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Wartungsarbeiten selber machen

Das können Sie selbst erledigen

Kundenberatung Foto: Beate Jeske 6 Bilder

Jedes Jahr fällt beim Auto die kleine Inspektion an. Das Fahrzeug wird einmal durchgecheckt, und die Werkstatt behebt die kleinen Mängel. Oft geht das unnötig ins Geld. Unser Schrauber-Experte Julian sagt Ihnen, wie Sie die Wartung günstig selbst erledigen können.

29.03.2015 Maximilian Immer

Schmierfett gegen Türquietschen

Sie öffnen die Türen Ihres Autos und es quietscht unangenehm? Viele Sprays und Wundermittel versprechen Hilfe, doch nicht alles darf überall angewendet werden. Das unerwünschte Geräusch kann von mehreren Stellen herrühren. Entweder die Scharniere, die Türbremse, das Türfangband oder die Gummidichtung können der Auslöser sein.

Bei quietschenden Türscharnieren empfehlen wir, Schmierfett aufzutragen. Die Türbremse oder das Türfangband sollte ebenso mit Schmierfett oder Fettspray (Wartungsöl) behandelt werden. Bei fest sitzenden Bauteilen, in denen sich bereits Wasser sammelt und Rost ansetzt, kann mit Kriechöl (Ballistol) nachgeholfen werden. Gummidichtungen geben zwar kein Quietschen von sich, jedoch können auch sie Auslöser für unliebsame Geräusche sein.

Hier hilft entweder ein Gummipflegestift oder Hirschtalg, den man in gut sortierten Apotheken bekommt. Handelt es sich bei dem Gummi allerdings um eine beflockte Dichtung, wie zum Beispiel bei Dichtungen zwischen Tür und Fenster, sollten Sie zu Silikonspray greifen. Das bekannte Kontaktspray ist dagegen mit großer Vorsicht zu genießen. Gerade bei Gummidichtungen sollten Sie die Finger davon lassen, da es dem Gummi schadet – auch der Lack kann in Mitleidenschaft gezogen werden.

Warndreieck und Verbandskasten kontrollieren

Das Warndreieck und der Verbandskasten sind zwar nicht unbedingt Bestandteile der regelmäßigen Kontrolle, sie sollten aber trotzdem überprüft werden. Bauen Sie dazu einmal das Warndreieck komplett auf und überprüfen Sie, ob es ohne Probleme funktioniert. Beim Verbandskasten wird es etwas kniffliger. Bereits seit dem 1. Januar 2014 müssen die Anbieter bei neuen Verbandskästen geänderte Vorschriften beachten. So gehören nun auch zwei Feuchttücher zur Hautreinigung und ein 14-teiliges Pflaster-Set zur Ausstattung.

Seit dem 1. Januar 2015 ist dieses Inventar in allen Verbandskästen Pflicht. Alle Autofahrer sollten sich also entweder einen neuen Verbandskasten zulegen oder ein Ergänzungspaket kaufen. Die einzelnen Bestandteile aus alten Sets dürfen, solange sie nicht abgelaufen sind, noch weiter verwendet werden.

Sauberer Innenraum durch neuen Filter

Wenn die Luft aus der Fahrzeuglüftung anfängt, leicht modrig zu riechen, dann liegt das häufig an einem verschmutzten Innenraumfilter. Dieser befindet sich bei vielen Modellen im Fußraum des Beifahrers, ist relativ leicht auszubauen und zu wechseln. Einen neuen Filter bekommen Sie im gut sortierten Autofachhandel oder direkt beim Vertragshändler.

Die Aufgabe des Filters ist, den Innenraum des Fahrzeuges möglichst sauber zu halten. So sammeln sich in den Lamellen des Elements nicht nur Schmutzpartikel und Staub, sondern auch Pollen. Es empfiehlt sich also besonders nach der Pollenhochsaison im Frühling, den Filter zu wechseln, damit Sie immer möglichst frische Luft in Ihrem Wagen haben.

Ölwechsel und Filteraustausch

Der Ölwechsel ist grundlegender Bestandteil der Inspektion und treibt regelmäßig die Kosten in die Höhe. Wir empfehlen Ihnen – falls Sie keine Hebebühne haben –, in einer Mietwerkstatt einen Platz anzumieten. Die gibt es mittlerweile in fast jeder Stadt. Dort sind auch oft Altölbehälter vorhanden, sodass Sie keine Probleme mit der Schmiermittelentsorgung haben. Zum Ölwechsel gehört meist der Austausch des Filters. Für den Wechsel öffnen Sie erst einmal alle Abdeckungen.

Es schadet nicht, den Einfülldeckel abzunehmen und den Ölstandsmessstab herauszuziehen. Vorteil: Dadurch vermeiden Sie Unterdruck im Motor, und das Schmiermittel kann leichter ablaufen. Fahren Sie danach den Wagen mit der Hebebühne nach oben und platzieren Sie eine Auffangwanne darunter, bevor die Ölablassschraube gelöst wird. Nach dem das Motoröl abgelassen wurde, ist es wichtig, den Dichtring an der Ablassschraube zu erneuern, da sonst an dieser Stelle mit Undichtigkeiten zu rechnen ist.

Beim Festziehen der Schraube vorsichtig vorgehen – denn bei zu viel Kraft ruinieren Sie das Gewinde der Ölwanne, was eine teure Reparatur nach sich zieht. Wer auf Nummer sicher gehen will, verwendet einen Drehmomentschlüssel und zieht die Schraube nach Vorgabe des Automobilherstellers an – die passenden Werte dazu finden Sie in der Bedienungsanleitung.

Wenn der Wagen wieder auf den Rädern steht, ist der Ausbau des Ölfilters an der Reihe. Vor der Montage des neuen Filters sollte der Dichtring mit etwas Altöl eingeschmiert werden, damit er beim Befestigen keinen Schaden nimmt. Im letzten Schritt füllen Sie das neue Öl ein – die passende Menge steht im Bordhandbuch Ihres Wagens, auch welche Viskositätsklasse erlaubt ist. Füllen Sie nicht die komplette Menge ein, sondern rund 0,2 Liter weniger als vorgeschrieben.

Jetzt den Motor starten und kurz laufen lassen. Abstellen und mindestens fünf Minuten warten, bis sich das Öl gesetzt hat. Dann den Ölstand überprüfen. Er sollte sich zwischen der Minimum- und der Maximum-Markierung auf dem Peilstab befinden – am besten in der Mitte. Fehlt etwas, dann nachfüllen. Vergessen Sie danach auf keinen Fall, sich den Ölwechsel im Serviceheft zu notieren.

Stoßdämpfer und Bremsklötze checken

Wenn der Wagen schon einmal auf der Hebebühne ist, bietet sich die Gelegenheit dazu an, dass man einen Blick auf die Stoßdämpfer und Bremsklötze wirft. Suchen Sie mit einer Taschenlampe nach äußeren Beschädigungen bei den Dämpfern und achten Sie auf Undichtigkeiten. Auch die Gummilager sollten in Ordnung sein, diese dürfen keine Risse vorweisen.

Falls doch, ist ein Austausch fällig, der von einem Fachmann vorzunehmen ist. Laien sollten von dieser Reparatur die Finger lassen. Das gilt auch für die Bremsklötze. Sie haben eine Abfahrmarkierung, die – wenn man unter dem Auto steht – mit der Taschenlampe leicht zu erkennen ist. Ist diese Markierung erreicht, sollten Sie eine Werkstatt mit dem Belagwechsel beauftragen.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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