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VW-Sanierung

Osterloh attackiert

Foto: Volkwagen

Kurz vor den Sanierungs-Tarifgesprächen bei Volkswagen hat Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh die VW-Spitze schwer attackiert. "Die Tarifgespräche können nicht dazu dienen, Projekte zum Fliegen zu bringen", sagte Osterloh in Wolfsburg.

18.09.2006

Das Management müsse seine Hausaufgaben machen. "Das Hauptproblem bei VW sind nicht die Personalkosten, sondern Strukturen und Prozesse". Osterloh: "Es ist eigentlich der Job des Managements, auch unter den bestehenden Tarifbedingungen eine ordentliche Rendite zu erwirtschaften."

Osterloh sagte, er rechne nicht mit einem Scheitern der Sanierungs-Tarifgespräche für die ertragsschwache Kernmarke VW, die am Montag (18.9.) in Hannover beginnen. "Ich kann mir aber vorstellen, dass es noch sehr haklig wird." Bis Ende September, spätestens Anfang Oktober sollte es aus seiner Sicht jedoch eine Einigung geben.

Die Marke VW war 2005 nur knapp an roten Zahlen vorbeigeschrammt. Das Management will Änderungen am Tarifvertrag erreichen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Kernforderung ist es, die Wochenarbeitszeit von 28,8 auf 35 Stunden zu erhöhen, ohne Lohnausgleich. Der Tarifvertrag, der eine Beschäftigungssicherung für die 100.000 Beschäftigten der sechs westdeutschen Werke bis 2011 vorsieht, ist ungekündigt.

Eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden ohne Lohnausgleich werde es nicht zum "Nulltarif" geben, sagte Osterloh. "Nur wenn genug Arbeit da ist, kann die Arbeitszeit verlängert werden." Die Arbeitnehmerseite erwarte Garantien für Jobs und Auslastung in jedem der sechs westdeutschen Werke sowie verbindliche Zusagen über Produkte.

Osterloh fordert drittes Modell für Wolfsburg

Für das Stammwerk Wolfsburg etwa forderte Osterloh erneut ein drittes Modell neben Golf und Touran. Welches Auto dies von den geplanten 20 neuen Modellen sein könnte, gehöre aber zu den entscheidenden Knackpunkten in den Tarifgesprächen. Das Modell müsse wirtschaftlich in Wolfsburg produziert und zu einem guten Preis angeboten werden können. "Wenn kein Absatz da ist, dann nutzt der beste Tarifvertrag nichts."

Bei einer Einigung bei den Sanierungsgesprächen werde es spätestens 2008 mit der Marke VW wieder deutlich bergauf gehen. "Und wenn wir schon erfolgreich sind, soll die Belegschaft etwas davon haben." Osterloh schwebt eine Gewinnbeteiligung der Belegschaft vor, die deutlich über dem bisherigen Jahresbonus liegt. "Ich möchte eine verbindliche, messbare Größe haben." Die Gewinnbeteiligung müsse in einem Tarifvertrag fixiert werden.

Zu einer möglichen vorgezogenen Lohnrunde bei VW im Zuge der Sanierungsgespräche sagte Osterloh, dies sei eine Option. Dabei könne eine Lohnerhöhung von drei Prozent - wie beim Flächentarif - das Ziel sein. Diese könnte aber auch Verhandlungsmasse bei den Sanierungsgesprächen sein. Der Gehaltstarifvertrag läuft Ende Januar 2007 aus.

"Die Rendite künftiger Projekte kann aber nicht nur durch Änderungen am bestehenden Tarifvertrag zu Stande kommen", sagte Osterloh. Bisher habe sich das Management nicht ausreichend mit der Optimierung von Produktionsabläufen auseinander gesetzt. So könnte die technologische Zusammenarbeit mit der VW-Tochter Audi stark verbessert werden. Zudem müsse nicht jede neue Modellgeneration völlig neu konstruiert werden. Es gehe darum, die Autos kostengünstiger zu bauen und zugleich die Qualität zu halten.

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