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VW-Schmiergeldaffäre

Gebauer zahlte an Betriebsräte

Foto: VW, dpa

Der entlassene VW-Manager Klaus-Joachim Gebauer hat nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" erstmals umfangreiche Begünstigungen für Betriebsräte eingeräumt.

01.08.2005

Er habe die Arbeitnehmervertreter im Auftrag des Vorstands bezahlt, berichtet das Magazin unter Berufung auf eine schriftliche Erklärung Gebauers. Um für ein gutes Betriebsklima zu sorgen, habe er sich besonders um Ex-Betriebsratschef Klaus Volkert gekümmert. Auch andere Betriebsräte hätten profitiert. Es habe Bargeldzahlungen, Reisen mit Übernachtungen in Nobelhotels und Besuche in exklusiven Nachtclubs gegeben.

Als Auftraggeber der Begünstigungen nannte Gebauer laut "Focus" den früheren Personalvorstand Peter Hartz. Anweisungen habe er auch von Volkert und vom früheren Skoda-Vorstand Helmuth Schuster bekommen.

Elbe reist nach Indien

Unterdessen ist der neue VW-Sonderbeauftragte und frühere deutsche Botschafter in Indien, Frank Elbe, in den indischen Bundesstaat Andhra Pradesh gereist, um den wegen der Korruptionsaffäre auf Eis gelegten Bau einer Autofabrik auf dem Subkontinent vorantreiben. Elbe werde am Montag und Dienstag in Hyderabad Gespräche unter anderem mit Ministerpräsident Y.S. Rajsekhara Reddy führen, sagte Industrie-Staatssekretärin Lakshmi Parthasarthy Bhaskar am Sonntag (31.7.).

Bhaskar sagte, bei dem Besuch Elbes werde es auch um den in Indien durch Schuster ausgelösten Skandal gehen. "Volkswagen ist sehr besorgt über die Auswirkungen der Schuster-Affäre auf das Image der Firma. Sie haben uns alle erdenkliche Unterstützung zugesagt und uns zugleich um unsere Unterstützung gebeten, dem Fall Schuster auf den Grund zu gehen." Die Zeitung "The Hindu" berichtete unter Berufung auf die indische Botschaft in Berlin, Elbe werde auch nach Neu Delhi reisen.

Zeitgleich mit der Ernennung Elbes hatte der Autobauer in der vergangenen Woche in einem Brief an die Regierung Andhra Pradeshs sein "starkes" Interesse an einem Eintritt in den wachstumsträchtigen indischen Markt bekräftigt. Elbe, von 1993 bis 1997 Botschafter in Indien, solle mit den Behörden kommunizieren, um Schaden für die Beziehungen von VW zu verhindern. Zudem solle er einen Besuch von Regierungsvertretern des Bundesstaates in Deutschland vorbereiten.

VW war in Indien im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre in die Kritik geraten. In der vorvergangenen Woche hatte der Autobauer mitgeteilt, dem Bundesstaat Andhra Pradesh knapp zwei Millionen Euro zurückzuzahlen. Damit trete der Konzern für den Schaden ein, der durch Schuster entstanden sei, hieß es. Nach den vorliegenden Erkenntnissen habe Schuster, der in Indien für den Bau einer Fabrik als VW-Unterhändler auftrat, ohne Befugnisse gehandelt und zudem den Bundesstaat getäuscht.

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