VW Touran und Sharan in der Kaufberatung

Die neuen Familienmodelle von Volkswagen

VW Sharan, VW Touran

Der VW Sharan erhält nach rund 15 Jahren Bauzeit einen Nachfolger, der halb so alte Touran eine große Modellpflege. Welcher Van der beiden die bessere Wahl ist, lesen Sie in der großen Kaufberatung.

Von vorne reicht der erste Blick nicht. Ist das jetzt ein VW Golf, Golf Plus oder doch der neue VW Touran? Die aktuelle VW-Designsprache, die nun auch der Touran bekommt, macht ihn schon optisch zum Mitglied der großen Golf-Familie. Durch die jetzt quer angeordneten Heckleuchten wirkt er zudem noch kompakter. Dabei hat sich an den Außenmaßen praktisch nichts verändert. 

Der VW Sharan bietet insgesamt das bessere Raumangebot

Auf der gleichen technischen Basis haben die VW-Designer allerdings ordentlich Hand angelegt. Außen sind vom Vorgänger lediglich die Türen geblieben, und innen hat das aus dem VW Golf VI bekannte Cockpit Einzug gehalten. Das hintere Seitenfenster steigt nun wie beim Golf stärker an, dafür wurde die Heckscheibe etwas größer. So blieb die sehr gute Rundumsicht im Touran erhalten. Warum also noch zum neuen Großraum-Van greifen? Wer regelmäßig zu viert oder fünft unterwegs ist, dem bietet der VW Sharan insgesamt das bessere Raumangebot. Selbst als Siebensitzer bleibt im Gegensatz zum VW Touran ein nutzbarer Restkofferraum, in dem die Sporttaschen einer Handballmannschaft noch Platz finden. Die zweite Sitzreihe mit ihren wahlweise zwei oder drei Einzelsitzen lässt den Passagieren zudem mehr Beinfreiheit, so dass sich auch längere Reisen bequem aushalten lassen. Und selbst in der dritten Sitzreihe reicht der Platz für Passagiere bis zu einer Körpergröße von 1,80 Meter aus im Gegensatz zu der im Touran, die nur für Kinder geeignet ist.

Wie Ford S-Max und Galaxy setzt auch der VW Sharan auf eine dynamische Optik

Der VW Sharan hat sein biederes Blechkleid ebenfalls gegen einen gut sitzenden VW-Designeranzug getauscht. Wie die Hauptkonkurrenten Ford S-Max und Galaxy setzt er nun auf eine dynamische Optik. Um dennoch ein üppiges Raumangebot zu bieten, mussten die Ingenieure den Van um rund 20 Zentimeter strecken. Damit überragt er den VW Touran nun um etwa 40 Zentimeter. Trotz nach wie vor guter Rundumsicht ist deshalb eine Einparkhilfe empfehlenswert. VW hat unterschiedliche Systeme vom einfache Parkpiepser (545 Euro) bis zum Parklenkassistenten (840 Euro) im Angebot. Im VW Touran kommt das simplere, akustische System preiswerter (390 Euro), der Einparkassistent dagegen teurer (985 Euro).

Günstiger Einstieg, darüber happig so lässt sich die Preisgestaltung des VW Touran insgesamt charakterisieren. Los geht es bereits ab 22.400 Euro. Dafür gibt es den 1,2-Liter-Basisbenziner mit 105 PS in der Trendline-Ausstattung. Extras wie Klimaanlage, elektrische Fensterheber und ein CD-Radio sind bereits an Bord.

Das Motorenprogramm zum Marktstart kann getrost als überschaubar bezeichnet werden

Wahlweise steht ein 1,6-Liter-Diesel mit 105 PS ab 24.950 Euro zur Verfügung. Da müssen VW Sharan-Interessenten tiefer in die Tasche greifen. Die Preise starten bei 28.875 Euro. Das Motorenprogramm zum Marktstart kann getrost als überschaubar bezeichnet werden. Es gibt nur einen Benziner und einen Diesel, die jedoch ab Werk mit dem spritsparenden Blue Motion Technology-Paket ausgestattet sind inklusive Start-Stopp-System mit Bremsenergie-Rückgewinnung. Soll es beim VW Touran ein stärkeres Triebwerk oder gar ein Doppelkupplungsgetriebe sein, rückt er preislich näher an den Sharan heran. Der Unterschied beträgt etwa beim Zweiliter-Diesel mit 140 PS nur noch 2.550 Euro. Grund: Die starken Motoren sind beim Touran anders als beim Sharan an die teurere Comfortline-Version gekoppelt. Ausstattungsbereinigt bleibt allerdings eine Differenz von gut 4.000 Euro.

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Jens Katemann

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