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VW

Rettung für Brüssel

Foto: ams 9 Bilder

In der Krise um das belgische VW-Werk in Brüssel gibt es für tausende dort Beschäftigte neue Hoffnung. So will der designierte neue Chef von Europas größtem Automobilbauer, Martin Winterkorn, ab 2009 nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" möglicherweise den geplanten Kleinwagen A1 der Konzernmarke Audi in Brüssel bauen lassen.

27.11.2006

Seitens des Konzerns wurden Gespräche über die Situation der Brüsseler VW-Mitarbeiter und eine neue Produktion bestätigt. In Branchenkreisen hieß es, dass es sich hierbei um den A1 handeln soll. Nach der VW-Ankündigung, die dortige Golf-Produktion nach Wolfsburg zu verlagern, sind in Belgien rund 4.000 von rund 5.400 VW-Arbeitsplätzen bedroht.

Wie ein Sprecher des VW-Betriebsrates der dpa auf Anfrage sagte, haben sich der Präsident des Europäischen Konzernbetriebsrats von VW, Bernd Osterloh, und Winterkorn am Mittwoch auf Betreiben Osterlohs getroffen, um über die Situation in Brüssel zu sprechen. Hierbei sei es konkret um ein Audi-Modell für das Brüsseler Werk gegangen. Osterloh fliege an diesem Montag nach Brüssel, um die belgischen Gewerkschaftskollegen über die Gespräche zu informieren. Im Übrigen sei für die Tarifeinigung in den sechs westdeutschen VW-Werken Voraussetzung gewesen, dass es weltweit keine Werksschließungen gibt.

Belgiens Premierminister Guy Verhofstadt bestätigte am Samstag, dass er in den kommenden zehn Tagen Gespräche mit der VW-Führungsspitze über die Zukunft des belgischen VW-Werks führen wird. Der Personalchef von Volkswagen Brüssel, Jos Kayaerts, teilte mit, er werde sich am kommenden Dienstag mit Vertretern der Gewerkschaften und Betriebsräten treffen, um "so rasch wie möglich Klarheit über die Lage der Beschäftigten zu schaffen". "Wir haben keine Zeit zu verlieren", sagte Kayaerts. Bei den Gesprächen werde es "um mögliche wirtschaftliche Alternativen" gehen. Vorsichtig positiv reagierten
Gewerkschaftsvertreter der belgischen VW-Belegschaft. "Es gibt verschiedene Gespräche. Hoffen wir, dass die Situation sich noch ändern lässt", sagte Hedwyn De Clercq vom belgischen Gewerkschaftsbund FGTB.

Ein Sprecher des VW-Konzerns sagte der dpa nur: "Wir gehen in die nächsten Gespräche mit den Gewerkschaften in Brüssel mit einer Produktidee." Weiter wollte er den Bericht des Nachrichtenmagazins nicht kommentieren. Winterkorn will dem "Spiegel"-Bericht zufolge Verhofstadt bei einem Treffen fragen, ob Belgien eine Auffanglösung bereitstellen würde, mit der die Belegschaft die Zeit bis 2009 überbrücken könnte. Voraussetzung für eine Auftragsvergabe nach Brüssel wäre allerdings, dass der Audi dort zu wettbewerbsfähigen Kosten hergestellt werden kann. Möglicherweise müsste die Gewerkschaft deshalb zu Zugeständnissen bereit sein.

VW hatte in der vergangenen Woche öffentlich gemacht, das schlecht ausgelastete Stammwerk Wolfsburg mit der Golf-Produktion aus der Brüsseler Fabrik zu stärken. In Brüssel könnten durch den Abzug des Golf nach Befürchtungen der Gewerkschaft bis zu 4.000 der etwa 5.400 Arbeitsplätze wegfallen. Mit einer Konzentration der Produktion auf Wolfsburg und Mosel bei Zwickau könnten Kosten in dreistelliger Millionenhöhe eingespart werden, hieß es bei VW.

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