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VW-Schmiergeldaffäre

Neue Vorwürfe gegen Schuster

In der Korruptionsaffäre bei VW gibt es neue Vorwürfe gegen den Ex-Skoda-Personalchef Helmuth Schuster. Die Nachrichtenmagazine "Spiegel" und "Focus" berichteten am Samstag (24.9.) übereinstimmend, Schuster habe am 8. Dezember 2004 die Überweisung von 100.000 Euro auf ein Gewerkschaftskonto des Skoda-Betriebsrats veranlasst. Kurz darauf sei Schusters Vertrag verlängert worden.

26.09.2005

Die Summe war von einer deutschen Bank auf das Konto überwiesen worden. Der Betriebsratsvorsitzende der tschechischen VW-Tochter, Jaroslav Povsik, bestätigte den Magazinen den Eingang der Zahlung. Es habe sich aber nicht um Schmiergeld gehandelt, sondern um eine Spende Schusters für den Bau eines Gewerkschafts-Kulturhauses. Schuster sagte dem "Spiegel", das Geld habe zur Überbrückungsfinanzierung gedient, damit das Gewerkschaftshaus nicht zahlungsunfähig werde. "Das war keine Bestechung oder so ein Quatsch", erklärte Schuster.

Dem Magazin zufolge wurde die Summe aber erst auf das Konto eines Unbeteiligten transferiert, von dem es ohne dessen Wissen an die Gewerkschaft weitergeleitet wurde. Weil die Arbeitnehmervertretung nicht wusste, wie sie die Einnahme verbuchen soll, habe sie eine Schenkungsurkunde an Schuster geschickt, in die dieser seinen Namen einsetzen sollte, sagte Povsik. Schuster habe die Urkunde aber nicht zurückgesandt.

Ein VW-Sprecher sagte am Samstag, alle Vorwürfe würden von der Staatsanwaltschaft und der Revisionsabteilung des Unternehmens geprüft. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt bisher gegen Schuster und den früheren VW-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer wegen des Verdachts auf Betrug und Untreue. Sie sollen VW-Gelder mit Hilfe eines Geflechts von mindestens zehn Tarnfirmen in acht Ländern auf eigene Konten umgeleitet haben. Auch Schmiergeld soll gezahlt worden sein. Zudem sollen Betriebsräte mit "Lustreisen" begünstigt worden sein. Gegen den früheren VW-Betriebsratschef Klaus Volkert wird im Zusammenhang mit einer Indien-Reise wegen des Verdachts auf Untreue ermittelt.

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