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VW-Tarifverhandlungen

Tarifgespräche auf zweite Runde vertagt

Foto: dpa

Die erste Gesprächsrunde über einen neuen Haustarifvertrag bei Volkswagen ist am Mittwoch ohne Ergebnis zu Ende gegangen. IG-Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine und der VW- Personalleiter für Deutschland, Jochen Schumm, vereinbarten am Mittwoch (19.1.) in Hannover, sich am Freitag kommender Woche erneut zu treffen.

19.01.2011

Volkswagen kündigte an, dann ein konkretes Angebot für die rund 100.000 Beschäftigten der sechs westdeutschen Werke und der Finanzsparte vorzulegen. Die IG Metall fordert angesichts der glänzenden Lage des Konzerns eine Anhebung der Löhne um sechs Prozent mit einer Laufzeit von zwölf Monaten.

VW will sich an der Fläche orientieren

VW will sich dagegen am Flächentarifvertrag für die Metall- und Elektroindustrie orientieren. Die darin vereinbarte Nullrunde von elf Monaten wolle das Unternehmen aber nicht nachvollziehen, erklärte Schumm. Eine Erhöhung erst zum 1. Januar 2012 wäre nicht angemessen. Er habe deshalb signalisiert, dass für VW eine prozentuale Anhebung für das erste Halbjahr 2011 realistisch sei. Über die Höhe habe man noch nicht gesprochen. "Das werden wir in den Verhandlungen sehen." Für die Fläche war zuletzt ein Plus von 2,7 Prozent ausgehandelt worden.
 
Die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Volkswagen müsse bei der Höhe des Abschlusses mit berücksichtigt werden, betonte Schumm. Die Marktlage in den verschiedenen Regionen könne sich laufend ändern. "Da müssen wir sehr auf der Hut sein."

Gewerkschaften erwarten ein ordentliches Angebot

Meine bewertete den Auftakt der Gespräche positiv. VW sei einen Schritt auf die IG Metall zugegangen. Die Gewerkschaft erwarte nun ein "ordentliches und verhandlungsfähiges Angebot". Einen Abschluss schon in der zweiten Runde hielt er allerdings für unwahrscheinlich.
 
Vor Beginn der Gespräche hatte Meine die Sechs-Prozent-Forderung als gut begründet verteidigt. Sie treffe auch die Erwartungshaltung der Belegschaft. "Der Laden brummt. Wir sind zuversichtlich, dass wir für unsere Mitglieder bei Volkswagen ein gutes Ergebnis herausholen."
 
Überlegungen, die tariflich vereinbarte Erfolgsbeteiligung der Beschäftigten am Gewinn bei den Lohnverhandlungen zu berücksichtigen, erteilte der Gewerkschafter eine Absage: "Das ist ein zweites Paar Schuhe. Darauf haben die Kollegen einen Anspruch, aber das steht jetzt nicht zur Debatte."
 
Volkswagen steht derzeit hervorragend da. Im vergangenen Jahr erzielte der Konzern einen Absatzrekord von über sieben Millionen Autos. Die Kasse ist gut gefüllt, es werden hohe Gewinne erwartet. In Wolfsburg und anderen Werken fährt die Belegschaft Sonderschichten und macht Überstunden, um die Nachfrage zu befriedigen. Für manche Modelle gibt es lange Lieferzeiten.

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