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Webasto 2007 wieder mit schwarzen Zahlen

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Webasto-Chef Franz-Josef Kortüm spricht im Interview mit auto-motor-sport.de über die aktuelle Roadsterstudie auf dem Genfer Automobilsalon, die Gewinn- und Umsatz-Situation sowie den Ausbau der Belegschaft.

23.02.2008 Harald Hamprecht

Herr Kortüm, auf dem Genfer Automobilsalon präsentieren Sie die Roadster-Studie "Webasto LigHT Concept", die aussieht wie ein schnittiger Fiat-Barchetta-Nachfolger. Purer Zufall?
Kortüm: Unsere Idee war es, eine innovative und gleichzeitig emotional ansprechende Studie zu präsentieren. Wir wollten etwas zeigen, dass in dieser Form so noch nicht realisiert worden ist. Wir präsentieren mit dem Webasto LigHT Concept erstmals in der Branche ein Hybrid-Top - eine Mischung aus Stahlklappdach, neudeutsch Retractable Hardtop (RHT), sowie Softtop - und demonstrieren damit, wie wir unser Know-how in hoch innovative, einfache und gleichzeitig leichte und preislich attraktive Lösungen umsetzen.

Inwiefern?
Kortüm: Das in der Studie gezeigte Dach hat zum Beispiel eine Heckscheibe aus Polycarbonat, die Webasto als Technologieführer im eigenen Haus herstellt. Sie ist wesentlich leichter als eine Glasscheibe. Das leichteste RHT-Dach, das wir heute im Angebot haben, findet sich im Mazda MX-5 und wiegt rund 35 Kilogramm. Das Dach der Studie wiegt nur rund 14 Kilogramm. In der Serie trauen wir uns unter 20 Kilogramm zu. Damit bieten wir einen zusätzlichen Anreiz für Hersteller, denn ein niedrigeres Gewicht senkt den Sprit-Verbrauch und die CO2-Emission.

Gibt es schon einen konkreten Auftrag für ein solches Modell?
Kortüm: Nein, die Studie dient quasi als Appetit-Anreger. Wir erheben allerdings auch noch nicht den Anspruch der Serienreife. Wenn wir heute einen Auftrag bekämen, wären es noch rund zwei Jahre gemeinsamer Arbeit mit dem Fahrzeughersteller bis zur Serienreife.

Können Sie sich über andere Neuaufträge freuen?
Kortüm: Ja, unter anderem über einen hochwertigen Softtop-Auftrag für ein Cabrio, das mehr als 300 km/h schnell sein wird und dessen Produktion im Zeitraum 2009/2010 startet. Wie Sie wissen, können wir nicht über Details sprechen.

Wie hat sich Ihr Weltmarktanteil in Cabrio-Dachbereich entwickelt?
Kortüm: Unser Weltmarktanteil an Stoff- und RHT-Cabriodächern liegt bei rund 18 Prozent. Im Segment der Retractable Hardtops sind wir Marktführer mit mehr als 30 Prozent Marktanteil. Bei den Softtops haben wir mit einem Marktanteil von acht Prozent noch Ausbau-Potenzial.

Sie machen rund zwei Drittel Ihres Geschäfts mit Dachsystemen. Wie hat sich der Umsatz 2007 insgesamt entwickelt?
Kortüm: Wir haben unseren Umsatz 2007 nach vorläufigen Zahlen von 1,6 auf fast 1,8 Milliarden Euro steigern können.

Ist dies schon das Ende der Fahnenstange – oder ist noch mehr drin?
Kortüm: Wir bleiben mit aller kaufmännischen Vorsicht bei unserer Aussage, dass wir im Jahr 2010 die zwei Milliarden Marke erreichen wollen, wobei diese Zielsetzung natürlich durch die allgemeine Wirtschaftsentwicklung beeinflusst wird.

2006 hat Webasto erstmals in der jüngeren Vergangenheit einen Verlust verbucht. Wie steht es um das Ergebnis 2007?
Kortüm: Detailangaben zu Ergebnissen machen wir nicht, aber soviel: Wir schreiben dank großer Anstrengungen im gesamten Unternehmen für das vergangene Geschäftsjahr wieder deutlich schwarze Zahlen. 2006 war sicherlich ein Ausnahmejahr für uns, geprägt von hohen Anlaufkosten und Investitionen, einem Einbruch im US-Markt sowie Restrukturierungsaufwendungen. Webasto steht insgesamt auf einem wirtschaftlich soliden Fundament und ist ein sehr verlässlicher Partner.

Stehen 2008 und mittelfristig weitere Investitionen an?
Kortüm: Ja, insbesondere der Aufbau unseres Werkes in Rumänien.  

Wie entwickelt sich die Größe Ihrer Belegschaft?
Kortüm: Ende 2007 haben wir weltweit rund 6.500 Mitarbeiter beschäftigt. Der Grund für diesen Anstieg ist vor allem unser Wachstum in Asien. Wir haben allein in China die Zahl unserer Werke im Jahr 2007 von drei auf fünf erhöht. Damit sind wir weltweit an 58 Standorten vertreten.

Kommen wir zu Ihrer persönlichen Bilanz: Dieses Jahr begehen Sie das zehnte Jahr als Vorstandschef bei Webasto. Ihre persönliche Bilanz?
Kortüm: Zufrieden bin ich nie, das liegt in meiner Natur. Gleichwohl sind wir in dieser Zeit in einem Nischengeschäft mit vorwiegend Sonderausstattungsprodukten um eine Milliarde Euro gewachsen. In Asien sind wir zum Beispiel heute sehr gut aufgestellt. Zu sehen, dass wir sowohl in Japan, Korea und China Marktführer sind, ist ein sehr schöner Erfolg. Auch auf der Thermoseite mit unseren Standheizungen und Zuheizern haben wir in den letzten Jahren viel erreicht. Was mich besonders freut, ist die Tatsache, dass wir im Cabriomarkt in kürzester Zeit von Null kommend die führende Position im RHT-Bereich erreicht haben. Aber es gibt Unternehmensbereiche, die umsatz- und ertragsmäßig nicht auf dem Niveau sind, das ich erwarte. Und daran werden wir weiter hart arbeiten.

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