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VW

Verhandlungen terminiert

Foto: dpa

Im Zuge der Sanierungsgespräche bei Volkswagen kann auch über Änderungen am geltenden Tarifvertrag verhandelt werden. Die Tarifkommission der IG Metall gab am Montag (11.9.) in Hannover grünes Licht für Tarifgespräche. Der Tarifvertrag soll aber nicht gekündigt werden. Der Kommission gehören Mitglieder der Betriebsräte der Werke und der Gewerkschaft an.

11.09.2006

Nach dem Beschluss, der nach IG Metall-Angaben einstimmig fiel, können die Tarifgespräche jetzt wie geplant am kommenden Montag den 18. September beginnen. VW will zur Sanierung der Kernmarke unter anderem die Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich von 28,8 auf 35 Stunden verlängern. Die Gewerkschaft verlangt im Gegenzug Garantien für Jobs und Auslastung für jedes einzelne der sechs westdeutschen Werke sowie eine Erfolgsbeteiligung.

Voraussetzung für die Zustimmung der Kommission zu Tarifgesprächen sei gewesen, das VW bei einem Treffen mit Gewerkschaft und Betriebsrat am vergangenen Freitag erkennen lassen habe, dass das Unternehmen zu konkreten Produktzusagen bereit sei, teilte die IG Metall mit. Verhandlungsführer Hartmut Meine sagte, er erwarte "harte Konflikte" mit dem Vorstand von Volkswagen. "Die platte Forderung nach Einführung der 35-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich weisen wir entschieden zurück", betonte er.

Personalkosten gegen Standortsicherung

Volkswagen sei grundsätzlich bereit, verbindliche Zusagen für die sechs westdeutschen Standorte zu geben, wenn die IG Metall bereit sei, eine Reduzierung der Personalkosten zu akzeptieren, führte Meine aus. "Eine Erhöhung der Arbeitszeit um 6,2 Stunden wird es aber ohne jeglichen Lohnausgleich mit uns nicht geben."

Die Gewerkschaft fordert unter anderem, dass die neue Golf-Generation ab 2008 am Standort Wolfsburg gefertigt werden muss. Ferner müsse ein weiteres Modell dort gebaut werden. Außerdem müsse eine "beschäftigungsorientierte Lösung" für die Gießerei in Hannover auf dem Tisch liegen. Die Gießerei gilt als nicht rentabel. Derzeit führt VW Gespräche über die Zukunft des Unternehmensbereichs - auch über einen möglichen Verkauf.

Am Freitag hatten VW-Management und IG Metall bei Sanierungsgesprächen eine Annäherung erzielt. Die Traditionsmarke VW war 2005 nur knapp an roten Zahlen vorbeigeschrammt. Die sechs westdeutschen VW-Werke hatten einen dreistelligen Millionenverlust verzeichnet und gelten als nicht mehr wettbewerbsfähig. Die VW-Spitze hatte im Februar zur Sanierung der Marke VW mindestens 20.000 Jobs auf den Prüfstand gestellt. Das Unternehmen will mit längeren Arbeitszeiten, einer besseren Auslastung der Werke und massiven Kostensenkungen die Ertragsprobleme in den Griff bekommen.

VW-Verhandlungsführer Klaus Dierkes hatte nach den Gesprächen am Freitag gesagt, VW habe sehr konkrete Perspektiven zum Thema Beschäftigung auf den Tisch gelegt. Aber ohne Zugeständnisse der Gewerkschaft könne die Zukunft bei Volkswagen nicht gesichert werden.

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