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Wertsteigerungen bei Klassikern

Bis zu 4.540 Prozent Plus in 30 Jahren

Citroen DS Foto: Hardy Mutschler 20 Bilder

Wie stehen die Autos heute da, die schon Mitte der 80er als Klassiker gehandelt wurden? Manchmal lahm, meistens abgehoben, oder besser gesagt: durch die Decke gegangen. Glückwunsch dem klugen Käufer. Wer rechtzeitig richtig gehandelt hat, darf sich heute über einen Wert-Zuwachs von 4.540 Prozent freuen. Wir werfen einen Blick auf Jaguar, Porsche, Ferrari, Alfa Romeo und Co.

06.08.2015 Alf Cremers Powered by

Zeitgleich mit dem Debüt von Motor Klassik schienen die goldenen Zeiten für Autoliebhaber vorbei zu sein. Die 80er-Jahre werden selbst in der Youngtimer geprägten Gegenwart nicht widerspruchslos als glorreiche Dekade feiner Automobilkultur gefeiert. Plastik verdrängte Chrom, sinnlich schöne Formen entwickelten sich zu kubischen Kästen oder aerodynamischen Flundern. Die Tradition waschechter britischer Roadster endete bereits 1981 mit dem TR8 Drophead.

Den italienischen Marken ging es nicht viel besser. Alfa Romeo verstand es kaum, das Charisma der klassischen 105er-Baureihe auf die kantig designten Transaxle-Modelle zu übertragen, und der avantgardistische Nonkonformist Lancia war längst ein angepasstes Fiat-Derivat. Angesichts dieser Kulturrevolution in Design, Heritage und Haptik wurde alles, was erst 15 Jahre alt war, zum Klassiker verklärt – mangels Nachfolgern, mangels Emotionen. Keine Vergaserbatterien mehr, keine Instrumententafeln mit einzeln gefassten Uhren. Holz, Leder und Sportlenkräder waren auf dem Rückmarsch. Das Diktat kostengünstiger Massenproduktion hat die Autos verändert.

Alfa Romeo Bertone wurde ein beliebter Klassiker

In den frühen Jahren der Oldtimer-Bewegung lag der Fokus noch auf Vorkrieg, 50er- und 60er-Jahre, sogar die erste Hälfte des siebten Jahrzehnts schwang schon mit, weil viele Autos aus den Sechzigern wie ein Alfa Romeo Bertone, BMW 02 oder Mercedes Strichacht ihren Modellzyklus erst spät beendeten. Vorkriegskonstruktionen wie der Buckel-Volvo, Citroën 11 CV, DKW 3 = 6 oder Mercedes 170 S waren längst Oldtimer, da half ihnen vor allem ihre Prä-Ponton-Form. Alfa Romeo Bertone , Volvo Amazon, Opel GT 1900, Triumph TR6, MG B oder Citroën DS entwickelten sich schnell zu etablierten Klassikern, weil sie seltene Individualisten waren, noch dazu aus damaliger Sicht ohne charismatische Nachfolger.

Das beschleunigte ihre Reife zum Liebhaberauto und sorgte für einen akzeptablen Einstandspreis. So kostete eine DS 21 Injection in gutem Zustand damals 11.500 Mark, sie hat den Preis im Jahr 2014 nominell verdoppelt. Also vervierfacht, rechnet man den Euro-Kurs mit ein, wobei wir die versteckte Euro-Inflation ebenso ignorieren wie den schleichenden Kaufkraftverlust.

Eine Kantenhaube GT 1300 Junior wurde 1984 in gutem Zustand auf 9.700 Mark taxiert, heute kostet sie 25.000 Euro, macht immerhin den stolzen Faktor fünf bei der Wertsteigerung. Viel extremer sieht es bei der nur rund 1.000 Mal gebauten Schwester GTA aus, die 1984 mit nur 16.000 Mark radikal unterbewertet war. Heute bringt ein GTA 97.000 Euro, das bedeutet: Er kostet das Zwölffache des Preises von 1984 und zählt damit zu den einst noch erschwinglichen Rekordgewinnern. Denn eine Rennsport-Ikone wie ein Ferrari 250 SWB wurde 1984 schon mit 250.000 Mark gehandelt. Im Zuge des Investment-Booms der letzten vier Jahre stieg sein Wert auf 5,8 Millionen Euro, das macht einen Wertzuwachs von immensen 4.540 Prozent.

Porsche 911 Carrera RS 2.7 schlägt Daytona

Selbst ultrabegehrte Sportwagen-Ikonen wie ein Ferrari 365 GTB/4, sprich Daytona, schaffen das nicht ganz. Vor 30 Jahren kostete er 115.000 Mark, heute muss man 470.000 Euro bezahlen, um diesen herrlichen Transaxle-Frontmotor-Ferrari mit Viernockenwellen-V12 sein Eigen zu nennen. Das macht unter dem Strich Faktor 8,2.

Sein zeitgenössischer Rivale, der Porsche 911 Carrera RS 2.7, schafft mit Faktor 16 fast das Doppelte, weil er in den letzten vier Jahren so immens beschleunigte: Früher für 36.000 Mark zu haben, heute nicht unter 320.000 Euro zu bekommen. Das macht eine Rendite von 1.680 Prozent. Interessant ist folgende Betrachtung: Für einen 2.7 RS bekam man 1984 zwei Porsche 912, heute gibt es gleich zehn von diesen Vierzylinder-Elfern. Aber nicht alles, was 1984 schon ein Liebhaberauto war, wurde zu solch hochkarätigem Garagengold. Ein Citroën 11 CV war damals doppelt so viel wert wie eine DS, heute liegen sie gleichauf. Der Gangster-Citroën kam aus der Mode. Auch Buckel und Amazon haben sich in dieser Weise angenähert. Vor 30 Jahren trennte sie noch die Hälfte des Budgets, heute kosten beide je 15.000 Euro.

Jedermann-Autos wie Opel Rekord A, Ford 20 M P5, Audi 100 LS oder VW 411 sind heute in Euro wert, was sie 1984 in Mark gekostet haben. Diese "Verdoppelung" ist die Minimalrendite, die man bei Klassikern erwarten kann. Sie deckt selten die Kosten für Unterhalt, Instandsetzung und Garage. Besser sind die Besitzer von Pagode, E-Type oder Porsche 356 C gefahren. Autos, die damals schon um 30.000 Mark lagen, heute aber ihren Wert vervierfacht haben. Da lohnt sich auch eine Motorüberholung. Was sich auch lohnt, ist übrigens der Blick in unsere Bildergalerie.

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