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Wenn Männerträume wahr werden

Einmal Mercedes Actros selber fahren

Actros, Frontansicht Foto: Hersteller 30 Bilder

Okay, es gibt momentan attraktivere Berufe als den des Fernfahrers. Doch an den Lkw liegt es nicht, wie Jörn Thomas im Selbstversuch mit einem Mercedes Actros 1848 Gigaspace erfuhr.

22.06.2012 Jörn Thomas Powered by

Als Kinder haben wir uns zwei Stühle vors Bett gestellt, und los ging’s: Mit dem imaginären Lastwagen in die Ferne. Im Kopf die schrammelnde Titelmelodie von "Auf Achse", komponiert übrigens von Elton John - Mercedes 1632 und Volvo F12 im Parallelflug über abgelegene Pisten, gern eine mächtige Staubfahne im Schlepptau. Andere schwärmten für Beckenbauer und Breitner, ich für Willers und Meersdonk - die Helden des ARD-Vorabends.

38 Tonnen, 320 PS und die Mischung aus Fernweh, Schweiß und Dieselruß. Klischees natürlich, schon damals, vor allem aber heute. Aus den Kapitänen der Landstraße sind Dispositions-Knechte geworden. Getrieben von Termindruck, getaktet von der digitalen Fahrerkarte, gebremst vom Verkehrsinfarkt, gegängelt von Behörden und Lagerpersonal. Trotzdem - die Trucker-Nummer reizt immer noch. Klares Ziel also: 40-Tonner selber fahren. Schade nur, dass mir der Zweier-Führerschein nie zugeflogen ist. Deshalb müssen wir mit dem Mercedes Actros 1848 auf eine abgesperrte Strecke.

Das Staunen beginnt schon beim Einstieg

Wir, das sind Richard Schneider, Versuchsfahrer bei Mercedes in Wörth, ein Mercedes Actros 1848 Gigaspace und ich. Richard hat die Aufgabe, uns auf den Flugplatz nach Lahr zu bringen. Und das Staunen beginnt schon beim Einstieg: Vier steile Stufen führen in die Kabine, deren Boden zunächst auf Stirnhöhe liegt, sich danach als vollkommen eben erweist. Kopf einziehen unnötig, der Gigaspace hat mit 2,13 Meter Basketballer-Stehhöhe. Logisch, dass die Dachluke elektrisch funktioniert.

Ich klappe erst mal den Beifahrersitz runter, der sich vorher platzsparend klein gemacht hat, und Richard drückt den Startknopf. Nix von wummerndem und röhrendem Dieselmonster. Der 12,8 Liter-Reihensechszylinder ist trotz gut zwei Liter Einzelhubraum besser erzogen als mancher Pkw-Diesel. Und viel kräftiger, denn er schickt über das Zwölfganggetriebe bis zu 2.300 Newtonmeter an die Zwillingsreifen. Ein sonniger Traumtag auf der A5 zwischen Wörth und Lahr, wenig Verkehr, dezentes Motorbrummen und Turbopfeifen, kaum Windgeräusche und eine komfortable Federung. Mit unserem 600-Liter-Tank könnten wir mit dem Mercedes Actros 1848 nun bis zu 2.000 Kilometer weit rollen.

Gutes Stichwort, denn der intelligente Automat kuppelt wenn möglich aus und lässt den Mercedes Actros 1848 dahinrollen, kontrolliert auch vom radarbasierten Abstandsregler. Viel zu schnell ist die Fahrt zu Ende, und Richard sticht in die Autobahnausfahrt. Zügig, denn er möchte mir das ESP demonstrieren. Doch obwohl wir schon leichte Schräglage haben, muss die Elektronik noch nicht ran.

Ruck, zuck sind wir im zwölften Gang

"Am Fahrwerk haben sie viel gemacht", sagt Richard. Das will ich jetzt selbst testen: Platz nehmen auf dem vielfach verstellbaren Fahrersitz, den es sogar in einer belüftbaren Version gibt. Das Lenkrad kommt per Fußdruck pneumatisch entgegen, die Sonnenrollos surren elektrisch. Starter drücken, Luftdruckbremse lösen, Wählrad am Lenkstock auf D, und auf geht‘s. Langsam zieht der Mercedes Actros 1848 los, das hohe Gewicht ist spürbar, der Diesel muss schuften. Zweiter, vierter, sechster Gang. Wer nicht aufs Farbdisplay guckt, bekommt die Schaltungen kaum mit. Ruck, zuck sind wir im zwölften, der Mercedes Actros 1848 schnuffelt mit knapp über 1.000 Touren dahin. Schonendes Bremsen über die Motorbremse - ebenfalls per Stick.

Danach droht eine Pylonengasse, Richard hilft beim Einweisen. Es klappt auf Anhieb. Gut, dass wir keinen Anhängerzug gewählt haben. Bei der anschließenden Fotofahrt darf ich sogar allein losziehen - Parallelfahrt, wenden, zurücksetzen. Nun läuft‘s endgültig, der Mercedes Actros 1848 und ich sind Freunde. Ganz ehrlich, er macht mir viel mehr Spaß als alle Ferrari und Lamborghini zusammen. Jetzt den Flugplatz hinter sich lassen, auf die A5 und ab, so weit Tank und Kreditkarte reichen. Willers und Meersdonk könnten schließlich einen würdigen Nachfolger brauchen.

Mercedes Actros - der zurzeit modernste Lkw

Der gerade erschienene Mercedes Actros ist der zurzeit modernste Lkw. Es gibt ihn in unterschiedlichen Motor- und Kabinenvarianten, wir fuhren die größte Kabine (Gigaspace) mit dem derzeit zweitstärksten Motor (12,8-Liter-Reihensechszylinder). Der Mercedes Actros 1848 erfüllt bereits die strenge Euro 6-Abgasnorm. Durften die Motoren vor 20 Jahren noch über 14 g NOX/kWh ausstoßen, sind es zukünftig nur noch 0,4 g.

Wie bei manchen Pkw nutzt man dazu die Harnstoffeinspritzung. Spritsparpotenzial steckt in intelligent gesteuerten automatisierten Getrieben, Tempomaten, die übers Navi die Topografie erkennen, sowie niedrigem Roll- und Luftwiderstand. Der Sicherheit dienen der automatische Bremsassistent sowie die Warnung beim Verlassen der Fahrspur. Ach ja, richtig schick und komfortabel ist der Actros auch noch geworden.

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