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VW

Russland-Werk irritiert Arbeiter

Der Gesamtbetriebsrat von Volkswagen hat die Entscheidung des Vorstands über den Bau eines neuen Werks in Russland scharf kritisiert. "Bei über 1,7 Millionen Überkapazitäten und einer teilweise dramatischen Unterauslastung bestehender Standorte wollen wir erst einmal Antworten für die Standort- und Beschäftigungssicherung in den bereits vorhandenen Produktionsstätten", sagte Gesamtbetriebsratschef und Aufsichtsrat Bernd Osterloh am Donnerstag (12.1.) in Wolfsburg.

12.01.2006

Davon werde "ganz entscheidend" eine Zustimmung der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat für den Bau des Werks in Russland abhängen. Der Vorstand müsse "sehr genau" erklären, wie die Strategie für Russland aussehen solle und welche Auswirkungen das auf die Arbeitsplätze nicht nur in Deutschland habe.

"Wir werden mitnichten tatenlos zusehen, wenn uns durch den Aufbau einer weiteren Produktionsstätte hier das Wasser abgegraben wird", sagte Osterloh. Auch die Landesregierung als VW-Anteilseignerin könne kein Interesse daran haben, wenn durch den Bau eines Werks in Russland Arbeitsplätze in Niedersachsen und Deutschland gefährdet würden.

VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder hatte am Sonntag am Rande der Automesse in Detroit gesagt, der Vorstand habe entschieden, in Stupino südlich von Moskau eine Fabrik zu errichten. Mit dem Bau solle noch 2006 begonnen werden. VW will seinen konzernweiten Marktanteil in Russland bei Neuwagen innerhalb der nächsten fünf Jahre von derzeit 2 bis 3 Prozent auf 10 Prozent steigern. In dem neuen Werk sollen in fünf Jahren 250.000 Fahrzeuge produziert werden können. VW hatte jahrelang mit den russischen Behörden über den Bau eines Werks verhandelt.

Der Aufsichtsrat muss die Entscheidung des VW-Vorstands noch absegnen. Dies soll im Februar passieren.

Osterloh sagte, der Gesamtbetriebsrat habe mit "Befremden" auf die Ankündigung Pischetsrieders reagiert. "Etwas derart undifferenziert über die Medien zu streuen, ist weder klug noch ein guter Stil und führt vielleicht zum kurzfristigen Anstieg des Aktienkurses, aber vor allem zur nachhaltigen Verunsicherung der Belegschaften, deren Engagement für die Wettbewerbsfähigkeit gerade in der letzten Zeit doch vom Vorstand immer wieder betont wird."

Volkswagen fährt derzeit angesichts vergleichsweise hoher Kosten einen Milliarden-Sparkurs. Tausende von Stellen sollen gestrichen werden, die Zukunft der Komponentenwerke in Deutschland ist offen.

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