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VW

Zukunftsstationen

Foto: ams 10 Bilder

Die VW-Modelloffensive nimmt Formen an - speziell in der Oberklasse: Neu ist der Station als ein variabler Mercedes R-Klasse-Konkurrent, der dieses Segment bei VW künftig gemeinsam mit Phaeton und Touareg definieren soll.

01.08.2006

Familienplanung ist bisweilen eine heikle Angelegenheit. Der eine will, der andere nicht - und irgendwann ist der richtige Zeitpunkt vorbei. Klingt nach menschlichem Beziehungsdrama, ist aber auch klassisches Alltagsproblem auf deutschen Vorstandsetagen. Bei VW zum Beispiel: Der eine träumt vom Roadster (VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder), der andere vom Dreirad (Markenchef Wolfgang Bernhard) - und herausgekommen ist weder das eine noch das andere.

Umso überraschender fällt die Nachwuchsplanung in der Oberklasse aus. Neben dem Geländegänger Touareg und dem Luxusliner Phaeton wird es künftig ein drittes Familienmitglied geben: ein multifunktionales Raumkonzept mit dem Arbeitstitel Station (englisch), das auf die Mercedes R-Klasse zielt.

Um allen Missverständnissen vorzubeugen: Wir reden hier nicht über den Sharan-Nachfolger, der 2008 auf der verstärkten und verlängerten Plattform des Golf-SUV debütieren wird. Es geht um ein ganz neues Modell mit längs eingebauten Motoren, weil VW hier erstmals den neuen modularen Baukasten von Audi nutzt. Eine clevere Idee, denn so ist auch endlich wieder der Einsatz von Achtzylinder-Dieseln und -Benzinern möglich, welche die Marke VW unter ihren durchweg quer installierten Triebwerken zurzeit nicht im Programm führt.

Neue Gesichter für die Oberklasse: Station und Phaeton

Doch der Station soll nicht als reiner Luxusliner positioniert werden: Es wird auch Vierzylinder-Benziner wie den neuen TFSI mit 230 PS und Vierzylinder-Diesel mit Common-Rail-Technik geben. Die Audi-Technik mit weit hinter die Vorderachse gerücktem Motor steht beim Station im Gegensatz zu anderen VW-Modellen nicht nur für kürzere Karosserieüberhänge, sondern durch eine ausgewogene Achslastverteilung auch für sehr agile Fahreigenschaften.

Unterstützt wird dieses Konzept durch eine Lenkung, deren Getriebe unter den Radachsen sitzt, wodurch sie präzise und sehr direkt ansprechen soll. Knapp fünf Meter misst der Station in der Länge und nimmt damit Augenmaß an der kurzen R-Klasse. Genauso wie beim Raumkonzept. Sechs Personen finden durchweg auf Einzelsitzen Platz, die sich in Reihe zwei und drei bei Bedarf im Wagenboden versenken lassen. Die Kraftübertragung erfolgt serienmäßig auf die Vorderräder, gegen Aufpreis gibt es Allradantrieb in Form der neuen 4x4-Generation mit Kraftverteilung in Längs- und Querrichtung.

Lang und gestreckt wirkt der Station, der zugleich sportlicher und flacher anmuten soll als die R-Klasse. Auch seine Optik zeigt, dass er mit Touareg und Phaeton das neue Oberklasse-Trio von VW bildet. Dazu bekommt er Frontscheinwerfer und Rückleuchten in LED-Technik, die sich auch in den Blinkern der Außenspiegel wiederfindet. Die starke Dreidimensionalität des Plakettengrills, mal in Chrom, mal in mattem Silber ausgelegt, ist beim Station genauso zu sehen wie beim Phaeton nach dem Facelift (2007).

Beide kennzeichnet außerdem als Tribut an den Fußgängerschutz eine weiter oben öffnende Motorhaube, Kurvenlicht und ein DVD-gestütztes Navigationssystem, das die überholte CD-Technik im Phaeton endlich ersetzt. Dass es für den Phaeton trotz enttäuschender Absatzzahlen 2010/2011 einen Nachfolger geben wird, steht fest. Völlig offen ist hingegen das Konzept: Im Design bestehen Entwürfe für ein Stufenheckmodell, eins mit Schrägheck und eine Kreuzung aus beidem.

Touareg-Facelift 2007, Bugatti Veyron mit Glasdach

Weniger Diskussionsbedarf gibt es hingegen beim neuen Touareg, der Anfang 2007 ein Facelift erhält. In diesem Zuge wird vor allem der Innenraum aufgewertet und als Reaktion auf Kundenkritik eine neue Sitzgeneration installiert. Nachdem bereits in diesem Jahr der V6-Benziner auf Direkteinspritzung umgestellt wurde, bekommt auch der 4,2-Liter-V8 diese Technik, wodurch seine Leistung von 310 auf 350 PS steigt. Die Nachfolge-Generation (ab 2010) wird sich im Design ebenfalls nur behutsam weiterentwickeln und in den Abmessungen um wenige Zentimeter auf knapp 4,80 Meter wachsen, um nach oben Platz für den Station zu lassen.

Um dem Geländegänger eine sportlichere Note zu verschaffen, wird dann aber der Glasanteil der Kabine reduziert und das Dach flacher zugeschnitten. Auch hier zieht der neue intelligente Allradantrieb mit dem Ziel ein, den Touareg künftig verstärkt als Offroader für eine eher konservative Klientel zu positionieren. Der Station soll dagegen eher die jüngere Freizeitgeneration ansprechen.

Viel Bewegung also in der VW-Oberklasse, die durch Dynamik an der Basis ergänzt wird: Polo Cabrio und Roomster, Golf Geländewagen und Scirocco sowie das neue, in Emden gefertigte Passat Coupé sollen der Marke helfen, die Bänder künftig besser auszulasten.

Trotzdem bleibt noch Luft zum Träumen: 1,5 Millionen Euro teuer und auf 200 Einheiten limitiert - so lauten die Eckdaten der für 2008 geplanten Targa-Version des 1.001 PS starken Bugatti Veyron, der dann auch Cabrio-Gefühle offerieren kann. Das Glasdach lässt sich herausnehmen, aber nicht an Bord des Supersportwagens transportieren. Drohen Wetterkapriolen, müssen sich die Passagiere unterwegs mit einem weichen Notdach behelfen. Um das Mehrgewicht dieser Variante zu kompensieren, werden Türen und Motorhaube aus kohlefaserverstärktem Kunststoff gefertigt.

Weitere Unterschiede zum Coupé: eine auf 350 km/h limitierte Höchstgeschwindigkeit, neuer Kühlergrill, eine weiter ins Dach gezogene Frontscheibe und Scheinwerfer mit Kurvenlicht statt der Leuchttechnik der geschlossenen Variante, die bislang 1:1 aus dem Skoda Superb stammt. Angesichts schwieriger Verhandlungen mit dem Betriebsrat über Arbeitszeitverlängerungen und Standortsicherung steht ein offizieller Vorstandsbeschluss für die neue Bugatti-Variante zwar noch aus - trotzdem ist auch dieser Nachwuchs ganz fest eingeplant.

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