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VW XL1 auf der Qatar Motor Show

1-Liter-Auto mit PlugIn-Hybrid

VW XL1, Einliter-Auto, Foto: VW 54 Bilder

Mit dem VW XL1 debütiert auf der Qatar Motor Show die Neuauflage des Einliter-Autos. Bereits 2002 und 2009 gab es zwei Spar-Studien von Volkswagen.

19.02.2011

Vor neun Jahren fuhr der VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech mit dem Einliter-Auto zur Hauptversammlung von Wolfsburg nach Hamburg. Wir zeigen den neuen VW XL1 und seine beiden Vorgänger von 2002 und 2009.

Der neue VW XL1 feiert seine Weltpremiere auf der Qatar Motor Show - ausgerechnet in dem an Erdölvorkommen so reichen Emirat am Persischen Golf. Die Präsentation des XL1 fand vor 200 hochrangigen Gästen statt, unter ihnen der Emir von Katar Hamad bin Chalifa Al Thani, Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister und Ferdinand Piëch. Ausgerechnet hier enthüllen die Wolfsburger ein Fahrzeug, das sich durch seinen sparsamen Umgang mit dem fossilen Brennstoff auszeichnen soll.

0,9 Liter Diesel auf 100 km 1:42 Min.

VW XL1 soll 0,9 Liter auf 100 Kilometern verbrauchen

Denn der VW XL1 soll sich im Durchschnitt mit lediglich 0,9 Litern Diesel auf 100 Kilometern begnügen und dabei nur 24 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren. Dank seines Zehnliter-Tanks soll der XL1 bis zu 540 Kilometer zurück legen können, ohne dass ein Zwischenstopp an der Zapfsäule vonnöten ist.

Damit steht die Studie ganz in der Tradition der Einliter-Autos aus dem Hause VW. Diese hatte Ferdinand Piech vor elf Jahren mit seiner Zielsetzung in Gang gebracht, ein vollwertiges und alltagstaugliches Auto mit einem Verbrauch von einem Liter in Serie zu bauen. Der erste Prototyp erblickte zwei Jahre später das Licht der Weltöffentlichkeit.

VW XL1 als 795 Kilogramm leichter Zweisitzer mit Plug-In-Hybrid

Mit dem neuen VW XL1 wollen die Wolfsburger dem Ziel der Serienfertigung eines Einliter-Autos nun ein bedeutendes Stück näher gekommen sein. Der Hauptgrund hierfür liegt vor allem in einem neuen, patentierten System zur kostengünstigen Herstellung von kohlefaserverstärktem Kunststoff (CFK). Aus diesem ebenso leichten wie stabilen Werkstoff bestehen insgesamt 21,3 Prozent (169 Kilogramm) der Studie. So werden die Karosserie und das Monocoque des VW XL1 zum Großteil aus CFK gefertigt. Insgesamt bringt es der XL1 dadurch auf ein Leergewicht von nur 795 Kilogramm.

Verantwortlich für den Antrieb zeichnet sich ein Plug-In-Hybridsystem, das aus einem 0,8 Liter großen, 48 PS/ 120 Nm starken Zweizylinder-Common-Rail-Turbodiesel und einem 20 kW/ 100 Nm starken Elektromotor besteht. Die voll auf Sparsamkeit ausgelegten Aggregate sind an ein Siebengang-Direktschaltgetriebe gekoppelt. Wird die volle Leistung gefordert, stellen TDI- und E-Motor zusammen maximal 140 Nm zu Verfügung und sollen den Prototyp in 11,9 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 160 km/h begrenzt.

Der VW XL1 soll rein elektrisches Fahren über eine Distanz von bis zu 35 Kilometern ermöglichen. Der E-Motor speist die Lithium-Ionen-Batterien bei jedem Bremsvorgang mit Energie. Geht diese dennoch zur Neige, können die Akkus an einer haushaltsüblichen Steckdose aufgeladen werden.

Delphin als Vorbild für die Karosserie des VW XL1

Um den Verbrauch des VW XL1 auf unter einen Liter pro 100 Kilometer zu drücken, feilten die Designer lange an der Form der Karosserie. Sie ist der Anatomie eines Delphins nachempfunden, verjüngt sich nach hinten stark und soll einen Cw-Wert von lediglich 0,186 aufweisen (VW Golf: 0,312). Die Hinterräder der Studie sind vollständig verkleidet, wodurch Luftverwirbelungen verhindert werden sollen.

Aus aerodynamischen Gründen verzichtet VW beim XL1 überdies auf Außenspiegel. Stattdessen kommen Kameras zum Einsatz. Anders als bei den beiden bisherigen Einliter-Studien von VW sitzen die beiden Passagiere im XL1 nicht hinter-, sondern nebeneinander. Den Zutritt sollen weit nach oben schwingende Flügeltüren erleichtern. Trotz ihrer lediglich 1,67 Meter breiten Karosserie soll die Studie noch ein Kofferraumvolumen von 100 Litern bieten.

Das Umschalten vom reinen Elektro-Betrieb in den Verbrennungsmodus soll nahezu ruckfrei erfolgen. Hierzu wird der TDI-Motor binnen kürzester Zeit auf die benötigte Drehzahl beschleunigt. Der Dieselmotor ist im übrigen von jenem 1,6-Liter-TDI abgeleitet, der auch in VW Passat und Golf zum Einsatz kommt. Er erfüllt die Euro 6-Abgasnorm. Für die nötige Sicherheit an Bord sorgen unter anderem ABS und ESP.

