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VW-Tarifeinigung

Löhne steigen um 4,2 Prozent

Foto: VW 71 Bilder

Beim Autobauer Volkswagen haben sich das Unternehmen und die Gewerkschaft IG Metall auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Die rund 95.000 Beschäftigten der westdeutschen VW-Standorte erhalten demnach zum 1. Januar kommenden Jahres 4,2 Prozent mehr Geld.

29.09.2009

Zudem gibt es Einmalzahlungen. Außerdem soll bei VW künftig eine Leistungszulage für die Beschäftigten eingeführt werden. Das teilten beide Tarifparteien am Montag (28.9.) in Hannover mit. Die Einigung sieht zudem Regelungen zum Thema Altersteilzeit und Ausbildung vor.
 

Nach der Tarifeinigung beginnen bei VW nun nach Angaben des Betriebsrats die Verhandlungen über die geplante Mitarbeiterbeteiligung. "Diesem Thema werden wir uns nun mit voller Kraft widmen", sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh. Er bekräftigte, der Betriebsrat strebe eine Mitarbeiterbeteiligung an Volkswagen in der Größenordnung zwischen einem und fünf Prozent an.

Ergebnis der Metall- und Elektroindustrie übernommen
 
Bei der Entgelterhöhung übernimmt VW das Ergebnis der Metall- und Elektroindustrie in der Fläche. Der neue Haustarifvertrag bei VW hat eine Laufzeit von 18 Monaten. Er beginnt rückwirkend zum 1. August dieses Jahres und endet am 31. Januar 2011. Die Mitarbeiter erhalten zwei Einmalzahlungen: 510 Euro Mitte Oktober dieses Jahres und 200 Euro Ende Februar 2010.
 
Vom Jahr 2011 an soll eine individuelle Leistungszulage eingeführt werden. Dies war eine Forderung von VW. Die Kriterien sollen bis Ende September 2010 in einer Betriebsvereinbarung festgelegt werden. Die Leistungszulage soll sich an einem Betrag von rund 100 Euro im Monat orientieren. Sie wird zusätzlich zum Tarifentgelt gezahlt.

Guter Tarifkompromiss

IG Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine sprach von einem "guten Tarifkompromiss". Die Gewerkschaft habe ihr Ziel erreicht. Dies wäre ohne den hohen Organisationsgrad bei VW nicht möglich gewesen. Die IG Metall hatte mit Warnstreiks gedroht, falls es am Montag in der vierten Tarifrunde nicht zu einem Ergebnis gekommen wäre.
 
VW-Verhandlungsführer Jochen Schumm sagte, es sei in schwierigen Zeiten ein Tarifergebnis erreicht worden, mit dem die Wettbewerbsfähigkeit von Volkswagen gestärkt worden sei. Mit der Leistungszulage entwickle VW sein Entgeltsystem strategisch weiter.
 
Zur Einigung zählt auch, dass die Altersteilzeit für die Jahrgänge 1955 bis 1960 verlängert wird. Außerdem garantiert VW für die nächsten zwei Jahre wie bislang die Schaffung von jährlich 1.250 Ausbildungsplätzen.
 
VW schlägt sich in der weltweiten Absatzkrise besser als die Konkurrenz und hat Marktanteile hinzugewonnen. In Deutschland hat VW massiv von der Abwrackprämie profitiert.
 
Betriebsratschef Osterloh bezeichnete die Tarifeinigung als guten Abschluss. "Wir können uns mit dem Ergebnis sehen lassen." Er fügte hinzu: "Das waren wir unseren Kolleginnen und Kollegen auch schuldig." Die Mitarbeiter hätten wegen des Nachfragebooms durch die Abwrackprämie hohe Belastungen gehabt.
 
Zum Thema Mitarbeiterbeteiligung sagte Osterloh, es müssten nun zunächst die rechtlichen Voraussetzungen geklärt werden. Optionen seien eine Stiftung, ein gemeinnütziger Verein oder ein genossenschaftliches Modell. Die Mitarbeiterbeteiligung war Teil der Einigung zwischen VW und Porsche zur Bildung eines integrierten Autokonzerns.

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