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VW

Verhandlungen über Gießerei-Verkauf

Foto: ams

VW verhandelt über einen möglichen Verkauf der konzerneigenen Gießerei in Hannover. Einen entsprechenden Bericht des Manager-Magazins bestätigte ein VW-Sprecher am Mittwoch (23.8.) in Wolfsburg.

23.08.2006

"Wir führen Gespräche." Es gebe aber noch keine Entscheidung. "Dies ist eine Alternative, die der Wirtschaftlichkeit, aber auch der Sicherung der Beschäftigung am Standort Hannover dienen soll", sagte der Sprecher. Zu weiteren Details werde der Wolfsburger Autobauer keine Stellung nehmen.

Der Konzernsprecher dementierte aber, dass auch über den Verkauf der Achsenfertigung in Braunschweig verhandelt werde. Nach dem Bericht des Manager-Magazins soll sich dafür vor allem der Autozulieferer ZF Friedrichshafen interessieren. Dort hieß es: "Wir geben dazu zur Zeit keinen Kommentar ab."

Betriebsrat kritisiert Berichte: "Stimmung wird aufgeheizt"

Für die Gießerei in Hannover mit ihren rund 1.250 Beschäftigten gibt es dem Manager-Magazin zufolge zwei ernsthafte Interessenten für eine Übernahme. Die beiden Firmen, darunter der sauerländische Guss-Spezialist Hondel, prüften derzeit die Bücher.

Die Komponentenfertigung steht im Zuge der Sanierungspläne für die Marke VW auf dem Prüfstand. Markenvorstand Wolfgang Bernhard hatte wiederholt erklärt, die konzerneigene Komponentenfertigung sei teilweise unrentabel und die Schließung einzelner Bereiche nicht ausgeschlossen. Die Gießerei gilt dabei seit langem als gefährdet.

Der Betriebsrat in Hannover kritisierte, mit Berichten über einen Verkauf der Gießerei werde "die ohnehin angespannte Stimmung unerträglich aufgeheizt." Es gebe dort eine kompetente und motivierte Mannschaft, technologisch anspruchsvolle Produkte und feste Lieferverträge für die kommenden Jahre.

Nach Auffassung des Betriebsrates müsse es jetzt darum gehen, über die Bedingungen für die Zukunftsfähigkeit des Bereichs, statt über einen Verkauf zu reden. Dazu erwarte der Betriebsrat nun Vorschläge des Managements. Dies solle auch Thema der anstehenden Gespräche mit der Gewerkschaft sein.

Beratungen über Sanierung ab 8. September

Vom 8. September an wollen Unternehmensspitze und Gewerkschaft über die Sanierung der ertragsschwachen und mit Überkapazitäten belasteten Kernmarke beraten. Der Vorstand will die Kosten massiv senken, Stellen abbauen und die Arbeitszeit verlängern. Die Beschäftigten sind aber durch einen Tarifvertrag geschützt, der nur im Einvernehmen geändert werden kann oder aber gekündigt werden muss. In den Gesprächen soll es um die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und der Beschäftigung gleichermaßen gehen.

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh sagte im Manager-Magazin zum Thema Komponenten, ein Verkauf einzelner Bereiche sei noch nicht vom Tisch. Zu den Bedingungen, die der VW-Vorstand gesetzt habe, könnten der Standort Braunschweig und andere langfristig nicht bestehen. Der Betriebsrat fordert, die eigene Teilefertigung wettbewerbsfähig zu machen und dann mehr Komponenten als bislang selbst zu produzieren.

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