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VW-Schmiergeldaffäre verunsichert Autokäufer

Foto: VW, dpa

Der VW-Skandal verunsichert zunehmend die Kundschaft bei Europas größtem Autohersteller. "Wir spüren inzwischen die Auswirkungen. Das Thema ist drin in den Kundenköpfen", sagte Michael Lamlé, Geschäftsführer des VW-Händlerverbands.

18.07.2005

Vor allem Großkunden würden die Affären sehr kritisch zur Sprache bringen. Laut einer aktuellen Umfrage ist nach Einschätzung vieler Autokäufer das Image der Marke VW beschädigt.

Das Nürnberger Marktforschungsinstitut Puls befragte 1.000 Menschen, die einen Autokauf planen. 71 Prozent sehen einen Imageschaden bei VW. 15 Prozent der Befragten erklärten ganz generell, nach solchen Skandalen käme für sie der Kauf der betroffenen Marke nicht in Frage. 14 weitere Prozent würden einen Kauf vorerst zurückstellen.

Absatzrückgang in den kommenden Wochen?

Dabei gaben auch viele Befragte, die den Kauf eines VW erwägen, an, dass sie erst einmal abwarten wollen. "Dies könnte in den kommenden Wochen zu deutlichen Umsatzrückgängen in Deutschland führen", sagte Puls-Chef Konrad Weßner mit Blick auf den VW-Skandal. Die Kunden reagierten inzwischen stärker als früher auf positive oder negative Berichte über das Management von Unternehmen.

Aus konkreten Absatzzahlen lassen sich nach Angaben von Händler-Chef Lamlé noch keine negativen Folgen herauslesen. Im Juni fuhr VW einen Rekordabsatz für den Monat ein. Die Zahl der Auslieferungen an Kunden stieg im Konzern um mehr als zehn Prozent 489.500 Fahrzeuge. Auch die Stammmarke VW erzielte einen Bestwert. Allerdings hat sich die Affäre im Juli noch einmal deutlich ausgeweitet. Dabei geht es um Betrugs- und Untreuevorwürfe sowie angebliche "Lustreisen" des Betriebsrates. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt gegen Ex-Skoda-Personalchef Helmuth Schuster und den früheren VW- Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer wegen des Verdachts auf Betrug und Untreue.

Der Kunde vergisst schnell

Experten glauben nicht, dass der Skandal den Absatz nachhaltig beeinflussen wird. "Kunden vergessen solche Sachen sehr schnell", sagt Automobilwirtschafts-Professor Ferdinand Dudenhöffer von der FH Gelsenkirchen. Vielleicht werde es Verunsicherung in den nächsten zwei, drei Monaten geben. Ein VW-Käufer kaufe ein Fahrzeug aber nicht vor allem wegen der Marke. "Wenn er zum Beispiel einen Golf kaufen will, vergleicht er ihn mit den Fahrzeugen anderer Marken und entscheidet dann." Gravierende wirtschaftliche Folgen müsse der VW-Konzern vor allem wegen des beschädigten Verhältnisses zu den Zulieferern und wegen der Verunsicherung der Mitarbeiter fürchten.

Ähnlich sieht man das bei der Konkurrenz. Bei VW hätten die Marke und das Image des Unternehmens nicht die zentrale Bedeutung für den Autokauf, heißt es bei einem Autohersteller. Auch ein Blick auf den Börsenkurs zeige, dass die Märkte offenbar nicht mit zusätzlichen Absatzproblemen rechneten.

Nach Einschätzung der Experten ist es aber in jedem Fall wichtig, dass die Skandale möglichst schnell aufgearbeitet werden. VW müsse die Affäre lückenlos aufklären, sagt Lamlé vom Händlerverband. "Wir haben frühzeitig einen Imageschaden für die Marke befürchtet." Je länger sich die Affäre nun hinziehe, desto größer werde der Schaden. Neben den Mitarbeitern könnten dann die Händler zu den Verlierern gehören.

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