Wagener: Mercedes-Design bleibt deutsch

Der designierte Mercedes-Designchef Gorden Wagener will das Mercedes-Design seines Vorgängers Peter Pfeiffer nicht amerikanisieren, sondern die bisherige Design-Sprache fortsetzen und vorsichtig weiter entwickeln.

In seinem ersten Interview nach seiner Ernennung zum Nachfolger von Peter Pfeiffer sagte Wagener gegenüber auto motor und sport: "Wir müssen bei einer deutschen Designsprache bleiben. Unser Autodesign ist für mich weltweit führend. Mercedes-Modelle werden gekauft, weil sie deutsch sind."

Allerdings möchte der 39jährige Essener, der lange Zeit in Los Angeles gearbeitet hat, das Mercedes-Design persönlich weiter entwickeln. "Es ist für mich absolut faszinierend, auf der Mercedes-Tradition aufbauend meine ganz persönlichen Vorstellungen noch mehr einzubringen und die Marke mit dem gebührenden Respekt weiterzuentwickeln", so Wagener. "Es kommt darauf an, einer Marke und ihren Modellen einen unverwechselbaren Charakter zu geben. Gerade bei uns als Luxusmarke ist das wichtig."

"Automobile Charaktere schaffen"

Zu seinem persönlichen Geschmack sagt Wagener: "Ich mag persönlich volle, definierte Flächen, modellierte Autos und habe Modelle wie den SLR, SLK und CL gemacht. Das sind sehr schön modellierte Automobile, die meiner Handschrift entsprechen und mit denen ich mich persönlich am wohlsten fühle. Bei uns kommt es sehr auf den eigenen Charakter des Autos an. Wenn man wie wir 17 verschiedene Baureihen hat, dann muss man differenzieren, um jeweils automobile Charaktere zu schaffen. Ein GLK ist unser kantigstes Auto, inspiriert durch das G-Modell. Am GLK sind die Linien besonders gerade. An den Coupés sind sie dagegen eher überspannt, weil sie eine andere Gattung repräsentieren."

Noch offen ist für Wagener die Frage, ob die neuen, umweltfreundlichen Antriebstechniken wie Elektromotor und Hybridantrieb das Autodesign verändern und sich Umweltfreundlichkeit in der Gestaltung von Autos niederschlagen wird. "Das ist eine spannende Frage, speziell in Europa und auch immer mehr in den USA", so Wagener. "Der Green-Trend ist einer, den wir nicht aufhalten können und wollen. Da ist es für mich als Designer eine spannende Aufgabe zu beobachten, was in den nächsten zehn Jahren an Antriebsformen kommt. Und das hat auch Einfluss auf das Design. Dabei stellt sich die Frage, ob der Kunde die neue Antriebstechnologie auch visualisiert haben möchte. Firmenstrategisch wichtig ist für uns die Frage, wie wir diese Dinge in eine ästhetische Qualität umsetzen. Vielleicht braucht man einen speziellen Look, um zu zeigen: Hier ist etwas anderes."

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Birgit Priemer / Harald Hamprecht

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