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VW-Tarifabschluss steht

VW-Werker bekommen 4,3 Prozent mehr

VW Amarok Produktion Werk Hannover 2012 Foto: Volkswagen

Die rund 102.000 Tarifbeschäftigten der sechs westdeutschen Werke und der Finanzsparte bekommen vom 1. Juni an 4,3 Prozent mehr Geld. Das beschlossen die IG Metall und das Management des Autobauers in ihrer zweiten Gesprächsrunde über einen neuen Haustarifvertrag.

31.05.2012 dpa

Nach langen Verhandlungen hatten sich beide Seiten in der Nacht zum Donnerstag (31.5.) in Hannover geeinigt. Das gestiegene Entgelt liegt auf dem Niveau des Flächenabschlusses für die Metall- und Elektroindustrie. Die Laufzeit von 13 Monaten enthält jedoch keinen sogenannten Nullmonat, der das reale Plus in der Gesamtbranche auf etwa 4,0 Prozent senkt.

"Es ist ein sehr guter und akzeptabler Kompromiss", sagte IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine. "Nachhaltig betrachtet wird Volkswagen mit den 4,3 Prozent genauso gut gestellt wie alle anderen Automobilunternehmen." In der gesamten Metall- und Elektrobranche greift die Erhöhung, die rückwirkend zum 1. April beschlossen wurde, dagegen erst zum 1. Mai - auf ein Jahr hochgerechnet bleibt den Mitarbeitern deshalb unterm Strich etwas weniger im Portemonnaie.

Beide Seiten verständigten sich außerhalb des Tarifvertrags zudem darauf, dass VW bis Mitte 2013 bis zu 3000 Leiharbeiter unbefristet einstellt. "Für diejenigen, die ab dem 1. Juli 2012 kommen, kann eine Übernahme schon nach 18 statt 36 Monaten erfolgen. Voraussetzung ist allerdings eine entsprechende Auftragslage", sagte Meine. Im Januar
2013 beginnt auch eine neue Lohnstaffelung, die tariflich festgeschrieben ist: Leiharbeiter können nach neun Monaten im Unternehmen mit Stammbeschäftigten gleichgestellt werden. Prinzipiell gilt auch für sie der vereinbarte Einkommenszuwachs von 4,3 Prozent.

VW-Verhandlungsführer Martin Rosik sagte, er sei in den Gesprächen ans Äußerste gegangen: "Die Verhandlungen waren hart. Aber wir sind sehr besonnen mit der Gesamtsituation umgegangen." Zu den Kosten des Abschlusses für den Konzern machte er keine Angaben - wies jedoch auf den hohen Kostendruck durch Branchenrivalen und auf die unsichere wirtschaftliche Entwicklung in West- und Südeuropa hin. "Die Anspannung im internationalen Wettbewerb bleibt unverändert hoch."

Wie das Unternehmen die zusätzlichen Leiharbeiter auf die Werke verteilen will, werde in den kommenden Tagen mit dem Betriebsrat beraten, kündigte Rosik an. Darüber hinaus einigte sich der Personalchef der Kernmarke VW-Pkw mit den Mitarbeitervertretern auf die Schaffung von 175 weiteren Ausbildungsplätzen pro Jahr an den zehn deutschen Standorten. In der Summe sind es nun jährlich 1.600.

Betriebsratschef Bernd Osterloh sprach von einem "großartigen Verhandlungsergebnis", das noch über die Flächenregelung hinausgehe. "Es trägt der guten wirtschaftlichen Entwicklung von Volkswagen Rechnung." Die Belegschaft habe auch durch ihre kurzzeitigen Arbeitsniederlegungen vor zwei Wochen dazu beigetragen und den Druck auf das Management erhöht. Mehr als 30.000 Mitarbeiter hatten dagegen protestiert, dass VW in der ersten Runde noch kein Angebot vorlegte.

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