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VW

Tarifverhandlungen ergebnislos vertagt

Foto: dpa

Zum Auftakt der mit Spannung erwarteten Tarifverhandlungen beim Autobauer Volkswagen hat es am Mittwoch (15.9.) in Hannover keine Annäherung gegeben.

16.09.2004

Das erste Treffen wurde in Hannover nach drei Stunden auf den 5. Oktober vertagt. "Wir liegen meilenweit auseinander", sagte IG-Metall-Bezirkschef Hartmut Meine. VW-Verhandlungsführer Josef-Fidelis Senn bezeichnete die Situation als "außerordentlich schwierig". Mitten in den Gesprächsbeginn platzte überraschend die Nachricht, dass sich das Wüsten-Emirat Abu Dhabi nun doch nicht an Europas größtem Autobauer beteiligen wird.

VW-Personalchef Senn sagte, das Unternehmen sehe keinen Spielraum für Lohnerhöhungen. Volkswagen stehe wegen der aktuell schwierigen Lage auf den Märkten "gewaltig unter Druck". Senn bekräftigte, VW wolle die Arbeitskosten bis 2011 um rund zwei Milliarden Euro oder 30 Prozent senken, um die insgesamt 176.000 Konzern-Arbeitsplätze zu sichern. "Diese Tarifrunde ist eine Richtungsentscheidung."

IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine nannte die von VW geforderte Nullrunde eine "Zumutung". Die IG Metall bleibe bei ihrer Forderung nach Einkommenserhöhungen von vier Prozent und einer verbindlichen Garantie für die 103.000 westdeutschen Arbeitsplätze. Statt der notwendigen Job-Garantie habe es seitens VW nur "vage Sprechblasen" gegeben. Die Kürzungsforderungen von Volkswagen seien "unrealistisch und überzogen".

Gewerkschaft fühlt sich stark

Zuvor hatte Meine versichert, die Gewerkschaft sei zu konstruktiven Gesprächen bereit. Zugleich demonstrierte er aber erneut Kampfbereitschaft. Rund 97 Prozent der VW-Arbeiter sind in der Gewerkschaft organisiert. "Wir verhandeln aus einer Position der Stärke", hat Meine deshalb immer wieder betont. Der Haustarifvertrag läuft am 30. September aus. Ein Streik wäre nach dem Ende der Friedenspflicht Ende Oktober möglich. Es wäre der erste echte Streik bei dem Wolfsburger Unternehmen.

Volkswagen will angesichts der schwierigen Lage des Unternehmens eine zweijährige Nullrunde bei den Löhnen und Gehältern durchsetzen. Der neue Haustarif soll ab 2005 auslaufen, Neueinstellungen sollen nur noch nach dem niedrigeren Flächentarif erfolgen.

Zudem wurde am Mittwoch überraschend bekannt, dass VW seine Beteiligung an der niederländischen Leasing-Gesellschaft LeasePlan (rund eine Milliarde Euro) nun aus dem laufenden Geschäft statt aus dem Verkauf eines Aktienpakets an das Emirat Abu Dhabi finanziert. Grund dafür sei, dass man sich auf den Preis nicht habe einigen können, teilte VW mit. Beide Seiten wollten aber weiterhin zusammenarbeiten.

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