leiharbeiter-Höchstquote von vier Prozent der Stammbelegschaft und eine Mindestbeschäftigungsdauer der Leiharbeiter von sechs Monaten.
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