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VW-Tarifmodell ist Erfolgsmodell

Das VW-Tarifmodell "5.000 x 5.000" wird in seinem ersten Jahr in einer wissenschaftlichen Studie als Erfolg bewertet. Das gesellschaftspolitisch wichtigste Ziel, Arbeitslose in großer Zahl in normale Beschäftigungsverhältnisse zu bringen, sei erreicht worden.

10.10.2003

Angesichts der Arbeitsmarktmisere sei dies ein beispielhafter und nachahmenswerter Erfolg. Das sind Kernpunkte einer Untersuchung des Soziologischen Forschungsinstituts (SOFI) der Universität Göttingen unter Leitung von Michael Schumann. Die Studie ist die erste wissenschaftliche Untersuchung über das Tarifprojekt.

Das Tarifsystem "5.000 x 5.000" war 2001 nach schwierigen Verhandlungen zwischen IG Metall und Volkswagen zur Fertigung des Minivans Touran vereinbart worden. Die Formel stammt noch aus den Zeiten der D-Mark: Für je 5.000 DM (2.560 Euro) Lohn werden 5.000 neue Arbeitsplätze für bisher Arbeitslose geschaffen. Volkswagen wollte mit dem Projekt die Verlagerung von Produktion ins Ausland verhindern. Im Gegenzug sollte aber bei den Personalkosten gespart werden.

Gewerkschaften stimmten hochflexiblen Arbeitszeiten zu

Die Gewerkschaften stimmten hochflexiblen Arbeitszeiten und einer auch am Erfolg orientierten Bezahlung zu, die unter dem VW-Haustarifvertrag, aber nicht unter dem durchschnittlichen Niveau in der Metallindustrie liegt. Neben 3.500 Stellen in Wolfsburg sollen bis 2005 rund 1.500 Stellen am VW-Standort Hannover geschaffen werden. Die eigens gegründete Auto 5000 GmbH startete Anfang Oktober 2002. Der Touran kam Mitte 2003 auf den Markt.

Die vorliegenden Ergebnisse beziehen sich auf die erste Phase eines bis 2005 angelegten Forschungsprojekts. Finanziert wurde die Studie von der Volkswagen-Stiftung, der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung sowie der Volkswagen AG und der IG Metall.

Auch Ältere profitieren

Der SOFI-Untersuchung zufolge waren die meisten eingestellten Arbeiter sowie die Mitglieder der ersten Führungsebene - die so genannten Betriebsingenieure - beim Projekt "5.000 x 5.000" vorher arbeitslos. Bei der Mannschaft liegt die Quote bei 89 Prozent, bei den Betriebsingenieuren mit 65 Prozent etwas geringer.

Nicht nur junge Bewerber bekamen eine Zusage - im Gegensatz zur inzwischen üblichen Praxis, kaum Produktionsarbeiter einzustellen, die älter als 35 Jahre sind. Allerdings brachte das Projekt keine Verbesserung für die über 50-Jährigen. Auch für andere besonders benachteiligte Gruppen auf dem Arbeitsmarkt änderte sich nichts, etwa für Gering-Qualifizierte und gesundheitlich Eingeschränkte. "Dennoch: Insgesamt hätte knapp zwei Drittel der Mannschaft nach den üblichen Auswahlkriterien keine Chance auf einen Job in der Automobilindustrie gehabt", heißt es in der Studie. Insgesamt bewarben sich 43.000 Menschen für eine Stelle im Rahmen des Modells "5.000 x 5.000".

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