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Wie Mercedes-Design entsteht

Optik muss über 25 Jahre halten

Mercedes-Design Mercedes CL Zeichnung Foto: Daimler 31 Bilder

Das Mercedes-Design hat sich auch in den letzten Jahren mit dem Modellprogramm stark weiterentwickelt. Das Team von Designchef Gorden Wagener setzt auf eine Mischung von Tradition und Zukunft und hat für sich selbst zehn Stationen im Designprozess kreiert.

07.08.2010 Birgit Priemer

Sindelfingen, Tor 16: Wer hier hinein möchte, muss strenge Sicherheitsvorschriften über sich ergehen lassen. Kein Wunder: hinter verschlossenen Türen arbeitet hier schließlich das Mercedes-Designteam an neuen Projekten wie dem Nachfolge-Modell des Smart, der Neuausrichtung von A- und B-Klasse sowie der kommenden S-Klasse-Generation.

400 Designer arbeiten am Mercedes-Design der Zukunft

Rund 400 Mitarbeiter aus 20 Nationen arbeiten hier in enger Verbindung mit den Mercedes-Designstudios in Como (Italien), Los Angeles, Peking und Tokio, mit deren Hilfe die Marke weltweit neue Trends aufspürt. Und wenn auch alles hochmodern per Computer vernetzt ist, so stehen am Anfang immer noch Bleistift und Papier, wie die vielen Skizzen aus dem Mercedes-Design beweisen.
 
Der Kreativität beim Mercedes-Design sind dabei ganz unterschiedliche Grenzen gesetzt. Handelt es sich um eine komplette Neuentwicklung wie im Falle des GLK, hat der Stylist mehr Freiheiten, neue Stilelemente zu schaffen, als wenn es um die Modellpflege einer C-Klasse oder die Weiterentwicklung der Mercedes E-Klasse geht.

Die zehn Stationen von der Idee zum Mercedes-Modell

"Ein guter Stil setzt sich für mich aus Tradition, Zukunft und Innovationen zusammen", beschreibt Wagener die Arbeit seines Teams. "Aber ein Mercedes muss auch immer als Mercedes zu erkennen sein." Auf dem Weg von der ersten Idee bis zum fertigen Modell durchlaufen die Designer insgesamt zehn Stationen für das Mercedes-Design. Der Anspruch, der sich aus dieser Arbeit entwickelt, steht für Gorden Wagener fest: "Unsere Autos müssen sich optisch mindestens 25 Jahre halten."

1. Zeichnung / RenderingWie in der Mode steht am Beginn des Designprozesses für ein Automobil immer eine Zeichnung – sei es per Hand oder auf dem Computer. Ideen, die bislang nur im Kopf des Designers existieren, werden sichtbar.
2. Digital / PackageAm Computer entsteht ein virtuelles Bild des neuen Automobils. Proportionen, Dimensionen und Linienführung werden simuliert und auf Stimmigkeit und Harmonie überprüft.
3. 1:4 TonmodelleNicht alles kann am Computer simuliert werden, daher werden im Weiteren von jeder Variante eines neuen Automobils Tonmodelle angefertigt. Erst jetzt können die Designer entscheiden, ob ihre Entwürfe auch in drei Dimensionen die gewünschte Wirkung entfalten.
4. ModellauswahlAus mehreren Varianten wird die endgültige Form des neuen Automobils ausgewählt. Hier fällt die Entscheidung über die äußere Form des künftigen Mercedes-Benz Modells.
5. FräsmodellDas 1:4 Tonmodell wird in seine endgültigen Dimensionen übertragen. Es entsteht der erste "Prototyp“ in voller Größe.
6. 1:1 ModellIn Handarbeit werden alle Einzelheiten des neuen Modells gefertigt. Ein täuschend echtes Vorbild entsteht. Alle charakteristischen Merkmale des neuen Autos kommen zum Vorschein.
7. InterieurskizzenAuch für die Innenraumgestaltung werden im ersten Schritt Zeichnungen und Renderings erstellt. Hier entstehen die verschiedenen Ausstattungslinien, also das Interieur, in dem sich der künftige Fahrer wohlfühlen soll.
8. Color & Trim / Bedien- und Anzeigekonzepte (BAK)Material- und Farbauswahl für das Interieur werden festgelegt. Aus Hunderten von Stoff- und Ledermustern sowie einer schier unendlichen Farbpalette werden die Ausstattungsvarianten für das künftige Automobil festgelegt.
9. Interieur-Tonmodell / Interieur Daten-KontrollmodellAlle Materialien und Farben werden an aufwändig hergestellten 1:1 Innenraummodellen unter "Echtbedingungen“ auf ihre Wirkung überprüft. Jedes Material und jede Farbe erhält einen Code und wird spezifiziert.
10. ModellabnahmeAbschluss eines jeden Designprozesses ist die Modellabnahme durch den Vorstand. Ist diese erfolgreich, steht der Produktion des neuen Mercedes-Benz nichts mehr im Weg.
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