Daneben seien eine Anschlussregelung zur Altersteilzeit, erneute Ausbildungsgarantie und Übernahme aller Ausgebildeten in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis bei VW wichtig, machte IG Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine in der ersten Sitzung am Donnerstag (20.8.) in Hannover deutlich.
Absatzsteigerung muss sich im Tarifergebnis widerspiegeln
Die Gewerkschaft wolle keinen zähen Verhandlungsmarathon, sagte er. "Wir sind aber auch zum Konflikt bereit." Die Gespräche sollen am 1. September fortgesetzt werden.
"Volkswagen fährt derzeit dem Wettbewerb auf allen Ebenen davon und verkündet stetige Absatzsteigerungen, das muss sich auch in einem Tarifergebnis widerspiegeln", begründete Meine die Forderungen der Arbeitnehmerseite. VW-Verhandlungsführer Jochen Schumm sagte, der Abschluss für den Flächentarifvertrag 2008, an dem sich die Gewerkschaftsforderung orientiert, sei unter völlig anderen Rahmenbedingungen als heute zustande gekommen. Volkswagen stehe vor großen Anstrengungen, insbesondere 2010, um die gesteckten Ziele zu erreichen.
VW hat die schwere Branchenkrise bisher zwar besser als viele Konkurrenten überstanden, hat aber dennoch mit Absatzrückgängen zu kämpfen. Mit Sorge blicken Autoexperten zudem ins kommende Jahr, in dem nach Auslaufen der Abwrackprämie massive Einbrüche erwartet werden. VW hatte besonders stark von der Prämie profitiert.
Streitthema: Altersteilzeit
Zu den besonders strittigen Punkten in den Verhandlungen dürfte die Forderung nach einer neuen Altersteilzeitregelung gehören. Weil die gesetzliche Förderung der Bundesagentur für Arbeit Ende des Jahres ausläuft, müsste VW dafür mehr Geld in die Hand nehmen.
Meine betonte, Arbeiter an den Bändern und in der Produktion könnten nicht bis 67 Jahren arbeiten. Die Beschäftigungsbrücke Altersteilzeit werde außerdem gebraucht, um den Jüngeren Jobchancen zu sichern. "Ein älterer Beschäftigter hat die Möglichkeit, vorzeitig auszuscheiden, und ein junger Mensch kann im Gegenzug übernommen werden. Das hat die Altersteilzeit zum generationenübergreifenden Erfolgsmodell werden lassen und darf in keinem Fall gefährdet werden." Meine forderte das Unternehmen auf, in der zweiten Verhandlung am 1. September der IG Metall ein verhandelbares Angebot zu unterbreiten.
VW will leistungsorientierte Verträge
Die Arbeitgeberseite fordert in den Verhandlungen auch die Einführung einer leistungsorientierten Vergütungskomponente. Schumm, der auch Personalchef für die deutschen VW-Werke ist, sagte: "Wir wollen in diesem Tarifabschluss das Thema Leistungsdifferenzierung mit regeln." Das persönliche Engagement des einzelnen Mitarbeiters solle deutlicher als bisher anerkannt werden.




