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VW

Tarifverhandlung vor dem Durchbruch

Foto: ams

Die VW-Sanierungsgespräche zwischen Management und IG Metall sind am späten Mittwochabend (27.9.) unterbrochen worden. Sie sollen am Donnerstagmorgen fortgesetzt werden. Das sagte ein VW-Sprecher in Langenhagen bei Hannover.

28.09.2006

Die Verhandlungen zwischen Volkswagen und IG Metall über die Sanierung der ertragsschwachen Traditionsmarke VW scheinen kurz vor einem Durchbruch zu stehen. VW-Verhandlungsführer Klaus Dierkes sagte am Mittwochabend in einer Verhandlungspause in Langenhagen bei Hannover, beide Seiten seien sich "deutlich näher" gekommen. Er hoffe, dass es am Donnerstag einen Durchbruch gebe. IG Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine sagte, das Unternehmen habe seine "Blockadehaltung" aufgegeben. Die Tarifgespräche, die am Morgen in dritter Runde begonnen hatten, sollen in der Nacht unterbrochen und am Donnerstag fortgesetzt werden.

Kernforderung von VW ist es, mit einer Änderung des Tarifvertrags die Wochenarbeitszeit in den sechs westdeutschen Werken von 28,8 ohne Lohnausgleich auf 35 Stunden zu verlängern. Damit soll die Wettbewerbsfähigkeit der Marke VW deutlich erhöht werden.

Meine sagte, der VW-Vorstand habe anscheinend verstanden, dass es ohne konkrete Zusagen über Produkte, Investitionen und Auslastung der sechs westdeutschen VW-Werke keinen Arbeitnehmerbeitrag zur Sanierung der Marke VW geben werde. Es gehe bei den Zusagen noch um Details und "verbindliche Formulierungen". Meine: "Wir verhandeln sehr intensiv Werk für Werk." Einzelheiten wollte er nicht nennen. Die IG Metall hatte konkrete Zusagen für die Werke zur Vorbedingung gemacht, bevor sie über einen Arbeitnehmerbeitrag verhandelt. Ohne Zusagen wollte sie die Tarifgespräche abbrechen.

Gewerkschaft fordert Gewinnbeteiligung der Arbeitnehmer

Dierkes sagte, aus seiner Sicht habe VW die von der Gewerkschaft geforderten Vorbedingungen erfüllt. Nun müsse über den Arbeitnehmerbeitrag gesprochen werden, möglichst noch am Mittwochabend. An der Rückkehr zur 35-Stunden-Woche führe "kein Weg vorbei". Die IG Metall fordert im Gegenzug neben den konkreten Zusagen über Produkte und Auslastung der Werke etwa eine Gewinnbeteiligung der Beschäftigten.

Als Knackpunkte bei den Verhandlungen gelten die IG Metall-Forderung, ein zusätzliches volumenstarkes Modell ins Stammwerk Wolfsburg zu holen, die Zukunft der Gießerei in Hannover sowie die neue Golf-Generation in Wolfsburg. VW-Markenchef Wolfgang Bernhard hatte mit der Verlagerung der Golf-Produktion ins Ausland gedroht, sollten sich die Wettbewerbsbedingungen im Stammwerk nicht ändern. Zu den Knackpunkten wollten sich aber weder Meine noch Dierkes am
Mittwochabend äußern.

Am Morgen sollen die Verhandlungen noch kurz vor dem Scheitern gestanden haben. Die Tarifgespräche wurden dann aber doch in dritter Runde aufgenommen, weil VW präzisere Zusagen über Produkte und Investitionen in den westdeutschen Werken in Aussicht stellte. Nach dpa-Informationen gab es im VW-Vorstand unterschiedliche Auffassungen über die Verhandlungsführung.

Knapp an roten Zahlen vorbei

Die Konzern-Kernmarke VW war 2005 nur knapp an roten Zahlen
vorbeigeschrammt. Die westdeutschen Werke - Rückgrat der VW-Produktion - hatten einen dreistelligen Millionenverlust verzeichnet. Im Februar hatte Konzernchef Bernd Pischetsrieder zur Sanierung der Marke mindestens 20 000 Jobs auf den Prüfstand gestellt. Sie sollen jedoch hauptsächlich auf freiwilligem Weg abgebaut werden. Bisher wurden mehr als 4000 Aufhebungsverträge geschlossen.

Der geltende Tarifvertrag, der die rund 100 000 Beschäftigten der westdeutschen Werke bis 2011 vor Entlassungen schützt, ist ungekündigt. In den Tarifgesprächen loten die Tarifparteien nun aus, ob Änderungen an dem Vertrag erreicht werden können.

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