Der neue Ein-Liter-Flitzer XL1 könnte bei Volkswagen bereits in zwei Jahren regelmäßig vom Band laufen. Das mit Hybridantrieb und Carbonfaser-Karosserie ausgestattete Sparmobil habe gute Chancen, ab 2013 in einem der deutschen VW-Werke produziert zu werden, erklärte ein Konzernsprecher am Mittwoch (26.1.) in Wolfsburg. Voraussetzung sei, dass sich genügend Kunden für das High-Tech-Gefährt interessieren. Der Preis und die mögliche Stückzahl seien aber noch offen.

Der VW XL1, der auf der Qatar Motor Show seine Weltpremiere feiert, ist bereits die dritte Einliter-Studie von Volkswagen. Den Anfang machte vor rund elf Jahren das so genannte Einliter-Auto.

Piech demonstriert Sparpotenzial des VW Einliter-Autos

Es war ein grauer Tag im April 2002. Tief hängende Wolken hatten sich über Wolfsburg eingenistet, Regeln prasselte auf den Asphalt. Ferdinand Piech, zu diesem Zeitpunkt Vorstandsvorsitzender des VW-Konzerns, machte sich auf den Weg zur Jahreshauptversammlung von Volkswagen. Doch statt gemütlich im Fond seiner luxuriösen Dienstlimousine Platz zu nehmen, zog es der Patriarch vor, in einem ebenso kompromisslosen wie komfortfreien Zweisitzer die Reise in die Hansestadt anzutreten. Ohne Chauffeur, versteht sich. Denn Ferdinand Piech hält die Zügel bekanntlich gerne selbst in Händen.

Der VW-Boss enterte das Cockpit der neuesten VW-Studie, das die Marketingstrategen geschickt auf den Namen Einliter-Auto getauft hatten. Der Prototyp mit der Form einer Zigarre bot zwei Personen Platz - allerdings nicht neben- sondern hintereinander und war nur zu einem Zweck gebaut worden: Er sollte mit einem Verbrauch von 0,99 Liter Diesel auf 100 Kilometern glänzen und die technische Kompetenz der Wolfsburger in Sachen Verbrauchsreduzierung demonstrieren. Und wer wäre als Testfahrer für das Einliter-Auto besser geeignet als der oberste VW-Boss persönlich?

Piech legte die Strecke von Wolfsburg zur Hauptversammlung nach Hamburg mit einem Durchschnittsverbrauch von 0,89 Liter auf 100 Kilometern zurück. Das 3,65 Meter lange, 1,25 Meter breite und rund einen Meter flache VW Einliter-Auto wurde von einem 0,3-Liter kleinen Einzylinder-Diesel mit 8,5 PS angetrieben und brachte es dank CFK-Karosserie und extremem Leichtbau auf ein Gewicht von lediglich 290 Kilogramm. Rollwiderstandsoptimierte Reifen, ein automatisiertes Sechsgang-Schaltgetriebe sowie die strömungsgünstige Karosserie waren weitere wichtige Parameter zur Verbrauchreduzierung beim Einliter-Auto.

Einliter-Auto 2.0 - der VW L1 debütiert auf der IAA 2009

Sieben Jahre später, auf der IAA 2009 in Frankfurt, präsentierte VW mit dem L1 die Weiterentwicklung des VW Einliter-Autos. Die Form der Studie war mit der des ersten Prototyps nahezu identisch. Zwar absolvierte Ferdinand Piech mit dem L1 keine medienwirksame Testfahrt. Doch dafür hatte mittlerweile der Hybridantrieb Einzug in die Einliter-Studie L1 gehalten.

Das in der Länge auf 3,81 Meter angewachsene Konzeptfahrzeug wurde von einem TDI-Motor und einem Elektromotor angetrieben. Die Kraftübertragung beim VW Einliter-Auto oblag einem Siebengang-Direktschaltgetriebe. Der 800 Kubikzentimeter kleine Selbstzünder leistete im Eco-Modus 27 PS. Um die Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h zu erreichen, musste der Sportmodus mit 39 Diesel-PS und 100 Nm angewählt werden. 

Ebenfalls neu an Bord war das Start-Stopp-System. Das Gewicht lag mit 380 Kilogramm 90 Kilo über dem des ersten VW Einliter-Autos von 2002. Auch der Verbrauch war leicht gestiegen. Er sollte sich auf 1,38 Liter Diesel pro 100 Kilometer einpendeln.

Weltpremiere des neuen VW Einliter-Autos in Katar

Rund neun Jahre nach dem ersten Einliter-Auto stellt VW nun in Qatar eine weitere Studie vor, die weniger als einen Liter auf 100 Kilometer verbrauchen soll. Ob sich Ferdinand Piech wie dereinst hinter das Steuer des VW XL1 klemmen wird, steht noch nicht fest. In jedem Fall dürfte ihm in Qatar statt tristem Aprilwetter Sonnenschein sicher sein.

In unserer Fotoshow blicken wir noch einmal zurück auf die bisherigen Einliter-Autos von VW.

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